24/06/2026
Einsamkeit - (K)ein Thema im Ehrenamt
Heute haben wir ein Interview für Euch.
Dietmar Radach, ehrenamtlicher Wanderleiter hat mit unseren Kolleginnen über das Thema „Einsamkeit“ gesprochen.
Dietmar ist 62 und seit etwas über einem Jahr als ehrenamtlicher Wanderleiter tätig. In den BÜLOWH Beratungszentren Dresden Klotzsche und Neustadt leitet er mit großer Freude und viel Engagement zwei Wandergruppen und eine Spaziergruppe für Menschen 60+. Uns beeindruckt es immer wieder, wie beglückt er von den Wanderungen und Spaziergängen berichtet, und jedes Mal schwappt von seiner Freude ein bisschen auf uns über. Kaum vorstellbar, dass Einsamkeit für ihn ein Thema sein könnte, aber das wollten wir genau wissen und haben mit ihm ein Gespräch dazu geführt.
BÜLOWH: Dietmar, was waren deine Beweggründe ein Ehrenamt aufzunehmen?
💡 Dietmar: Ich hatte im Übergang vom Job zur Rente plötzlich viel freie Zeit und habe gemerkt, dass ich diese gern sinnvoll nutzen möchte, um nicht den Tag zu vertrödeln. Ein Ehrenamt lag nahe, denn ich habe ein gutes Leben gehabt und habe das Bedürfnis, „etwas zurückzugeben“.
BÜLOWH: Inwieweit denkst du, kann (d)ein Ehrenamt helfen, Einsamkeit im höheren Lebensalter vorzubeugen?
💡 Dietmar: Ein Ehrenamt, bei dem man mit Menschen zu tun hat hilft natürlich auf jeden Fall sozialer Isolation vorzubeugen. Und sich gebraucht zu fühlen – das trägt viel zur eigenen Zufriedenheit bei.
BÜLOWH: Was genießen die Teilnehmenden deiner Gruppen besonders?
💡 Dietmar: Das Gesamtpaket! Viele Aspekte sind ihnen wichtig: Gemeinschaft zu erleben, die Gespräche untereinander, die Natur zu erleben und sich körperlich zu betätigen. Auch die Regelmäßigkeit der Termine – die Vorfreude (und auch die „Nachfreude“ bei der anschließenden Foto-Nachlese und dem Austausch in der WhatsApp-Gruppe) ist genauso wichtig! Die Vorfreude trägt einen auch durch die Zeit dazwischen. Es haben sich über diese Gruppe zum Teil auch neue Freundschaften untereinander gebildet, das finde ich wunderbar.
BÜLOWH: Spielt das Thema Einsamkeit in den Gesprächen beim Wandern eine Rolle?
💡 Dietmar: Ja, sehr häufig sogar. Oft berichten mir verwitwete Frauen über Einsamkeit – Frauen sprechen meist offener über diese Gefühle. Auch für pflegende Angehörige ist das ein großes Thema. Beim Wandern, in Bewegung spricht es sich manchmal auch leichter über Sorgen.
Ganz herzlichen Dank an Dietmar!
Klotzsche
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