02/04/2026
Die aktuellen Vorschläge rund um ein Preismoratorium und die erneute Kopplung der Vergütung an die Grundlohnsumme sind ein klarer Rückschritt für die Heilmittelversorgung in Deutschland.
Während Energiepreise, Lohnnebenkosten und Lebenshaltungskosten seit Jahren deutlich steigen, sollen Heilmittelerbringer de facto mit einer Nullrunde auskommen. Das bedeutet nichts anderes als eine reale Kürzung. Wer so agiert, gefährdet bewusst die wirtschaftliche Grundlage von Praxen – und damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Gerade in Bereichen wie der Logopädie, vertreten durch Organisationen wie LOGO Deutschland, zeigt sich längst: Fachkräftemangel, hohe Bürokratielast und wirtschaftlicher Druck bringen viele Praxen an ihre Grenzen. Eine weitere finanzielle Deckelung wird zwangsläufig zu weniger Angeboten, längeren Wartezeiten und einer Verschlechterung der wohnortnahen Versorgung führen – insbesondere im ländlichen Raum.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem, das politisch zu oft ausgeblendet wird: Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) trägt nicht nur die Versorgung der Beitragszahler, sondern auch umfangreiche versicherungsfremde Leistungen.
Dazu zählen unter anderem:
– beitragsfrei mitversicherte Angehörige
– Personen ohne eigene Einzahlung in das System
– Familienangehörige, die teilweise sogar dauerhaft im Ausland leben
– staatlich finanzierte Versicherte, bei denen die Kostendeckung nicht immer dem tatsächlichen Aufwand entspricht
Diese Leistungen sind gesellschaftlich gewollt – aber sie müssen ehrlich und vollständig aus Steuermitteln finanziert werden. Stattdessen werden die Kosten zunehmend im System der Beitragszahler und Leistungserbringer „versteckt“.
Parallel werden Milliarden in Projekte wie die Telematikinfrastruktur investiert, deren Nutzen im Praxisalltag für viele Leistungserbringer bis heute in keinem Verhältnis zu den Kosten und zum Aufwand steht. Auch diese Mittel fehlen an anderer Stelle – etwa bei der direkten Patientenversorgung.
Die Folge dieser Politik ist klar:
Es wird nicht dort gespart, wo Ineffizienz herrscht, sondern bei denen, die die Versorgung tatsächlich sicherstellen.
Die Freien Wähler stehen für eine andere Prioritätensetzung:
– faire und kostendeckende Vergütung für Heilmittelerbringer
– Abschaffung realer Kürzungen durch versteckte Mechanismen wie die Grundlohnsummenbindung
– transparente Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln
– konsequente Überprüfung großer Ausgabenprojekte auf ihren tatsächlichen Nutzen
Wer Versorgung sichern will, darf Leistungserbringer nicht systematisch unterfinanzieren.
Heilmittel sind kein Kostenfaktor, den man beliebig drücken kann – sie sind ein zentraler Bestandteil funktionierender Gesundheitsversorgung.