17/08/2025
+++ Gemeinsame Stellungnahme der Ratsfraktionen von SPD, CDU, Grüne, FWI, FDP, BSW, DIE PARTEI und des Bürgermeisters +++
"Wir sind erschüttert über den Vorfall im Parkbad Nord, bei dem zwei minderjährige
Mädchen bedrängt und sexuell belästigt worden sind. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gelten den betroffenen Jugendlichen und ihren Familien. Es erfordert viel Mut, ein solches Erlebnis zu schildern und Anzeige zu erstatten – dafür haben die beiden Mädchen unsere volle Unterstützung.
Sexuelle Übergriffe sind niemals hinnehmbar. Jeder Mensch, insbesondere Kinder und
Jugendliche, hat ein Recht auf Sicherheit, Respekt und körperliche Unversehrtheit. Es darf
keinen Raum für Täter geben – nicht im öffentlichen Raum, nicht in Schwimmbädern, nicht in
Castrop-Rauxel.
Wir begrüßen, dass die Polizei umgehend Ermittlungen eingeleitet hat und die
Kriminalpolizei den Fall übernimmt. Die Aufklärung muss konsequent, gründlich und mit der
gebotenen Sensibilität erfolgen. Gleichzeitig erwarten wir, dass die betroffenen Mädchen
und ihre Familien bestmögliche Unterstützung erhalten.
Für uns ist klar: Die Stadt und ihre Institutionen müssen alles daransetzen, die
Sicherheit in unseren Schwimmbädern und Freizeiteinrichtungen zu gewährleisten. Dazu
gehören gut geschultes Personal, sichtbare Ansprechpartner*innen vor Ort und eine Kultur
des Hinsehens und Eingreifens, wenn junge Menschen in Not sind.
Daher werden wir gemeinsam das Thema aufgreifen und gemeinsam mit Verwaltung, Polizei und Vereinen nach Lösungen suchen, damit Kinder und Jugendliche in unserer Stadt angstfrei aufwachsen und ihre Freizeit sicher im Freibad verbringen können. Dazu gehört auch die Prüfung von zusätzlichem Personal, welches auch präventiv den Freizeitbereich im Freibad beaufsichtigt und das Bäderpersonal bei den Aufgaben unterstützen kann.
Gleichwohl - und das ist auch nach Rücksprache mit einem Teil der betroffenen Eltern
deutlich geworden - darf dieser Vorfall nicht dazu führen, dass Castrop-Rauxel als offene
Gesellschaft von rechtsextremen Kräften in Frage gestellt wird. Mitgefühl zeigen, sachlich
kümmern aber nicht den Wertekompass aufgeben – so verstehen wir unser Handeln!"