Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

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Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost Eine jüdische Organisation, die sich für Frieden und Gerechtigkeit in Nahost einsetzt Alle Menschen sind gleich an Rechten geboren. V.

Selbstverständnis

Wir, Frauen und Männer jüdischer Herkunft in Deutschland, haben uns vereinigt, um sichtbar zu machen, dass wir aus den historischen Erfahrungen unserer Vorfahren um die Entwürdigung und den Schmerz wissen, die Menschen zugefügt werden, wenn sie systematisch ausgegrenzt und entrechtet werden. Es darf sich kein Volk über ein anderes Volk und kein Mensch über einen anderen Men

schen erheben. Unsere Vereinigung mit dem Namen Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost – EJJP Deutschland e. (im Folgenden Jüdischen Stimme) wurde im Jahre 2003 in Berlin ins Leben gerufen und im Jahre 2007 in einen gemeinnütziger Verein überführt. Sie ist die deutsche Sektion der im Jahre 2002 in Amsterdam gegründeten Föderation, „European Jews for a Just Peace“. Die „Erklärung von Amsterdam“ (Amsterdam Declaration), auf die sich Vertreter und Vertreterinnen von 18 Friedensorganisationen aus neun Ländern Europas bei der Gründungsversammlung verständigten, ist neben dem vorliegenden Selbstverständnis und der in Berlin beschlossenen und gerichtlich bestätigten Vereinssatzung die Basis auch für die Arbeit der Jüdischen Stimme in Deutschland. Die Jüdische Stimme verurteilt die seit 1967 andauernde Besetzung der Westbank einschließlich Ostjerusalems sowie die Abtrennung des Gazastreifens von den übrigen Gebieten Palästinas durch den israelischen Staat als einen nicht hinnehmbaren Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen, gegen das Völkerrecht und gegen alle Beschlüsse der Vereinten Nationen dazu. Die tagtägliche Besetzungspraxis greift in alle Lebensbereiche des palästinensischen Volkes in den besetzten Gebieten ein und hat nachhaltig zerstörerische Wirkung. Die Gründung einer deutschen Sektion des EJJP ist durch den Entschluss ihrer Mitglieder motiviert, gemeinsam mit Juden und Jüdinnen in Europa, auch hierzulande öffentlich allen zu widersprechen, die in Israel und anderswo vorgeben, die Besatzung und Besiedlung von Gebieten außerhalb der international anerkannten Grenzen Israels geschehe zum Schutz, im Namen und im Interesse aller Juden und Jüdinnen der Welt. Wichtigster Adressat unseres Wirkens ist die bundesdeutsche Öffentlichkeit und Regierung. Wir erwarten von der deutschen Regierung, dass sie ihr ökonomisches und politisches Gewicht für Gerechtigkeit und Frieden im Nahen Osten fruchtbar macht und damit zum Wohle aller dort lebenden Völker beiträgt. Die Mitglieder und Freunde der Jüdischen Stimme sind sich der Asymmetrie bewusst, die zwischen der strukturellen Gewalt besteht, die von der Regierung und den Militärorganen des israelischen Staats in den besetzten Gebieten ausgeübt wird und demgegenüber den Gewaltformen, die von den nicht staatlichen Organisationen und Individuen in Palästina ausgehen. Alle geschichtliche Erfahrung zeigt, dass vergleichbar asymmetrische und inhumane Dominanzverhältnisse einen widerständigen Untergrund produzieren, der militärisch nicht besiegbar ist. Das Existenzrecht des Staates Israel wird erst dann zur unangefochtenen und nicht gefährdeten Selbstverständlichkeit werden, wenn seine Regierung versteht, dass dasselbe Existenzrecht und ein Leben in Frieden und Würde auch für den benachbarten palästinensischen Staat und seine Bevölkerung unverzichtbar sind. Gewalt jeder Art gegen Zivilisten wird von der Jüdischen Stimme moralisch und politisch verurteilt. Indem die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden im Nahen Osten eintritt, widersetzt sie sich der Ausgrenzung der Palästinenser und Palästinenserinnen durch die israelische Regierung in den seit 1967 okkupierten Gebieten. Den Vorwurf, dass die Verurteilung der Besatzungspolitik der israelischen Regierung per se antisemitisch sei, weist sie als unhaltbar zurück. Vor dem Hintergrund der in Deutschland und seinen Nachbarländern zu verzeichnenden Zunahme von Antisemitismus, Anti-Islamismus, Rassismus allgemein sowie anderer Formen der sozialen und politischen Ausgrenzung sind sich die Mitglieder und Freunde der Jüdischen Stimme darüber einig: Allein entschlossener Widerstand gegen alle Ausprägungen der Herabstufung und Verachtung von Menschen vermag diesen Erscheinungen die Grundlagen zu entziehen. In Deutschland gilt es jedoch klar zu sagen: Positionen, hinter denen sich antisemitische Einstellungen verbergen, sind mit dem Anliegen der Jüdischen Stimme unvereinbar. In inneren politischen Gesprächen ebenso wie im Zusammengehen mit anderen Organisationen und Gruppen wird stets zu berücksichtigen sein, dass einzelne Mitglieder und Freunde der Jüdischen Stimme selbst Diskriminierung erlebt haben oder erleben.

Tony Blair, der Mann, der an nicht wenigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt war, wie dem verabscheuungswürd...
03/09/2026

Tony Blair, der Mann, der an nicht wenigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt war, wie dem verabscheuungswürdigen Krieg und der Tötung einer halben Million Menschen im Irak, ist einer der geeignetsten Menschen, um an Donald Trumps „Board of Peace“ für Gaza teilzunehmen. Dies ist das Forum, das weiterhin am Völkermord in Gaza teilnimmt und ihn auf das Westjordanland ausweitet. Die Gesandten dieser Länder kaufen nicht nur Zeit, in der noch viele Palästinenser:innen, Libanes:innen und etwas weniger Israelis-Juden sterben werden, sie verursachen diesen Tod tatsächlich.

So wie Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen hatte, die einen unnötigen Krieg ermöglichten (weil „ein zweiter Holocaust! Er wird die Juden in Israel, die dem Nazi-Holocaust entkommen sind, mit Gas ermorden“), so ist der Iran eine existenzielle Bedrohung für Israel („wegen des Holocaust, und er wird Israel von der Landkarte tilgen, nachdem die Juden den Nazi-Holocaust überlebt haben“) und so wie die Hamas eine existenzielle Bedrohung für Israel wäre (wiederum auf eine eher high-tech-artige Weise: „Holocaust 2.0, weil die armen Juden, die ewige Opfer in Israel, endgültig vernichtet werden“).

Jetzt wird er geschickt, um von der Palästinensischen Autonomiebehörde, die sowieso eine winzige Gruppe reicher Palästinenser ist, deren Aufgabe es ist, für die geordnete Vertreibung und Vernichtung der Palästinenser zu sorgen, einen weiteren Schritt in diese Richtung zu verlangen: Wenn sie von diesem fragwürdigen „Board of Peace“ ernstgenommen werden wollen, müssen sie das Wort Palästina löschen.

Wie der Kommentator Trita Persi sagte:
Die Palästinenser werden aufgefordert, Selbst-Völkermord zu begehen.

Das erspart den westlichen Ländern die Notwendigkeit, dies weiterhin mit gewalttätigeren Mitteln zu tun.

Blair bestreitet es, aber sein Lebenslauf spricht eine andere Sprache.

Links in den Kommentaren

Die Autorin Natascha Wodin, Tochter ukrainischer und russischer Eltern, schreibt in einem offenen Brief an den FAZ-Journ...
02/09/2026

Die Autorin Natascha Wodin, Tochter ukrainischer und russischer Eltern, schreibt in einem offenen Brief an den FAZ-Journalisten, Mertens,, der die Logik verinnerlicht hat, die Israel Deutschland ermöglicht wieder aufzugreifen: die Logik der Vernichtung. Alles, was einer stört und einem im Weg steht, wirst du beseitigen. Man kann mit Ausgrenzung, Ausladungen und Vertreibungen beginnen und dann zur physischen Vernichtung übergehen. Wodin bezieht sich darauf am Anfang ihres Briefes: Ben-Gvirs Aussage, dass Israel täglich 30–40 Palästinenser in Gaza töten müsse, beschreibt, was Israel bereits tut. Israel ist auf dieser Logik errichtet – die Nakba ist ihre Manifestation – und handelt seither danach, mal unter dem Deckmantel eines „Friedensprozesses“, der zum „Konfliktmanagement“ wurde, mal offen in Form von Völkermord.

Diese Logik setzt Deutschland durch Waffenlieferungen an Israel um, mit denen es die Zerstörung betreibt, und sie führt diese Logik auch in der Politik gegenüber Russland fort, die uns mit Atomwaffen in einen (Welt?)krieg stürzen könnte. Die Drohnen auf dem Flughafen in Leipzig? Russland. Welches „Waffenlager“ mit zwei Gewehren in Brandenburg? Natürlich Russland. Zwei Regierungsämter in Berlin wurden gehackt? Sicherlich Russland. Schäden an der Strominfrastruktur? Früher die Linke, als es noch nötig war, jetzt Russland. Manchmal ist es auch der Iran oder „Islamisten“ oder die Hamas. Beweise? Keine. Es gibt Anschuldigungen, und „Politiker der Grünen“ oder irgendeine andere Kriegspartei sagen, dass „die Vorfürfe mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffen“.

Inzwischen blasen die Medien diese Spekulationen auf, stellen keine kritischen Fragen, recherchieren nicht und fordern keine Beweise, und gleichzeitig veranstalten sie Panels und Diskussionen darüber, dass wir in „postfaktischen“ Zeiten leben, wofür natürlich die sozialen Medien verantwortlich sind. Die sozialen Medien sind die Russen/Islamisten/Hamas der Medien.

Wenn es etwas gibt, das wir aus dem Verhalten Deutschlands mit Sicherheit wissen, dann ist es, dass es eine Eskalation betreibt, ohne jede faktische Grundlage. Eskalation in Israel-Palästina durch Waffenlieferungen und Eskalation gegenüber Russland, begleitet von Reden von Politikern mit viel Testosteron, das umgekehrt proportional zur Größe der deutschen Armee und ihrer Fähigkeiten steigt. Diplomatie- out, Krieg - in. Das Leben der Menschen in Palästina-Israel, Jemen, Libanon, Syrien, Iran, Ukraine, Russland oder hier - egal.

Wir können diesen Satz von Natascha Wodin unterschreiben:

"... die katastrophale Entwicklung dieses Krieges hat dazu geführt, dass ich mich inzwischen mehr als vor Putin vor Donald Trump und vor einigen deutschen Politikern fürchte. Und vor Journalisten wie Ihnen."

Die Schriftstellerin bezieht Stellung zur Aussage der „Tötung von Russen“. Wodin zeigt, dass die Russophobie nach 1945 weiter schwelte und nun neu aufbricht.

"The Campaign Against UNRWA in Germany“Tuesday, September 8th, 20266:00-7:30 pm (CEST)Zoom Link (no registration needed)...
01/09/2026

"The Campaign Against UNRWA in Germany“
Tuesday, September 8th, 2026
6:00-7:30 pm (CEST)

Zoom Link (no registration needed): https://eu01web.zoom.us/j/64879879533
Meeting-ID: 648 7987 9533
Schnelleinwahl mobil
+496950500952,,64879879533 # Deutschland
+496950502596,,64879879533 # Deutschland

In a joint online event organized by dis:orient and the Network for Critical Communication Studies, Alon Sahar will present his study, “The Campaign Against UNRWA and the Palestinian Right of Return in Germany: Pro-Israel Actors, Narratives, and their Political Resonance,” published in July 2026. Gil Shohat, Director of the Rosa Luxemburg Foundation’s Israel Office, writes about it: "This study, commissioned by the Rosa Luxemburg Foundation, provides a systematic insight into the advocacy work of pro-Israel political actors in the USA, Germany, and Israel for the first time. It's central concern is the political campaign against the United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA), which has existed since 1949. The study traces the strategies and argumentative patterns used to discredit UNRWA and its work within the German political landscape, with the medium term aim of ending the agency's funding. Using this case as an example, the study makes an important contribution to a fact-based and systematic understanding of the working methods as well as the personal and political networks of pro-Israel organizations. It becomes clear how these actors influence political, social, and media debates in Germany, and what impact they have had on decisions made by governments and parliaments regarding Israel-Palestine policy.“

About Alon Sahar: Alon is a German-Israeli independent researcher, strategic consultant, and filmmaker. His analyses and commentaries have been published in leading international media outlets, including Der Spiegel, EUobserver, The Jerusalem Post, and Verfassungsblog. He has collaborated on research projects with Breaking the Silence and B'Tselem and is the founding editor of the Staatsräson Monitor.

The event will be hosted by archeologist and islamic studies researcher Henriette Raddatz from dis:orient and media and communications scholar Sevda Can Arslan from KriKoWi.

Link im 1. Kommentar

Nachdem der deutsche Inlandsgeheimdienst begonnen hatte, viele Organisationen zu beobachten, deren einziges Vergehen dar...
31/08/2026

Nachdem der deutsche Inlandsgeheimdienst begonnen hatte, viele Organisationen zu beobachten, deren einziges Vergehen darin bestand, sich für Minderheitenrechte einzusetzen – insbesondere für Muslime (einige von ihnen, wie "Muslimische Jugend in Deutschland e.V.", erreichten einen juristischen Sieg dagegen, Link in den Kommentaren) – ging der Dienst dazu über, auch pro-palästinensische und jüdische Organisationen wie unsere zu verfolgen.

Und alles läuft nach Vorschrift:
Nun geht dieser Dienst weiter. Wenn es um den Serienmord an denselben Muslimen und Menschen geht, die dafür gehalten werden, durch eine Untergrundorganisation von N***s, dann verschwinden sich die Archiven.

Die neue Reform (ja, ein weiterer Versuch einer drakonischen Gesetzgebung) wird seine Befugnisse erweitern, und es wird nun möglich sein, fast jede Organisation und in fast jedem Beruf abzuhören und Daten zu manipulieren. Nur MdBs, Journalist:innen, Rechtsanwält:innen und Seelsorger:innen dürfen nicht abgehört werden. Aber Ärzt:innen und Psychotheraeut:innen – bei denen die ärztliche Schweigepflicht die Voraussetzung für ihre Arbeit ist – sind Abhörmaßnahmen ausgesetzt.

Nach dem Mauerfall gab es nicht wenige Patienten aus der ehemaligen DDR, die Therapeuten aus dem Westen suchten, weil sie Angst vor Abhöraktionen hatten bzw. zu misstrauisch waren . Damals erschien die Stasi wie das Schrecklichste – heute könnte man sich danach zurücksehnen. Der Staat weiß heute innerhalb weniger Minuten über jeden von uns weit mehr, als die DDR über Menschen wusste, deren Daten sie über Jahre gesammelt hatte.

Gruppentherapien waren in der DDR viel verbreiteter und erlaubter als Einzeltherapien, weil man so kontrollieren konnte, was gesagt wurde (und man kann natürlich – und es gibt dazu Fachliteratur – fragen, inwieweit eine Behandlung unter nicht-demokratischen Bedingungen überhaupt möglich ist und wie wirksam solche Therapien sind. In der Tschechoslowakei zum Beispiel ging die Psychoanalyse in den Untergrund, und wenn es Fälle von sexuellem Missbrauch von Patientinnen gab, konnten Kollegen, die davon wussten, es nicht nach außen tragen, weil der Staat es sonst erfahren hätte. Das ist nur ein Beispiel von vielen.)

Jetzt – wenn das Gesetz verabschiedet wird – können sich Menschen, die aus Syrien oder dem Iran oder einer der Diktaturen kommen, die die USA am Leben erhalten, wie Marokko oder Ägypten, wie zu Hause fühlen. Der Staat (über die Polizei zum Beispiel) hörte nicht nur den Berliner Auftritt eines Komikers wie Bassem Youssef ab, der das westliche Publikum auslachte und ihm erzählte, wie dieMigranten aus dem Nahen Osten den Nahen Osten nach Europa bringen. Das passiert tatsächlich:

Der deutsche Geheimdienst wird erfahren können, wer eine Krankheit hat, für die man sich schämt, und diese Person erpressen können; wer eine Tochter hat, die Dialyse braucht, und sie im Gegenzug für Behandlung erpressen kann; sie werden in der Lage sein, jeden, den sie wollen, durch Manipulation von Labortestergebnissen wegen Drogenkonsums zu belasten? die Krankenakte eines jeden lesen zu können?

Unsere Empfehlung in jedem Fal (unabhängig von dieser "Reform"):

Lehnt die elektronische Patientenakte ab, dann weiß man so wenig wie möglich über Euch. Die Krankenkassen ermöglichen es, diese Option mit einem Klick abzulehnen. Und wenn ihr eine Psychotherapie macht, vereinbart mit euren Therapeuten, dass nichts davon elektronisch dokumentiert wird, sondern nur auf Papier. Am besten geht ihr zu Therapeuten, die sich weigern, überhaupt mit dem elektronischen System (Telematik) zu arbeiten und bereit sind, dafür eine Geldstrafe aus ihrem Gehalt zu zahlen.

So sind wir besser geschützt.

Jetzt innn.it-Petition unterschreiben & Anna Heichen, Anna Heichen unterstützen!

Amira Hass schreibt in einem ausgezeichneten Artikel über die Realität und die Zukunft in Israel-Palästina.Es ist kein Z...
31/08/2026

Amira Hass schreibt in einem ausgezeichneten Artikel über die Realität und die Zukunft in Israel-Palästina.

Es ist kein Zufall, dass die deutsche Regierung zusammen mit einigen anderen europäischen Regierungen mahnende Briefe an Israel schickt, wegen des Baus weiterer Kolonien im Westjordanland, und sie beginnen wieder von einer "Zwei-Staaten-Lösung" zu sprechen. Wenn diese Regierungen das jetzt tun, ist das nicht einmal Symbolpolitik.
Die Zerstörungsmission in Gaza wird in diesen Momenten vollendet, und so kann man sie leugnen, während Israel voranschreitet, um dasselbe im Westjordanland zu tun, wo es Hunderttausende von bewaffneten jüdischen Kolonisatoren gibt, in Uniform oder ohne.

In Israel, das sich immer noch in einem psychotischen Zustand befindet, ist die Bevölkerung in Euphorie. Die Rechten sind ohnehin in Ekstase, weil sie sich "in einer Zeit des Wunders" wähnen und glauben, dass Gott ihnen die Gelegenheit gegeben hat, das "Land zu erlösen", und bei den Überresten dessen, was einmal die Linke oder linkszionistisch war (also solche, die eine rechte Politik betrieben, aber mit einem menschlicheren und "demokratischeren" Anstrich), gibt es einen Wandel von tiefer Depression zu Euphorie im Hinblick auf die kommenden Wahlen – als ob der jeweilige General irgendetwas ändern würde. Sie sprechen nicht einmal über irgendeinen imaginären "Friedensplan" und müssen dem nicht einmal Lippenbekenntnisse zollen. Das Ziel ist es, die "Bosheitsregierung" loszuwerden, als ob das Problem Netanjahu, Ben-Gvir oder "die Siedler" wären, und nicht die Armee, von der alle Kinder, Partner und Eltern ein Teil sind.

Die Karikatur, die den Artikel in "Haaretz" auf Hebräisch begleitet: Der Soldat, der den die palästinensische Flüchtlingsfamilie anhält, fragt: "Wohin geht's?" Und sie antworten: "Indonesien."..........................................

"Gadi Eizenkots (Ex-General und der Herausforderer von Netanyahu) Haltung zu einem palästinensischen Staat ist irrelevant. Heute steht nicht eine „politische Lösung“ auf dem Tisch, sondern die bloße Existenz des palästinensischen Volkes zwischen dem Jordan und dem Meer. Die jüdischen Kräfte, die darauf abzielen, ihn „verschwinden zu lassen“, kennen keine Grenzen und keine Hemmungen. Ihre Anhänger sind zu zahlreich, als dass wir uns allein auf die Standhaftigkeit und die Ausdauer dieses Volkes verlassen könnten, das bereits Erfahrung mit Vertreibungsplänen hat, die Israel bereits gegen es umgesetzt hat.

Die Welt sieht tatenlos zu. Die Linke ist winzig, schwach und heiser vor lauter Warnungen. Die „LNB“-Opposition ("Ledigliche Nicht Bibi") schwankt zwischen Verharmlosung der Gefahr, Gleichgültigkeit und Unterstützung der Vertreibung. Die vereinzelten Verurteilungen – vor allem, weil der US-Botschafter etwas getwittert hat – sind so sinnlos wie das Tragen eines Siebs an einem regnerischen Tag. Die jüdischen Milizen greifen schließlich ständig und überall an, nicht nur in Qusra.

Die Debatte über einen Staat, zwei Staaten oder eine Föderation ist theoretischer denn je. Für eine einvernehmliche Lösung muss man das Problem anerkennen und sich darüber einig sein, worin es besteht. Zu viele Juden in Israel wurden dazu gebracht zu glauben, das Problem bestehe darin, dass in diesem Land Palästinenser leben, die über Wurzeln, eine historische und wirtschaftliche Kontinuität, kulturelles Kapital und materiellen Besitz, ein reiches landwirtschaftliches Erbe und Liebe zum Vaterland verfügen. „Auslöschung“ ist die Schreckenslösung, die tagtäglich geschrieben wird. Gesetze in der Knesset, Erklärungen von Politikern, militärische Befehle, Schulbücher und die „heiligen“ Immobilienbestände in Gaza, im Westjordanland und im Negev – alle zusammen und jeder für sich treiben diese „Lösung“ eifrig und ohne Furcht vor den Nichtjuden voran.

Die israelische Politik zielt darauf ab, den Palästinensern das Leben so unerträglich zu machen, dass Auswanderung als freier Wille definiert wird. In Israel selbst lassen die Behörden arabische kriminelle Organisationen ungestört, sich zu bewaffnen und palästinensische Zivilisten in ihren Häusern zu töten. Im Westjordanland gewähren dieselben israelischen Behörden den „Gottes-Truppen" freie Hand, sich zu bewaffnen, zu töten und zu vertreiben, während die offizielle Armee Tag und Nacht ihre Razzien fortsetzt. Im zerstörten und durstigen Gaza fördern die Regierung und die Armee bewaffnete Milizen aus kriminellen Kollaborateuren, und unsere Piloten feuern weiterhin Rache- und Vergeltungsraketen ab, die das Leben weiterer Kinder fordern. All diese testosterongeladenen Eskapaden hängen miteinander zusammen.

Gleichzeitig zerstört Israel die Existenzgrundlagen der Palästinenser oder beschränkt sie auf ein Minimum. In Gaza ist die Mission vollendet. Eine halb tote Bevölkerung, die auf Almosen angewiesen ist – zwei Millionen Menschen mit etwa 74.000 frischen Gräbern, Familien und Erinnerungen, Talente und Berufe sowie Ersparnisse, die sich in Luft aufgelöst haben –, drängt sich auf etwa 150 Quadratkilometern verwüsteten Landes. Kreativität, Einfallsreichtum und gegenseitige Hilfe verblassen angesichts der Zerstörung und des israelischen Verbots, den Wiederaufbau voranzutreiben und sich zu erholen.

Im Westjordanland zieht sich die finanzielle Schlinge des Finanzministeriums immer enger um den Hals von rund drei Millionen Menschen und der Palästinensischen Autonomiebehörde. Die systematische Plünderung der Einnahmen gesellt sich zu den Zerstörungskampagnen der Armee in den Städten und Lagern sowie zu den übrigen Methoden, die die Palästinenser daran hindern, ihr Land zu bewirtschaften und zu erschließen: Kontrollpunkte, bürokratische Verbote, Zäune und jüdische Hirten. Und in Israel selbst war und ist die „Judaisierung“ des Galiläa und des Negev ein Codewort für den Raub von Land und Ressourcen der palästinensischen Bürger Israels. Ihre Diskriminierung bei Zuteilungen, Subventionen und Arbeit, Bauverbote und Abrissmaßnahmen spielen seit jeher auch in der offiziellen Politik innerhalb der Grünen Linie eine zentrale Rolle.

Wir wiederholen: Die bloße Existenz des palästinensischen Volkes zwischen dem Meer und dem Fluss ist heute in Gefahr. Es gibt zu viele aktive Faktoren, die diese Gefahr hervorrufen: die militärische Macht und die Fähigkeiten Israels; der Kult des Militärdienstes unter allen Umständen und unter jeder Regierung; Gehorsam als Wert; Waffen und Militärangriffe als Standardlösung; die Normalisierung von Posttraumatischen Belastungsstörungen und Selbstmorden unter Soldaten; die Verlockungen einer militärischen Karriere und die Türen, die sie öffnet; die Verlockungen einer Villa in Mizpe (einer Siedlung auf dem Berg, A.d.R.) im Galil oder in einem Siedlungsvorort im Samaria zum Preis einer Sozialwohnung; die Lügen der offiziellen und inoffiziellen Propaganda; die Gleichgültigkeit gegenüber der Hölle auf Erden, die Israel im Gazastreifen geschaffen hat; die Leugnung von 60 Jahren Besatzung und erzwungener Herrschaft; die pawlowsche Antwort: „Aber der 7. Oktober“; die Synergie zwischen Armee, Regierung und Rabbinern mit den kippatragenden Milizen; die Gleichgültigkeit gegenüber der Zerstörung des Libanon; das Ignorieren der Besetzung weiterer Teile Syriens; die Normalisierung des Diskurses über Vertreibung; das von säkularem und religiösem Rassismus durchdrungene Justiz- und Bildungssystem sowie die Gefängniswärter, die auf Befehl und aus eigenem Antrieb Tausende palästinensischer Häftlinge misshandeln.

Diese und ähnliche Faktoren schaffen in der israelisch-jüdischen Gesellschaft gemeinsam die materielle, ideologische und mentale Grundlage für eine weitere Massenvertreibung von Palästinensern und das, was damit stets einhergeht: Massenmord. Die Anführer der Milizen im Westjordanland erklären offen, dass die Vertreibung ihr Ziel ist. Sie erkennen sehr wohl die Bereitschaft großer Teile der israelisch-jüdischen Gesellschaft, aktiv und passiv, indirekt und direkt an deren Verwirklichung mitzuwirken. Mit ihren täglichen Provokationen und Verbrechen, die sie am helllichten Tag begehen – und die ohne institutionelle Unterstützung nicht möglich wären –, drängen die Milizen ständig auf eine palästinensische Wut- und Rachereaktion, die „erfolgreich“ sein und als Zündfunke für einen neuen Heiligen Krieg dienen soll. Die jüdischen Milizen und die rechten Organisationen, die sie nähren, stützen sich auf eine breite Mobilisierung – einschließlich der Parteivorsitzenden, Wähler und Anhänger von „Yashar“ und „Demokraten“ (neue Parteien der ehemaligen herrschenden Ashkenasi Elite und Wähler, etwa wie die Reste der SPD und Grüne, A.d.R.)– für einen Krieg, den man bereits als „ein Volk, eine Armee, ein von Arabern bereinigten Land“ bezeichnen kann."

עמדתו של גדי איזנקוט לגבי מדינה פלסטינית אינה רלוונטית. לא "פתרון מדיני" מונח היום על כף המאזניים, אלא עצם הקיום של העם הפלסטיני בין הירדן לים. לכוחות היהודיים

30/08/2026
Es ist immer wieder erfreulich – angesichts des Völkermords, den Israel weiterhin begeht, und des damit verbundenen Böse...
30/08/2026

Es ist immer wieder erfreulich – angesichts des Völkermords, den Israel weiterhin begeht, und des damit verbundenen Bösen sowie der deutschen Politik, die dies unterstützt –, weitere unbekannte Gesichter einer Jüdin zu sehen, die sich dagegen ausspricht. Wir fühlen uns weniger allein.
Emmi Stiegler spricht aus, was viele von uns erleben: Jüdin in Deutschland zu sein bedeutet, von weißen Deutschen instrumentalisiert zu werden.
Manchmal brauchen sie uns als Zionisten und als diejenigen, die die Idealisierung Israels und die Tatsache, dass Deutschland wieder gut geworden ist, aufrechterhalten (ganz gleich, wie hoch die Zustimmungswerte für Parteien sind, die eine völkerrechtswidrige, nationalistische und militaristische Politik betreiben).
Manchmal brauchen sie uns als „Islamisten, die die Hamas/Hisbollah/die Muslimbrüder/die nächste Bewegung, die entstehen wird/was auch immer“ unterstützen.
Und manchmal brauchen sie uns für den Gleichschaltungsprozess in der Kunstszene, der Wissenschaft oder bei jeder Form von Widerstand gegen die aktuelle Politik.

Im besten Fall wird immer in unserem Namen gesprochen (und angeblich unsere Rechte verteidigt, die Rechte der Frauen in Gaza/Afghanistan oder an jedem anderen Ort, dessen Bombardierung sie unterstützen). Dann existieren wir sozusagen, die unerwünschten Juden der Republik. Im weniger guten Fall werden wir ausgelöscht, und wir existieren nur als diejenigen, denen es verboten ist zu existieren.
Jude oder Jüdin im heutigen Deutschland zu sein, bedeutet, in den Köpfen der Bio-Deutschen zu existieren. Wir haben eine Rolle (und ja, das schließt auch einige der Kommentatoren hier ein, die uns auffordern, in Israel zu wählen oder dort die Regierung zu wechseln, als ob wir das könnten. Oder sie fordern von uns, keine Kritik zu üben, sondern politische Friedenskonzepte zu entwickeln, als wären wir das deutsche Außenministerium).

Als Jüdin oder Jude in Deutschland schlüpfst du immer in die Rolle des „verängstigten jüdischen Studenten“, der „Jüdin, die nach Deutschland zurückgekehrt ist“ (auch wenn deine Großeltern irakische Juden sind), der „Jüdin, die Israel hasst“ (und dann entsprichst du auch noch dem Stereotyp der Hexenfrau und der allmächtigen Jüdin, die man beseitigen muss, weil sie so gefährlich ist), „der gute Jude“ (ein Freund von Robert Habeck, der sich mit ihm fotografieren lässt, um für den Krieg zu werben, und sich wundert, dass man ihn kein Robert-Habeck-Lied spielen lässt).

Heute in Deutschland Jude zu sein, ist eine unmögliche Aufgabe.

Aus diesem Grund spricht sie auch als Jüdin und lehnt die Politik Israels und Deutschlands ab. Wer also sagt: „Seht ihr, auch sie nutzt ihre jüdische Identität“, der hat Recht.
Im aktuellen Klima in Deutschland, in dem das „Jüdische“ eine Rolle spielt, müssen wir als Juden uns dagegen wehren. Und wir können uns nur dagegen wehren, indem wir …als Juden und Jüdinnen gegen die zionistische Politik sprechen.

Da dies für viele Bio-Deutsche unerträglich ist, leugnen sie unser Judentum (denn ein echter Jude ist in ihrem Kopfkino ein Zionist), bezeichnen uns als „vorgebliche Juden“ (Michael Blume, Beauftragter für Antisemitismusbekämpfung und jüdisches Leben, ein deutscher Protestant, der für die Regierung arbeitet, damit alle denken, dass "der Jude" eine definierte Rolle hat) – oder diese leugnen. Wenn sie unsere jüdische Identität nicht direkt leugnen, diese und psychologisieren sie („Selbsthass“, „Autoantisemitismus“), genau wie ihre antisemitischen Großeltern.

Es gibt keinen Ausweg aus dieser deutsch-institutionellen Pathologie. Deshalb ist es gut, dass sie sich dagegen ausspricht.

Link im 1. Kommentar

Ein weiterer Weg, wie Israel Palästinenser foltert und ihr Leben zerstört. Auf dem Weg über behandelbare Krankheiten wie...
29/08/2026

Ein weiterer Weg, wie Israel Palästinenser foltert und ihr Leben zerstört. Auf dem Weg über behandelbare Krankheiten wie Krätze, die ein Jugendlicher, den man ohnehin nicht hätte anfassen dürfen, im israelischen Gefängnis bekommt. All dies unter der Aufsicht der "einzigen Demokratie im Nahen Osten" – mit Richterin Daphna Barak-Erez zum Beispiel, die regelmäßig zu Vorträgen über "Rechtssicherheit unter Terrorbedrohung" oder ähnliche euphamistische Titel eingeladen wird, die es ihr erlauben, Karriere aus dieser Grausamkeit zu schlagen – und zwar von der Humboldt-Universität zu Berlin.

Gideon Levy schreibt:

"An seinem 16. Geburtstag wurde Mohammad Sliman das Bein oberhalb des Knies amputiert. Das war am 13. August, vor etwa zwei Wochen, aber es ist fraglich, ob der Junge das weiß. Er liegt auf der Intensivstation der Abteilung für Herz- und Thoraxchirurgie im Krankenhaus "Shaare Zedek" ("Tore der Gerechtigkeit" auf Hebräisch. A.d.R.) in Jerusalem und sein Blick ist zur Decke gerichtet. Er reagiert kaum und kommuniziert kaum mit seiner Umgebung. Am Montag dieser Woche wurde er vom Beatmungsgerät befreit, und seitdem hat sich sein Zustand verbessert; am Wochenende wird er wahrscheinlich auf eine normale Station verlegt werden.

Am vergangenen Freitag unterzog er sich einer langwierigen offenen Herzoperation, der zweiten Operation zum Austausch seiner Herzklappe, die aufgrund einer Krätze-Erkrankung (Skabies), die er im Gefängnis bekam, infiziert war. Weil diese Hautkrankheit dort nicht angemessen behandelt wurde, breitete sich die Infektion in seinem gesamten Körper aus, zuerst im Harntrakt, dann im Herzen, im Bein und wahrscheinlich auch im Gehirn, und es besteht die Gefahr von Langzeitschäden. Seine Zukunft ist ungewiss.

Die ersten Wochen im Krankenhaus verbrachte er gefesselt an drei Gliedmaßen, mit vier Wärtern, die ihn bewachten. Selbst als er nach einer rapiden Verschlechterung seines Zustandes in den Operationssaal gebracht wurde, war er gefesselt. Auch als er betäubt und beatmet wurde, war er angekettet, und seinen Eltern wurde der Besuch untersagt. Als die Ärzte der Abteilung, in der er hospitalisiert ist, seine Eltern über seinen Zustand informierten, zeigte sich der Israelische Gefängnisdienst (IPS) empört und rügte die Krankenhausleitung. Erst als der Fall vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt wurde, teilte der IPS seine sofortige Freilassung mit. Seitdem liegt er im Krankenhaus, ohne dass klar ist, wer von nun an für seine Behandlungskosten aufkommt.

Der Leiter der Abteilung für Herz- und Thoraxchirurgie, Dr. Danny Fink, tut jetzt alles in seiner Macht Stehende, um eine geeignete Reha-Einrichtung für ihn zu finden und auch die Finanzierung für eine Prothese zu sichern. Zusammen mit dem stellvertretenden Krankenhausdirektor, Prof. Dan Turner, sind diese beiden hingebungsvollen Ärzte entschlossen, dem Jungen bei seiner Genesung zu helfen. Fink sagte diese Woche, dass er ihn nicht entlassen werde, bis eine Reha-Einrichtung gefunden sei, die ihn aufnehmen könne. Seine Eltern, die seit etwa einem Monat Tag und Nacht an seiner Seite sind, haben Angst, dass er zurück in das Westjordanland geschickt wird, wo es keine ausreichend guten Reha-Einrichtungen gibt, um ihr Kind zu retten.

Der Arzt schrieb: "Er wird von vier Wärtern bewacht, die Fesseln beeinträchtigen die Behandlung und seine Fähigkeit, sich zu erholen. Ich verstehe nicht, welche Gefahr er darstellt und wohin er fliehen soll!!!"

Das gesamte Leben des Jungen und seiner Eltern brach innerhalb eines halben Jahres zusammen. In unserem Gespräch diese Woche im Café unterhalb der Station, auf der ihr Sohn liegt, hörten die Eltern nicht auf, uns die Fotos von ihm vor seinem Unglück zu zeigen. Er war ein kräftiger, gesunder, lebenslustiger Junge, der davon träumte, Tierarzt zu werden. Hier ist er auf einem Pferd und hier posiert er mit einem jungen Reh. Hier wird er von seinem Vater umarmt, und hier ist das letzte Foto, als er noch ein gesunder Mensch war: Einige Stunden bevor die Soldaten ihn aus seinem Bett holten, fotografierten ihn seine Eltern, wie er ein Lehrbuch in der Hand hielt, aus dem er für die morgige Prüfung in Naturwissenschaften lernte. Zu dieser Prüfung trat er nie an.

Mohammad, ein Schüler der 10. Klasse, Sohn seiner Eltern Musa (50, arbeitslos) und Sharifa (45), hat sechs Geschwister und lebt im palästinensischen Dorf Tuqu' in der Nähe von Bethlehem. Am 25. Februar dieses Jahres wurden die Familienmitglieder mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen: Die Armee brach in ihr Haus ein. Die Soldaten verlangten die Ausweise und zeigten dann auf Mohammads Namen, der auf dem Ausweis seines Vaters stand, und erklärten, sie wollten ihn mitnehmen. Mohammad wurde gefesselt, die Augen wurden ihm verbunden, und er wurde in Gewahrsam genommen. Seine Eltern sahen ihn nie wieder auf seinen eigenen Beinen stehen. Seine Mutter bat noch darum, ihm einen Trainingsanzug gegen die Kälte mitzugeben, aber die Soldaten weigerten sich. Er wurde in das Gefängnis Ofer gebracht. Die Eltern, die keine Ahnung hatten, warum ihr Sohn mitgenommen wurde und wohin – die Soldaten erklärten natürlich nichts – eilten, um einen Anwalt zu engagieren.

Zwei Monate vergingen, bis seine Eltern ihn zum ersten Mal für einen kurzen Augenblick auf dem Videobildschirm im Militärgericht in Ofer sehen konnten. Bis dahin wussten sie nichts über ihn. Vor Gericht erfuhren sie, dass ihm das Werfen von Gegenständen vorgeworfen wird. Es war ihnen verboten, mit ihm zu sprechen. Er war damals noch nicht 16. Durch den Bildschirm schien er seinen Eltern in einem noch einigermaßen guten Zustand zu sein. Die Anhörung wurde um zwei Monate vertagt. Anfang Juni gab es Verhandlungen, wonach er in einem Vergleich für schuldig befunden und zu sieben Monaten Haft verurteilt werden sollte – aber zur Unterzeichnung kam es nie.

Am 25. Juli, so berichten die Eltern, rief der Anwalt an und bat sie, ein Dokument zu unterschreiben. Es war eine Einverständniserklärung für eine offene Herzoperation ihres Sohnes in Shaarei Zedek. Bis zu diesem Moment wussten sie überhaupt nicht, dass er ein medizinisches Problem hatte; niemand hatte sich die Mühe gemacht, sie zu informieren. Später waren sie schockiert zu hören, dass er gefesselt in den Operationssaal gebracht worden war. Während er sich einer lebensgefährlichen Operation unterzog, waren sie eine halbe Autostunde entfernt und konnten nicht an seiner Seite sein, als er die Augen öffnete.

Am 30. Juli, fünf Tage nach der ersten Operation, schrieb der Abteilungsleiter Dr. Fink an den stellvertretenden Direktor Prof. Turner über den Zustand des Jungen. "Schon bei seiner Ankunft war er an Hand und Fuß gefesselt", beschrieb er. "Sein klinischer Zustand nach der Operation ist äußerst schwer, er liegt im Koma und reagiert nicht auf Schmerz, und außerdem entwickelte er eine schwere Ischämie im rechten Bein", ein früher Hinweis auf die bevorstehende Amputation. Der Arzt betonte die Bedingungen, auf denen der IPS bestand, obwohl er "keinerlei Sicherheitsrisiko für die Öffentlichkeit darstellt, und darüber hinaus beeinträchtigen die Fesseln jetzt die medizinische Behandlung und seine Fähigkeit, sich zu erholen. Die Fesselung an sich, und besonders in diesem Zustand, stellt meiner Meinung nach eine schwere Verletzung seiner Person dar, und ich fordere, dass die Fesseln sofort von ihm entfernt werden. Es sei daran erinnert, dass ihn die ganze Zeit über vier Wärter bewachen, und ich verstehe nicht, welche Gefahr er darstellt und wohin genau er fliehen soll!!!"

Die Menschenrechtsorganisation Physicians for Human Rights (PHR) hatte sich bereits früher eingeschaltet und beim Obersten Gerichtshof Petitionen gegen die Fesselung Mohammads und auch gegen das Verbot für seine Eltern, bei ihm zu sein, eingereicht. Der IPS wehrte sich gegen den Besuch seiner Eltern, solange er in Haft sei, um keinen gefährlichen Sicherheitspräzedenzfall zu schaffen: Seit dem 7. Oktober gibt es keine Familienbesuche für palästinensische Häftlinge. So kam es, dass während der Anhörung der Petition beim Obersten Gerichtshof, als die Staatsanwaltschaft erkannte, dass Richterin Daphne Barak-Erez den Besuch möglicherweise erlauben würde, ihr Vertreter erklärte, der Häftling sei einfach freigelassen worden. Plötzlich war die Sicherheitsgefahr verschwunden, die Wärter verließen den Raum, und die Eltern durften endlich ihren Sohn sehen. Das war am 30. Juli. Seitdem verlassen sie sein Bett nicht. Sie schlafen auf dem Boden des Familienzimmers, sammeln hier und da etwas zu essen auf und hoffen auf das Beste.

Diese Woche wurde eine weitere Petition beim Friedensgericht in Jerusalem, in seiner Funktion als Verwaltungsgericht, eingereicht, um zu verhindern, dass seine Eltern aus dem Krankenhaus verwiesen werden. Das Gericht stimmte der Auffassung zu, dass sie nicht abgewiesen werden dürfen, solange der Junge hospitalisiert ist, gab ihnen aber keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Deshalb wagen sie es nicht, nach Hause zu gehen, aus Angst, sie könnten nicht mehr an das Bett ihres Sohnes zurückkehren. Ihre fünf anderen Kinder sind allein in Tuqu'. Vier von ihnen sind jünger als Mohammad.

Mohammad kam erstmals am 20. Juli nach Shaarei Zedek, als er in die Notaufnahme gebracht wurde. Dort wurde eine Entzündung im Harntrakt diagnostiziert, und er wurde mit Antibiotika per Infusion und einem Katheter zurück ins Gefängnis gebracht (etwa drei Monate zuvor hatte er sich mit Krätze infiziert, und seitdem hatte sich sein Zustand verschlechtert). Der IPS weigerte sich jedoch, ihn in dem Krankenhaus des Dienstes in Ramla, zu behandeln, weil er an Krätze erkrankt war, aus Angst, andere Patienten könnten sich anstecken. In diesem Zustand, in seiner Gefängniszelle, besserte sich sein Zustand nicht. Irgendwann fühlte er sich so schlecht, dass er selbst den Katheter herauszog. Am 25. Juli wurde er in kritischem Zustand zurück nach Shaare Zedek gebracht. Dort stellte sich heraus, dass sich die Infektion in seinem gesamten Körper ausgebreitet hatte. Ein leitender Arzt, der ihn im Krankenhaus behandelte, sagte uns diese Woche, dass er noch nie einen Patienten in einem so vernachlässigten medizinischen Zustand gesehen habe wie Mohammad, als er aus dem Gefängnis Ofer gebracht wurde. Im Krankenhaus wurde diagnostiziert, dass die Infektion seine Herzklappe befallen hatte und diese sofort ausgetauscht werden müsse.

Der Leiter der Abteilung für Inhaftierte bei PHR, Naji Abbas, sagt, der IPS lasse die Krätze in den Sicherheitsgefängnissen wüten, um die Misshandlung der Häftlinge zu verschlimmern. "Das ist anstelle von Schlägen", sagt er. Laut PHR gibt es derzeit Krätzeausbrüche in 40 Abteilungen der Gefängnisse; Tausende von Häftlingen sind infiziert, und der IPS unternimmt nichts, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen oder die Betroffenen zu heilen. Abgesehen von der Qual kann diese Krankheit gefährlich sein. Der Fall von Mohammad ist nicht der einzige, der PHR von schwerwiegenden Komplikationen aufgrund von Krätze bekannt ist.

Der IPS antwortete: (hier kommt das übliche bla-bla-bla...) (...)

Laut den medizinischen Dokumenten, die PHR vorliegen, behauptete der IPS, Mohammad habe eine Krätze-Behandlung erhalten. Aber unter den eklatanten hygienischen Bedingungen in den Gefängnissen der palästinensischen Häftlinge, so Abbas, sei es unmöglich, die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.

Am vergangenen Freitag mussten die Ärzte Mohammads Herz erneut operieren und die Klappe erneut austauschen, nachdem auch die eingesetzte Klappe infiziert war. Seinen Eltern wurde gesagt, dass die Operation gefährlich sei, und sein Vater zögerte, die Einwilligung zu unterscheiben. Nur seine Mutter unterschrieb. Jetzt beschäftigt sie nur noch die weitere Behandlung ihres Sohnes und seine Rehabilitation. Während sie Handschuhe und Masken tragen und Einwegkittel anziehen, streicheln sie zärtlich ihren Sohn, der nur auf das Geschehen starrt."

The Israeli military detained a healthy Palestinian 16-year-old for 'throwing objects.' Now he's gone through two open-heart surgeries and the partial amputation of one of his legs – all because he was denied proper medical treatment in prison

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