09/08/2026
Was ist unser Geld noch wert?
Man geht essen, schaut in die Speisekarte – und stellt fest: Das Lieblingsgericht kostet plötzlich zehn Euro mehr.
Der Friseur ist innerhalb von drei Jahren um 25 Prozent teurer geworden.
Handwerkerrechnungen treiben vielen inzwischen den Angstschweiß auf die Stirn.
Und wer einen Platz im Pflegeheim benötigt, muss im schlimmsten Fall damit rechnen, dass das über Jahrzehnte ersparte Häuschen dafür draufgeht.
Was ist unser Geld eigentlich noch wert?
Die Inflation ist längst keine abstrakte Zahl mehr, die irgendwo in einem Wirtschaftsbericht auftaucht. Sie begegnet uns beim Einkaufen, beim Tanken, beim Handwerker, beim Friseur und bei der Miete. Und sie frisst sich langsam, aber sicher in die Ersparnisse und in die Lebensplanung der Menschen.
Parallel dazu wächst der Schuldenberg des Staates weiter. Deutschland hat inzwischen eine Staatsverschuldung von rund zwei Billionen Euro erreicht. Zwei Billionen – das sind 2.000.000.000.000 Euro. Eine Zahl, die kaum noch vorstellbar ist.
Doch Schulden verschwinden nicht. Sie werden irgendwann bezahlt – durch Steuern, durch Einsparungen oder durch die nächste Generation. Und je höher die Verschuldung, desto größer werden auch die Zinslasten. Geld, das dann nicht für Bildung, Infrastruktur, Sicherheit oder Entlastungen zur Verfügung steht.
Ab wann beginnt eigentlich die Inflation?
Sie ist längst da.
Ab wann sind wir nicht mehr konkurrenzfähig?
Beim Blick auf Energiepreise, Lohnkosten, Steuern, Abgaben und Bürokratie muss man sich diese Frage ebenfalls schon lange stellen.
Da könnte man fast froh sein, dass es die billigen Importe aus China gibt.
T-Shirts für vier Euro, Elektronik zum Schnäppchenpreis und unzählige Produkte, die scheinbar günstiger sind als alles, was in Europa produziert werden kann. Doch der Preis ist nicht immer nur auf dem Preisschild zu finden. Immer wieder gelangen Produkte auf den europäischen Markt, die unseren Sicherheits- und Qualitätsstandards nicht entsprechen. Manche werden später aus dem Verkehr gezogen – andere bleiben im Markt.
China produziert billig. Europa produziert teuer.
Und warum?
Während Unternehmen hierzulande mit hohen Energiepreisen, Steuern, Abgaben, Vorschriften und einem erheblichen bürokratischen Aufwand kämpfen, werden Produkte aus Ländern importiert, die unter völlig anderen Bedingungen produzieren.
Und dann kommen die Streiks.
Mehr Lohn! Weniger Arbeitszeit!
Natürlich ist es nachvollziehbar, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr verdienen wollen. Wer arbeitet, soll von seiner Arbeit leben können. Doch höhere Löhne allein machen niemanden automatisch wohlhabender.
Denn wenn gleichzeitig die Kosten für Unternehmen steigen, steigen irgendwann auch die Preise. Dann kommt das Plus auf dem Gehaltszettel – und verschwindet beim nächsten Einkauf wieder aus dem Portemonnaie.
Mehr Geld, aber weniger Kaufkraft.
Das ist die Ernüchterung.
Und Vater Staat hält ebenfalls die Hand auf. Steuern, Sozialabgaben, Gebühren und immer neue Umlagen belasten Bürger und Unternehmen. Gleichzeitig fragt sich so mancher: Was wird eigentlich besser?
Die Straßen?
Die Schulen?
Die Digitalisierung der Verwaltung?
Die Geschwindigkeit von Genehmigungen?
Die Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum?
Leider lautet die Antwort viel zu häufig: nicht ausreichend.
Wann hört diese Aufwärtsspirale endlich auf?
Erst dann, wenn Brot und Kartoffeln zum Luxusgut werden?
Natürlich ist das zugespitzt. Aber genau diese Entwicklung muss uns Sorgen machen: Wenn sich immer mehr Menschen trotz Arbeit und trotz steigender Einkommen immer weniger leisten können, läuft etwas grundsätzlich falsch.
Nehmen wir den Mindestlohn.
Wäre es nicht sinnvoller, stärker die Bedingungen zu schaffen, unter denen Unternehmen gute Löhne aus eigener Kraft bezahlen können, statt Löhne immer stärker politisch festzulegen? Löhne entstehen letztlich auch durch Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.
Ein Blick zurück zeigt, wie stark sich die Rahmenbedingungen verändert haben. In den 1980er-Jahren gab es Phasen, in denen Baufirmen händeringend nach Aufträgen suchten, um ihre Mitarbeiter beschäftigen zu können. Heute kämpfen viele Bauunternehmen mit hohen Material- und Energiekosten, Fachkräftemangel, steigenden Lohnkosten und immer neuen Vorgaben.
Die Folge ist absehbar:
Der Wohnungsbau geht zurück – und die Mieten steigen.
Und was ist die politische Antwort?
Noch höhere Löhne.
Noch höhere Sozialleistungen.
Noch höhere Grundsicherung.
Noch höhere Sozialabgaben.
STOPPT IRGENDWANN DIESE SPIRALE?
Ja.
Aber nicht durch noch mehr Schulden und nicht dadurch, dass der Staat jedes Problem mit einer neuen Leistung, einer neuen Vorschrift oder einer neuen Abgabe zu lösen versucht.
Die Spirale stoppt erst dann, wenn wieder wirtschaftliche Vernunft in den Mittelpunkt rückt.
Wir brauchen Wachstum statt Schulden.
Wir brauchen Bürokratieabbau statt neuer Formulare.
Niedrigere und verlässliche Energiekosten statt weiterer Belastungen.
Wettbewerbsfähige Steuern statt immer neuer Abgaben.
Eine bessere Bildungspolitik statt ständig neuer Reparaturmaßnahmen.
Eine leistungsorientierte Sozialpolitik statt eines immer weiter ausufernden Transfersystems.
Konsequentes Vorgehen gegen Leistungsmissbrauch.
Investitionen in Straßen, Schienen, Brücken und digitale Infrastruktur.
Und einen öffentlichen Dienst, der durch Digitalisierung und effiziente Strukturen wieder mehr leisten kann, anstatt ständig weiter zu wachsen.
Denn eines sollte uns allen klar sein:
Ein Staat kann nicht dauerhaft mehr verteilen, als seine Bürger und Unternehmen erwirtschaften.
Wohlstand entsteht nicht dadurch, dass man Geld umverteilt. Wohlstand entsteht dort, wo Menschen investieren, Unternehmen Arbeitsplätze schaffen, Innovationen entstehen und sich Leistung wieder lohnt.
Unser Geld ist nicht deshalb weniger wert, weil wir zu wenig arbeiten.
Es ist weniger wert, wenn wir es zulassen, dass Kosten, Schulden, Abgaben und Bürokratie schneller wachsen als unsere Wirtschaft.
Deshalb brauchen wir endlich einen Kurswechsel.
Weniger Staat, wo er behindert.
Mehr Staat, wo er gebraucht wird.
Mehr Freiheit für diejenigen, die etwas leisten und aufbauen wollen.
Und vor allem: wieder mehr Vertrauen in die Menschen, die unseren Wohlstand erwirtschaften.
Sonst wird irgendwann tatsächlich aus dem Lieblingsessen auf der Speisekarte ein Luxusgut.
Und das finden wir voll daneben.