29/03/2022
Die Hamburger Bürgerschaft hat eine "vertiefte" – also umfassende Prüfung der Öffnung der Alten Süderelbe beschlossen. Parallel soll nach diesem Beschluss eine gleichwertige Prüfung einer Öffnung der Haseldorfer Marsch stattfinden. Umsetzen soll dies die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA), die die Untersuchungen wiederum in die Hände der Stiftung Lebensraum Elbe gegeben hat.
Letztere hat nun via Zoom darüber informiert, dass die Prüfungen beginnen sollen – allerdings soll in der Haseldorfer Marsch lediglich der Einfluss der Öffnung auf die Sedimentierung und das Tideverhalten der Elbe untersucht werden. Das wiederum ist keine vertiefte Prüfung. Damit setzten sich die ausführenden Institutionen in unseren Augen über die Anweisung der Bürgerschaft hinweg.
In einer Zoom-Konferenz wurde auf unseren Hinweis dazu ebensowenig eingegangen wie unsere Frage beantwortet wurde, welche Behörde in Schleswig-Holstein die Prüfung der Haseldorfer Marsch beauftragt hat.
Auch wurde nicht wirklich erklärt, wieso eine Öffnung der Dove-Elbe nicht weiterverfolgt wird oder warum die Wirksamkeit vieler kleiner Maßnahmen anstelle einer Großen nicht geprüft wird.
Politik und Institutionen sprechen davon, dass sie einen Dialog auf Augenhöhe wollen. Wir denken, das sieht anders aus!
Frau Dr. Klocke, der Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe, hat ihre Meinung zur Haseldorfer Marsch in den Gesprächen allerdings schon kundgetan: Diese Maßnahme sei nun mal nicht so wirksam wie eine Öffnung der Alten Süderelbe.
Aber Schönreden kann man im, der im Nachklang zu den Gesprächen heruagegeben wurde, gut!
Dort heißt es, durch die Anbindung der Alten Süderelbe an die Stromelbe würden einzigartige Süßwasser-Tidelebensräume wieder entstehen. Wie diese aussehen, kann man sich heute schon anschauen: Es sind die Schlickberge im Mühlenberger Loch und vor dem Estesperrwerk.
Infos zur Stiftung Lebensraum Elbe:
Falls ihr euch fragt, wer diese Stiftung eigentlich ist, hier ein paar Fakten:
Die Stiftung wurde von der Hamburger Bürgerschaft gegründet und soll unter anderem Nebenelben und Nebengewässer wieder an die Elbe anbinden und die Entwicklung einer natürlichen Tidedynamik fördern.
Geld erhielt seit der Gründung 7,5 Millionen Euro für "gewässerbeseitigende Infrastrukturmaßnahmen im Hamburger Hafen" durch die Hamburg Port Authority. Außerdem erhält sie 5% des Hafengeldes von HPA und 1% des Etats für Hochwasserschutz von der Stadt Hamburg.
Zum Stiftungsrat gehören neben Vertretern von Naturschutzverbänden auch Vertreter des Unternehmerverbands Hafen, der Handelskammer Hamburg, der Hamburg Port Authority und der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt.
in einer digitalen Veranstaltung am 6. April will die Stiftung Lebensraum Elbe weitergehend infornieren.
Wir werden teilnehmen und uns zusammen mit dem Aktionsbündnis Alte Süderelbe fundiert äußern.
Wer sich von euch ebenfalls anmelden möchte: https://superurban.de/dialog-ase
Wir bleiben bei unseren Standpunkten:
· Keine Öffnung der Alten Süderelbe!
· Keine vertiefte Prüfung der Öffnung!
Damit soll der Entschluss zur Umsetzung nur
vorweggenommen werden.
Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Informationsveranstaltung zur Alten Süderelbe. Bitte melden Sie sich hier für die Videokonferenz an.