19/07/2026
„Berichtspflichten auf null“: Karsten Wildberger trifft den Nerv des Mittelstands
Der MIT Köln ist es gelungen, Bundesminister Dr. Karsten Wildberger zum zweiten Mittelstandsforum „Wirtschaft im Dialog“ nach Köln zu holen.
Vor rund 120 Gästen aus Mittelstand, Start-ups und IT-Branche sprach der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung über eine der entscheidenden Fragen für die Zukunft unseres Landes: Wie wird Deutschland wieder schneller, digitaler und wettbewerbsfähiger?
Im Mittelpunkt standen Bürokratieabbau, künstliche Intelligenz, moderne Verwaltung und der Ausbau der digitalen Infrastruktur.
Besonders viel Zustimmung erhielt Wildberger für den in Nordrhein-Westfalen verfolgten Ansatz einer Beweislastumkehr bei Berichtspflichten. Diese sollen zunächst „auf null gesetzt“ werden. Danach muss begründet werden, welche Vorgaben tatsächlich noch notwendig sind.
Nicht die Abschaffung einer Berichtspflicht soll also gerechtfertigt werden müssen, sondern ihr Fortbestand.
Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer ist das ein überfälliger Perspektivwechsel. Denn der Mittelstand erlebt täglich, wie viel Zeit, Geld und Energie durch Berichtspflichten, Dokumentationen und komplizierte Verfahren gebunden werden.
Wildberger sprach außerdem über den sprichwörtlichen deutschen „Goldrand“. Europäische Vorgaben dürften nicht durch zusätzliche nationale Anforderungen noch komplizierter gemacht werden. Regulierung brauche Augenmaß. Sie müsse notwendige Standards sichern, ohne Innovation und unternehmerische Initiative zu behindern.
Ein weiterer Schwerpunkt war die künstliche Intelligenz. Von der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas in diesem Bereich hängt ein wesentlicher Teil unserer wirtschaftlichen Zukunft ab.
Deutschland ist in der Forschung mit seinen Universitäten sowie den Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten hervorragend aufgestellt. Entscheidend ist nun, diese wissenschaftliche Stärke schneller in Anwendungen, neue Geschäftsmodelle und marktfähige Produkte zu überführen.
Dafür braucht Deutschland deutlich mehr Rechenkapazitäten. Neue Rechenzentren sollten nach Möglichkeit dort entstehen, wo ausreichend und bezahlbare Energie zur Verfügung steht. Ebenso notwendig sind schnellere Genehmigungen, verlässliche Rahmenbedingungen und private Investitionen.
Mit dem sogenannten Deutschland-Stack erläuterte Wildberger zudem einen zentralen Baustein für eine moderne digitale Verwaltung. Bund, Länder und Kommunen sollen künftig stärker auf gemeinsame Cloud-Dienste, Standards und Schnittstellen zurückgreifen können. Digitale Lösungen müssen nicht in rund 11.000 Kommunen immer wieder neu entwickelt werden. Sie sollten einmal gut aufgebaut und anschließend flächendeckend nutzbar gemacht werden.
Wildbergers Botschaft war klar: Deutschland darf sich nicht kleiner machen, als es ist. Es reicht nicht, Probleme nur zu beschreiben. Politik muss ein überzeugendes Bild von der Zukunft entwickeln und konkrete Ergebnisse liefern.
„Wir müssen liefern“, sagte der Minister.
Tim Odentdahl, Vorsitzender der MIT Köln, bestärkte ihn darin, diesen Kurs auch in Berlin konsequent weiterzuverfolgen:
„Wir möchten Karsten Wildberger Mut machen, sich mit seinen Vorstellungen durchzusetzen. Seine Ideen sind richtig und wegweisend. Der Mittelstand braucht weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und eine moderne digitale Infrastruktur.“
Das zweite Mittelstandsforum hat gezeigt, wie groß das Interesse an einem direkten und lösungsorientierten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft ist.
Die MIT Köln wird diesen Dialog fortsetzen.