03/09/2026
Vor zwei Jahren erschütterte der Einsturz der Carolabrücke unsere Stadt. Dresden verlor eine ihrer wichtigsten Verkehrsverbindungen.
Vor einem Jahr haben wir hier im Stadtrat die Weichen für den Ersatzneubau gestellt. Wir haben die Ausschreibung beschlossen und den Weg für eine Mehrfachbeauftragung von vier Planungsteams freigemacht. Damit begann ein Wettstreit um die beste Lösung für diesen wichtigen Ort in unserer Stadt.
Heute stehen wir erneut vor einer bedeutenden Entscheidung.
Wir entscheiden über die Weiterplanung und damit über die Vorbereitung der Wiedererrichtung der Carolabrücke. Es geht um eine Brücke für die nächsten Jahrzehnte. Deshalb müssen Funktion, Wirtschaftlichkeit und Stadtbild gleichermaßen berücksichtigt werden.
Warum wählen wir den Entwurf von FHECOR, TSSB und UKL?
Weil dieser Entwurf viele Anforderungen überzeugend miteinander verbindet.
Er fügt sich gestalterisch in die Dresdner Elbquerungen ein. Die Formensprache nimmt die bestehende Familie der Bogenbrücken auf und schafft damit einen harmonischen Übergang im Stadtbild.
Gleichzeitig bietet der Entwurf Qualitäten für die Menschen, die ihn täglich nutzen werden. Die vorgesehenen Aufenthaltsbereiche und Balkone eröffnen neue Blickbeziehungen auf die Elbe und die Altstadt. Eine Brücke ist nicht nur ein Verkehrsweg. Sie ist auch Teil des öffentlichen Raumes.
Ein weiterer Punkt ist für uns besonders wichtig: Der Entwurf mit der schmalsten Brücke lässt die Möglichkeit offen, das Venezianische Haus künftig wiederzuerrichten. Damit werden künftige Entwicklungsmöglichkeiten an diesem sensiblen innerstädtischen Standort nicht verbaut.
Auch aus städtebaulicher Sicht überzeugt der Vorschlag. Mit der schmalsten Brücke schafft er zukünftig Planungsfreiheiten für die angrenzenden Stadtbereiche. Das eröffnet Spielräume für die Gestaltung des Umfeldes wie den Carolaplatz und der Rathenauplatz, sowie der Sankt Petersburger Straße.
Ebenso wichtig ist die Leistungsfähigkeit der Brücke. Dresden braucht für alle Verkehrsteilnehmer eine verlässliche und leistungsfähige Verbindung über die Elbe. Der Entwurf trägt den Anforderungen einer modernen und wachsenden Stadt Rechnung. Er verbindet Funktionalität mit einer hohen gestalterischen Qualität.
Besonders erfreulich ist zudem, dass wir weiterhin im vorgesehenen Zeitrahmen liegen. Nach dem Verlust der Carolabrücke erwarten die Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass der Neubau zügig vorangebracht wird. Dieser Erwartung müssen wir gerecht werden. Mit dem Bau in einem einzigen Bauabschnitt steht uns nicht nur die verkehrliche Verbindung für alle Verkehrsteilnehmer über den Fluss, sondern auch die Anbindung an die Elberadwege gleichzeitig zum Bauende zur Verfügung.
Heute geht es darum, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Der vorliegende Entwurf bietet eine überzeugende Grundlage für den Ersatzneubau. Er verbindet technische Leistungsfähigkeit mit städtebaulicher Qualität. Er berücksichtigt die Wünsche vieler Bürgerinnen und Bürger. Und er eröffnet Chancen für die zukünftige Entwicklung dieses wichtigen Stadtraums.
Deshalb bitten wir um Ihre Zustimmung für den Entwurf von Fhecor, TSSB und UKL.