17/08/2026
Pressemitteilung Chemnitz, 17.08.2026
„SO NICHT!“ – BSW-Fraktion warnt vor Abbau sozialer Sicherheit
Unter anderem an fünf Standorten in Chemnitz macht die BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag derzeit mit Großflächenplakaten auf die drohenden Folgen weiterer Einschnitte in den Sozialstaat aufmerksam. Unter dem Motto „SO NICHT!“ verbindet die Fraktion öffentlichen Protest mit konkreten parlamentarischen Initiativen.
Ronny Kupke, Chemnitzer Stadtratsmitglied sowie Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag, erklärt:
„Für Aufrüstung und immer neue Milliardenprogramme scheint Geld vorhanden zu sein. Wenn es aber um Pflege, Gesundheit, Familien, Bildung oder unsere Kommunen geht, sollen die Menschen plötzlich verzichten. Das akzeptieren wir nicht. Ein handlungsfähiger Sozialstaat ist kein Luxus, sondern die Grundlage für Sicherheit und Zusammenhalt in unserem Land.“
Wie ernst die Situation inzwischen auch in Chemnitz ist, zeigt die Finanzlage der Stadt. Für das Jahr 2026 ist ein Defizit von 108 Millionen Euro eingeplant. Als wesentliche Ursachen nennt die Stadt selbst unter anderem deutliche Kostensteigerungen im Sozial- und Jugendbereich.
Ronny Kupke dazu:
„Chemnitz steht stellvertretend für viele Städte und Gemeinden in Sachsen. Die Sozialausgaben steigen, gleichzeitig geraten die kommunalen Haushalte immer stärker unter Druck. Wenn am Ende bei Jugendangeboten, Kultur, Sport, sozialen Einrichtungen oder notwendigen Investitionen gespart werden muss, bezahlen die Bürger die Rechnung für politische Entscheidungen, die sie nicht verursacht haben.“
Mit Blick auf den kommenden Doppelhaushalt 2027/2028 fordert das BSW deshalb eine klare soziale und kommunale Prioritätensetzung. Gerade Sachsen ist aufgrund seiner Altersstruktur und seiner vielen ländlichen Regionen besonders auf eine leistungsfähige Gesundheits- und Pflegeversorgung sowie handlungsfähige Kommunen angewiesen.
Das BSW fordert daher konkret:
•Pflege bezahlbar halten: Eigenanteile dauerhaft begrenzen, pflegende Angehörige stärker unterstützen und wohnortnahe Pflege sichern.
•Gesundheitsversorgung erhalten: Krankenhäuser, Hausarztpraxen und Apotheken insbesondere außerhalb der Ballungszentren absichern.
•Familien und Kinder schützen: Soziale Hilfen, Schulsozialarbeit sowie Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche dürfen nicht zum Gegenstand pauschaler Kürzungen werden.
•Kommunen handlungsfähig machen: Städte, Gemeinden und Landkreise so finanzieren, dass sie ihre Aufgaben erfüllen und soziale, kulturelle und öffentliche Angebote aufrechterhalten können.
•Bürokratie statt Leistungen kürzen: Einsparpotenziale bei Doppelstrukturen, überbordender Bürokratie und ineffizienten Förderverfahren nutzen, statt bei den Menschen zu sparen.
Kupke abschließend:
„Wir werden uns im Sächsischen Landtag gegen einen erneuten Kürzungshaushalt auf Kosten der Menschen stellen. CDU und SPD müssen erklären, welche Prioritäten sie setzen wollen. Wer Milliarden für andere politische Projekte mobilisieren kann, darf den Bürgern nicht gleichzeitig erzählen, bei Pflege, Gesundheit, Familien oder Kommunen sei kein Geld mehr da. So nicht!“
Darüber hinaus appelliert Kupke direkt an die Bürgerinnen und Bürger, selbst aktiv zu werden:
„Jeder kann deutlich machen, dass er diesen Kurs nicht mitträgt. Schreiben Sie den Abgeordneten und Kommunalvertretern von CDU und SPD und fragen Sie sie, ob sie weitere Kürzungen im sozialen Bereich und bei unseren Kommunen tatsächlich mittragen wollen. Politische Entscheidungen sind nicht alternativlos.“