17/06/2026
Stellungnahme der CDU-Fraktion Babenhausen
Rechenzentrum: Transparenz darf nicht auf der Strecke bleiben
Die Diskussion um das geplante Rechenzentrum auf dem Gelände der Aumovio GmbH (ehemals Continental) beschäftigt Politik und Bürgerschaft seit Monaten. CDU und FWB haben sich bereits im Frühjahr dafür eingesetzt, die Entscheidung über das Projekt auf eine fundierte Grundlage zu stellen und offene Fragen vor einer endgültigen Beschlussfassung zu klären.
Zeit für Klärung geschaffen – Informationen bleiben aus:
Mit ihrem gemeinsamen Änderungsantrag erreichten CDU und FWB, dass zunächst weitere Informationen eingeholt und die Interessen der Stadt gegenüber dem Investor klar definiert werden sollten. Ziel war es, sowohl den Bürgerinnen und Bürgern als auch den beteiligten Unternehmen Planungssicherheit zu geben und die Chancen des Projekts umfassend zu bewerten.
„Wir haben damals bewusst einen klaren Zeitplan für die weiteren Beratungen beschlossen, um allen Beteiligten – den Bürgerinnen und Bürgern, der Stadt, dem Investor und Aumovio – Verlässlichkeit zu bieten“, erklärt Frank Zick, Bürgermeisterkandidat sowie Mitglied des Ortsbeirats und des Haupt- und Finanzausschusses.
Umso kritischer bewertet die CDU-Fraktion, dass seitdem kaum Informationen aus dem Rathaus geflossen sind. Vereinbarte Berichtszeitpunkte wurden nicht eingehalten, Magistrat und Stadtverordnete wurden bislang nicht über den Stand der Gespräche informiert.
„Bei einem Projekt dieser Größenordnung sind Transparenz und eine kontinuierliche Information der politischen Gremien unverzichtbar. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie die Verhandlungen voranschreiten und welche Vorteile für Babenhausen erreicht werden können“, so Zick.
Konstruktive Vorschläge liegen auf dem Tisch:
Zwischenzeitlich haben CDU und FWB dem Bürgermeister ein gemeinsames Eckpunktepapier übermittelt. Darin werden konkrete Anforderungen formuliert, die aus Sicht beider Fraktionen die Interessen Babenhausens bestmöglich sichern sollen.
Dazu gehören unter anderem die Nutzung alternativer Wasserkonzepte für die Kühlung, verbindliche Aussagen zur Energieversorgung und zum Einsatz erneuerbarer Energien sowie die sinnvolle Nutzung entstehender Abwärme. Ebenso werden angemessene Beiträge zur kommunalen Infrastruktur und belastbare Aussagen zu möglichen Lärmemissionen erwartet.
Die CDU betont dabei ausdrücklich, dass moderne Rechenzentren einen wichtigen Bestandteil der digitalen Infrastruktur darstellen und erhebliche Investitionen für einen Standort bedeuten können. Gerade deshalb sei eine offene und sachliche Diskussion über Chancen und Rahmenbedingungen notwendig.
Bürgermeister muss Verhandlungsstand offenlegen:
Die CDU-Fraktion erwartet nun, dass der Bürgermeister zeitnah darlegt, mit welchen Forderungen er gegenüber dem Investor Stack Infrastructure in die Gespräche gegangen ist und in welchem Umfang die Vorschläge der Fraktionen berücksichtigt wurden.
„Wir erwarten noch vor Beginn der nächsten Sitzungswoche konkrete Informationen über den Stand der Verhandlungen. Nur auf dieser Grundlage können die politischen Gremien ihre Verantwortung wahrnehmen und eine fundierte Entscheidung treffen“, fordert Frank Zick.
Für die CDU bleibt dabei eine zentrale Frage maßgeblich: „Welchen konkreten Mehrwert bringt das Projekt für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Stadt Babenhausen? Unser Ziel ist, dass sowohl die Menschen vor Ort als auch die beteiligten Unternehmen von einer erfolgreichen Entwicklung profitieren.“
Unterstützung für Aumovio und den Standort Babenhausen:
Die CDU-Fraktion steht weiterhin im Austausch mit der Firma Aumovio und unterstützt deren Bemühungen, den Standort Babenhausen nachhaltig weiterzuentwickeln.
„Uns ist wichtig, Aumovio bei der Sicherung der geplanten Arbeitsplätze und bei der erfolgreichen Entwicklung der nicht mehr benötigten Flächen zu begleiten. Das Unternehmen leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag für den Standort Babenhausen. Jede zukunftsfähige Lösung, die Arbeitsplätze sichert und neue Investitionen ermöglicht, verdient eine faire und konstruktive Begleitung“, erklärt Frank Zick.
Die CDU sieht in der möglichen Ansiedlung des Rechenzentrums grundsätzlich eine Chance für den Standort, erwartet jedoch vom Bürgermeister eine deutlich aktivere Informationspolitik und eine transparente Einbindung der politischen Gremien und der Öffentlichkeit.