18/04/2026
Bremen – wann haben wir eigentlich aufgehört, Verantwortung zu übernehmen?
Der Christopher Street Day in Bremen steht vor dem Aus.
15.000 Euro fehlen.
15.000 Euro – in einer Stadt, die sich gern als weltoffen, tolerant und lebendig bezeichnet.
Das ist kein Finanzproblem.
Das ist ein Haltungsproblem.
Früher hätte man telefoniert. Netzwerke aktiviert. Sponsoren gefunden. Ideen entwickelt.
Heute zuckt man mit den Schultern – und lässt eine Veranstaltung sterben, die jedes Jahr zeigt, was Bremen eigentlich sein will: offen, bunt, mutig.
Wo sind die Unternehmer, die sonst gern auf Bühnen stehen?
Wo sind die Politiker, die sich Vielfalt auf die Fahnen schreiben?
Wo ist die Presse, wenn es nicht nur um Schlagzeilen, sondern um Verantwortung geht?
Und vor allem:
Wo sind wir?
Eine Stadt lebt nicht von Zuständigkeiten.
Sie lebt von Menschen, die sagen: „Dann mache ich es eben.“
15.000 Euro sind kein unüberwindbares Hindernis.
Es ist ein Test.
Ob Bremen noch kann.
Ob wir noch wollen.
Ob wir uns gegenseitig egal geworden sind – oder nicht.
Der CSD darf nicht ausfallen. Nicht wegen Geld.
Sondern weil es ein Signal wäre, dass wir aufgegeben haben.
Und das haben wir nicht.
Also: Wer hebt den Hörer auf?
Wer bringt Menschen zusammen?
Wer sorgt dafür, dass diese Stadt sich selbst wieder ernst nimmt?
Jetzt ist der Moment. Nicht für Worte – sondern für Taten.