14/07/2026
Vor 22 Jahren spricht Muhammed Ayazgün (r.) mit Freunden und sieht dabei zufällig den Mann, der ein Fahrrad mit der versteckten Bombe vor einem Friseursalon abstellt und weggeht. Kurz darauf explodiert der Sprengsatz.
"Die ganzen Fensterscheiben sind explodiert und auf die Straße geflogen", erinnert sich der heute 55-Jährige. "Ich lag auf dem Boden, hinter mir sind die Nägel eingeschlagen und aus meinem Ohr lief Blut heraus." Seitdem kann er auf seinem linken Ohr nicht mehr gut hören. Im Gegensatz zu anderen Tatorten des Nationalsozialistischen Untergrunds (kurz NSU) gibt es in Köln nach wie vor kein Mahnmal, das an die Opfer des Anschlags erinnert. Jahrelang wurde um den richtigen Standort gestritten: Betroffene wollten es direkt an der Keupstraße. Die privaten Besitzer des möglichen Grundstückes hatten andere Pläne.