05/09/2026
Klimaanpassung in Buchholz: Zutreffende Analyse, aber ein gutes Konzept?
Das neue Klimaanpassungskonzept der Stadt umfasst fast 200 Seiten. Ich habe es mir genauer angesehen.
Mein Eindruck: Die Analyse ist in weiten Teilen zutreffend. Starkregen, Hitze, Trockenheit oder der Schutz kritischer Infrastruktur sind reale Themen, mit denen sich eine Stadt wie Buchholz beschäftigen muss. Spätestens das Starkregenereignis 2024 hat gezeigt, dass Vorsorge notwendig ist.
Aber aus einer zutreffenden Analyse entsteht noch kein gutes Handlungskonzept.
Es fehlen vor allem drei Dinge: klare Prioritäten, belastbare Kosten und messbarer Nutzen.
So werden sehr unterschiedliche Maßnahmen mit hoher Priorität versehen – vom Starkregenkonzept und Regenwasserrückhalt bis zu Öffentlichkeitsarbeit und begleitenden Projekten. Wenn aber fast alles hohe Priorität hat, ist am Ende nichts wirklich priorisiert.
Noch problematischer ist die Kostenseite. Das Konzept arbeitet lediglich mit Kategorien. „Hohe Kosten“ bedeutet schlicht: mehr als 100.000 Euro. Ob eine Maßnahme 120.000 Euro oder mehrere Millionen kostet, bleibt damit offen. Eine belastbare Gesamtrechnung für das Maßnahmenpaket fehlt. Gerade angesichts unserer Haushaltslage reicht das nicht aus.
Auch bei den Erfolgskennzahlen habe ich Fragezeichen. Als messbarer Erfolg von Öffentlichkeitsarbeit werden beispielsweise die Anzahl von Social-Media-Posts, Rückmeldungen auf Posts und Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen genannt.
Mich interessiert aber weniger, wie viele Posts die Stadt veröffentlicht. Mich interessiert, welchen konkreten Nutzen eine Maßnahme für die Buchholzer hat: Wie viele bekannte Überflutungspunkte wurden entschärft? Wie viel zusätzliches Wasser können wir bei Starkregen zurückhalten? Welche kritische Infrastruktur wurde geschützt? Und was kostet uns dieser Nutzen?
Hinzu kommt die handwerkliche Qualität der vorliegenden Fassung. Mehrfach stimmen Kapitel- und Maßnahmenverweise nicht. Es wird beispielsweise auf „W4 – Vorsorgende Regenwasser- und Starkregenkonzeption in Neubaugebieten“ verwiesen – eine Maßnahme W4 gibt es im Maßnahmenkatalog aber gar nicht. An anderer Stelle wird das Starkregenkonzept fälschlicherweise als S6 statt S5 bezeichnet. Auch Kapitelverweise beruhen teilweise offenbar noch auf einer älteren Gliederung. Dazu kommen diverse redaktionelle Fehler.
Das erweckt bei mir den Eindruck, dass diese Fassung mit ziemlich heißer Nadel gestrickt wurde.
Wir von der AfD sind dafür, Buchholz vernünftig auf Starkregen, Hitze und andere konkrete Risiken vorzubereiten. Aber bei einem Konzept, aus dem Investitionen und dauerhafte Aufgaben für die Stadt entstehen sollen, ist mehr zu erwarten:
Prioritäten setzen. Kosten auf den Tisch. Nutzen messbar machen. Fehler korrigieren. Und dann entscheiden.
Klimaanpassung ist zu wichtig – und unser Haushalt zu angespannt –, um einen fast 200 Seiten starken Maßnahmenkatalog im Eiltempo abzunicken.