26/03/2026
Während viele ältere Menschen in Kärnten jeden Euro zweimal umdrehen müssen, ihre Pension kaum mehr für Miete, Energie und Lebensmittel reicht, baut der Staat ein Millionenprojekt, das bei vielen nur noch Kopfschütteln auslöst.
Der Neubau der Justizanstalt Klagenfurt ist zweifellos notwendig, daran besteht kein Zweifel. Doch was hier präsentiert wird, geht weit über das Notwendige hinaus. Wenn von Kosten in der Höhe von rund 170 Millionen Euro die Rede ist und gleichzeitig von Ausstattungen, die eher an Freizeit- als an Haftbedingungen erinnern, dann ist für viele Seniorinnen und Senioren eine Grenze überschritten.
Es ist für sie schlicht nicht nachvollziehbar, warum auf der einen Seite bei Pensionen, Pflege und sozialer Unterstützung gespart oder gezögert wird, während auf der anderen Seite ein „Luxushäfn“ entstehen soll. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet, aufgebaut und eingezahlt haben, stehen heute oft vor der Realität, sich grundlegende Dinge nicht mehr leisten zu können. Gleichzeitig sollen Millionen in ein Projekt fließen, das in dieser Form als überzogen empfunden wird.
Gerade aus Sicht der älteren Generation braucht es hier mehr Augenmaß und Verantwortung im Umgang mit Steuergeld. Eine moderne, sichere und funktionale Justizanstalt ist wichtig – aber sie muss zweckmäßig und kostenbewusst geplant werden. Eine „häfenadäquate“ Ausstattung, die ihren Zweck erfüllt, wäre ein klares Signal dafür, dass die Sorgen der Bevölkerung ernst genommen werden.
Was es jetzt braucht, ist kein weiterer Aufschub und keine teure Planungsschleife, sondern eine klare Kurskorrektur. Die Prioritäten müssen wieder dorthin rücken, wo sie hingehören: zu den Menschen, die unser Land aufgebaut haben und heute oft um ihre finanzielle Sicherheit kämpfen.