04/09/2026
Ein wichtiges Hilfsmittel bei unseren Recherchen stellen die im Stadtarchiv verwahrten Adressbücher dar.
Ihre Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert, als Steuerbeschreibungen Auskunft über Häuser und Bewohner der Stadt gaben. 1762 folgte mit der „Herdstättenbeschreibung“ ein wichtiger Vorläufer der späteren Adressbücher. Diese verzeichnete erstmals Hauseigentümer und Bewohner sortiert nach Stadtvierteln. Wichtig zu wissen: es gab noch keine Straßennamen und Hausnummern wie heute. Adressen waren damals z.B.: A 24, D 15, C 88 usw., aber darüber machen wir mal einen gesonderten Post 🤓
🏠 1867 erschien das erste „Amberger Adressbuch“. Eine Neuerung zum Vorgängerverzeichnis war die alphabetische Auflistung der Amberger Bürger.
📖 1898 kam das erste Adressbuch im heutigen Sinne: Das „Adressbuch für die kgl. bayer. Stadt Amberg“ verband Einwohner- und Häuserverzeichnisse mit Informationen zu Behörden, Handel und Gewerbe. Auch Inserate gehörten bereits fest zum Konzept.
In den folgenden Jahrzehnten wurde der Informationsgehalt immer umfangreicher. Die Adressbücher dokumentierten nicht nur Einwohner und Hauseigentümer, sondern auch Behörden, Schulen, Kirchen, Vereine, städtische Bedienstete und örtliche Vorschriften. Damit sind sie heute eine wertvolle Quelle für die Stadt- und Alltagsgeschichte Ambergs.
🔎 Eine große Änderung gab es 1925: Die Häuser wurden nun nicht mehr nach den historischen Stadtvierteln, sondern alphabetisch nach Straßennamen aufgeführt und enthielten teilweise Herkunftserklärungen.
Die Zeit des Nationalsozialismus hinterließ auch hier ihre Spuren: einige Straßen wurden nach NS-Funktionären benannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Benennungen wieder rückgängig gemacht.
📅 Bis 1979 kamen die Adressbücher regelmäßig auf den Markt. Darauf folgte eine 22-jährige Pause, bis sich schließlich von 2001 bis 2020 sechs neue Adressbücher einreihten.