20/03/2026
Pressemitteilung
„Bärendienst für die Bürger – Debatte zum MVZ bewusst verhindert“
"Gefährliches Halbwissen riskiert MVZ Entwicklung"
Höxter, [20.03.2026] – In der gestrigen Sitzung des Stadtrates der Stadt Höxter stand die zukünftige Standortfrage des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) im Mittelpunkt. Die Stadtverwaltung sowie der Bürgermeister sprachen sich eindringlich dafür aus, den bisherigen Beschluss der Koalition aus CDU und BFH zu überdenken, das MVZ in verschiedenen Teilen des ehemaligen Postgebäude unterzubringen.
Hintergrund sind erhebliche Zweifel an der Eignung des Gebäudes. Die Geschäftsführerin des MVZ , Frau Gabriele Dostal, stellte klar: „Zusammenfassend stellt die Nutzung der zur Verfügung stehenden Flächen im ehemaligen Postgebäude keine wirtschaftliche und zukunftsfähige Lösung dar.“ Das Objekt biete keine tragfähige Grundlage für eine langfristig stabile und skalierbare Gesundheitsversorgung.
An den Plänen der CDU/BFH/FBI Koalition kam deutliche Kritik. Michael Schuster, Ratsherr der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), betonte: „Die Stadt Höxter ist gut beraten, der Expertise der Fachleute zu vertrauen. Dafür haben wir sie doch auch beauftragt und bestellt. Seit 2015 unterstützt die Dostal GmbH Gemeinden, Städte und Landkreise bei der Lösung des Ärzte- und Fachkräftemangels im Gesundheitswesen durch den Aufbau kommunaler Medizinischer Versorgungszentren. Woher will die neue Machtkoalition besser wissen, dass man doch ins Postgebäude geht? Hier wird auf Basis von gefährlichem Halbwissen entschieden. Die UWG will auf Basis aller Argumente für die Bürger die richtigen Entscheidungen treffen und keine vorschnellen Festlegungen für eine Flickenlösung“
Trotz diese sachlich begründeten Bedenken entschied die Mehrheit aus CDU und BFH, die Debatte über den Standort gar nicht erst zu führen. Mit 25 zu 23 Stimmen wurde gar ein entsprechender Antrag auf Verzicht der Diskussion angenommen und danach mit gleich Stimmenzahl der Verwaltungsantrag abgelehnt.
UWG-Fraktionsvorsitzender Matthias Grothe äußerte sich kritisch zu diesem Vorgehen: „Wenn Politiker nicht mehr zuhören, sondern nur Stimmen zählen, dann haben sie ihre Aufgabe im Rat falsch verstanden. Verantwortlich handelt, wer alle Argumente hört, prüft und sorgfältig abwägt. “
Auf Antrag von Matthias Grothe kam es sodann erstmals in dieser Ratsperiode zu einer namentlichen Abstimmung. „So hat die besorgte Bürgerschaft nun die Namen derer, die sich selbst über beauftragte Experten hinwegsetzen und die Debatte darüber, warum eine Standortfestlegung ohne Berücksichtigung ärztlicher Belange verfrüht ist, aber nicht führen wollen“, so Grothe weiter.
"Der demokratischen Kultur in Höxter ist gestern schon wieder geschadet worden."
Höxter, den 20.03.2026
Für die UWG-Fraktion
Matthias Grothe, Fraktionsvorsitzender