Selbstverständnis
Tierbefreiung Hannover/ Ortsgruppe von die Tierbefreier e.V. Tierbefreiung/Befreiung der Tiere bedeutet für uns,
vor allem gesellschaftliche Tierbefreiung.Das heißt Tiere aus den Zwängen kapitalistischer Verwertungslogik zu befreien und Vorurteilsdenken gegenüber Tiere abzubauen, um sie als leidens- und empfindungsfähige Lebewesen ansehen zu können. Im diesem Sinne heisst ge
sellschaftliche Tierbefreiung; den
Blick auf Tiere und die negative Einstellung ihnen gegenüber zu verändern, um sie aus den sozialen, kulturellen und institutionalisierten Gewaltverhältnissen herauslösen. Wir verstehen uns als ein Teil emanzipatorischer sozialer Bewegungen, die es sich zum
Ziel gesetzt hat, sich kritisch mit der gegenwärtigen Gesellschaft und einem Wirtschaftssysten auseinanderzusetzen,
das immer weniger in der Lage ist, auf soziale und ökologische Katastrophen Anworten zu finden. Aber nicht nur die Armut von immer mehr Menschen und die Zerstörung natürlichen Lebensgrundlagen sind Ausdruck der destruktiven Gewalt einer
Vergesellschaftung, in der Konkurrenz und ein Gegeneinander vorherrschend ist. Auch die in unserer Gesellschaft allgegenwärtige Gewalt die Tieren angetan wird, ist untrennbar mit einer Wirtschaftsweise verbunden, die auf Profite um jeden Preis ausgerichtet ist. Tiere werden in unserer Gesellschaft fast ausschließlich danach betrachtet, welchen Nutzen sie für den Menschen haben. Die massenhafte Gefangenhaltung von Tieren, die gnadenlose Ausbeutung und Schlachtungen im Akkord sind jedoch nicht nur alleinige Folge eines fehlenden moralischen Bewusstseins. Die Nutzung und Tötung von Tierem hat mit einer Wirtschaftsweise zu tun, in der die Bedürfnisse und Interessen von Menschen und anderen Tieren hinter Profitinteressen, zurücktreten müssen. Natürlich können Tiere auch durch anthropozentrisch-speziesistisches Denken in einer nicht-kapitalistischen Gesellschaft weiter Gewalt erfahren,
deshalb bedarf es auch im hier und jetzt, der Kritik am herrschenden Verhältnis zwischen Menschen und anderen Tieren. Aber nur eine Gesellschaft in der gemeinschaftlich-kooperativ im Sinne einer solidarischen Ökonomie nach Bedürfnissen produziert wird, bietet überhaupt die Grundlage, das gesellschaftliche Projekt der Befreiung der Tiere zu realisieren. Da wir es wichtig finden uns einerseits zu fokussieren, fühlen wir uns der emanzipatorischen Tierbefreiungsbewegung zugehörig, und fordern damit einhergehend das Ende der institutionalisierten und systematischen Gewalt an Tieren. Tag für Tag sterben Millionen von Tieren für äußerst fragwürdige menschliche Bedürfnisse. Ob als sogenanntes Nutztier für die Fleisch-, Eier-, Milch- oder Leder-/Pelzindustrie, ob als Versuchstier, als Zoo- oder Zirkustier, als Heimtier oder als zum Abschuss freigegebenes Wildtier. Ihre elementaren Bedürfnisse nach Freiheit und Unversehrtheit werden ignoriert, denn sie dienen auschliesslich menschlichen
Zwecken. Mit dieser Benutzung geht eine Weltanschauung einher, in der wir Menschen alle nicht-menschlichen Individuen in eine Gruppe „Tier“ einteilen, um eine Hierarchie aufzubauen, mit der wir Gewalt und Ausbeutung rechtfertigen können. Dabei werden permanent Vorurteile über „das Tier“ weitergegeben. So etwa das vermeintliche Fehlen von Leidensfähigkeit, Schmerzempfindungsvermögen, Sozialverhalten etc., was schon seit langem nicht mehr wissenschaftlich haltbar ist. Eine erste Möglichkeit der praktischen Solidarität mit den Opfern dieses Gewaltverhältnisses ist die vegane Lebensweise, also die Vermeidung von Produkten, für die Tiere ausgebeutet und umgebracht werden. Dabei ist der Veganismus die Konsequenz einer politischen Denkweise, die kritisiert das Tiere als Ware oder als bloße Ressource angesehen werden. Diese Zweckrationalität entscheidet darüber,wessen Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Das bedeutet in perfider Weise, das vermeidbare Bedürfnisse des Menschen, zu Gewalt und Tod von Tieren führen. Aber andererseits ist es uns wichtig, über unseren eigenen Tellerrand zu schauen, und nicht in eine Ein-Punkt Politik zu verfallen, die für uns nur in eine politische Einbahnstrasse führen kann. Das Mensch-Tier-Verhältnis existiert nicht allein aus sich heraus,als isoliertes Phänomen. Sondern ist immer verknüpft ist mit anderen Herrschaftsverhältnissen wie dem Kapitalismus der als sozioökonomisches Ordnungsprinzip die Reproduktion der Gesellschaft ordnet, aber zu enormer sozialer Ungleichheit und Naturzerstörung führt, sowie Diskriminierungs- und Benachteiligungsformen wie Rassismus, Sexismus etc. die mit ideologischen Vorstellungen einhergehen
Um dieser weitumfassenden Kritik in Praxis und Theorie gerecht zu werden, finden wir es wichtig uns mit anderen sozialen Bewegungen auszutauschen und zu vernetzen, um wirkunsmächtigere Kräfte zu bündeln, um so dem Ziel einer solidarischen Gesellschaft fernab von Konkurrenz und Ausbeutung von Menschen und anderen Tieren etwas näher zu kommen.