06/09/2026
Sitzung des Stadtrats Köln vom 02.09.2026, TOP Aktuelle Stunde Aktuelle Stunde - Aufarbeitung im Zusammenhang mit der sog. Coesfelder ListeAntrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD, Die Linke, Volt und FDP/KSG
Die „Coesfelder Liste“ entwickelt sich für die Stadt Köln zu einem handfesten Skandal. Die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) Coesfeld hatte angeboten, bei 471 ausreisepflichtigen Migranten aus dem Westbalkan Passersatzpapiere zu beschaffen – und damit ein wesentliches Hindernis für mögliche Abschiebungen zu beseitigen. Doch aus Köln kam ausgerechnet aus dem Bleiberechtsprogramm eine Absage.
Besonders brisant sind die inzwischen bekannt gewordenen Zahlen: Nach einem Bericht der Stadt lagen im Herbst 2024 bei 119 von 218 Personen des Kölner Bleiberechtsprogramms strafrechtliche Erkenntnisse vor – also bei mehr als der Hälfte. Dabei ist allerdings noch nicht geklärt, in wie vielen Fällen es tatsächlich zu Verurteilungen kam. Darüber hinaus wurden laut FOCUS bei 152 Personen der Coesfelder Liste seit November 2024 knapp 570 Strafverfahren festgestellt. Dabei geht es unter anderem um Diebstahl sowie Gewalt- und Drogendelikte.
Und trotzdem sollte ausgerechnet für einen Teil dieser ausreisepflichtigen Personen eine dauerhafte Bleibeperspektive geschaffen werden? Warum nahm Köln die angebotene Unterstützung bei der Beschaffung von Passersatzpapieren nicht konsequent in Anspruch? Warum befanden sich Personen mit strafrechtlichen Auffälligkeiten überhaupt im Bleiberechtsprogramm?
In der Aktuellen Stunde konfrontieren wir die Stadt mit diesen Fragen. Wer ausreisepflichtig ist und Straftaten begeht, darf nicht auch noch vom Versagen der Behörden profitieren. Köln muss vollständig offenlegen, wie es zu diesen Entscheidungen kommen konnte und wer dafür die politische Verantwortung trägt.