21/07/2026
😨 Heute unvorstellbar: Im 19. und noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es so etwas wie bezahlten Urlaub nicht. Arbeiter:innen in den Fabriken hatten keine Erholung von 16-Stunden-Arbeitstagen, sechs Arbeitstagen pro Woche und 52 Arbeitswochen pro Jahr. Freie Tage wie Sonn- und Feiertage galten damals als Hungertage, weil sie unbezahlt waren und der Lohn meist nur für einen Tag reichte. Urlaub gab es nur bei besonderen Ereignissen und dann auch nur unbezahlt.
📔 Ab 1900 setzten sich die Gewerkschaften mit Kollektivverträgen zunehmend für bezahlten Urlaub ein, insbesondere bei Buchdrucker:innen und Metaller:innen. Das erste Arbeiter-Urlaubsgesetz wurde 1919 verabschiedet und gab einen Rechtsanspruch auf ein bis zwei Wochen bezahlten Jahresurlaub.
🚫 Am Beginn des Austrofaschismus stand nicht nur das Ende der Freien Gewerkschaften, die Beschneidung vieler Sozialgesetze, sondern auch, dass Unternehmen sich an keine Arbeitsgesetze mehr hielten. Noch schlimmer wurde es während des NS-Regimes. Zuschläge für Mehrarbeit, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Urlaubszuschüsse gab es nicht mehr.
💪 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden unterschiedliche Urlaubsgesetze vereinheitlicht. 1976 trat ein Bundesgesetz in Kraft, das Arbeiter:innen und Angestellten gleiche Urlaubsansprüche gewährte. Seit 1986 beträgt der gesetzliche Mindesturlaub fünf Wochen, parallel verhandeln Gewerkschaften weiterhin Urlaubsgeld und höhere Urlaubsansprüche in Kollektivverträgen.
Dein Urlaub ist kein Selbstläufer, Errungenschaften sind keine Selbstverständlichkeit. Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden https://www.oegb.at/mitglied-werden