06/09/2022
Am Donnerstag, 8. September, testet der Landkreis Stade seine Sirenen. Um auch die jüngst aus der Ukraine in die Region gereisten Vertriebenen zu informieren, sind Texte und Grafiken übersetzt worden. Zeitgleich gibt es auch einen Sirenentest in Hamburg.
Probealarm: Informationen auch in ukrainischer und russischer Sprache – Paralleler Sirenentest in Hamburg
Rund 230 Sirenen ertönen am Donnerstag um 11 Uhr im Landkreis Stade. Für den Probealarm wird das Sirenensignal „eine Minute Heulton, ununterbrochen auf- und abschwellend“, ausgelöst, wie es bei Katastrophen und anderen Notereignissen wie so genannten Großschadensereignissen zum Einsatz kommt. Der Probealarm wird nach wenigen Minuten durch einen länger andauernden Sirenenton beendet.
Außerdem erfolgt die Probealarmierung bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die die kostenlose Warn-App NINA auf ihr Smartphone geladen und aktiviert haben. Die Kreisverwaltung empfiehlt ausdrücklich Download und Nutzung der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz NINA. Damit erhalten Interessierte wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitungen oder einen Großbrand. Wetterwarnungen und Hochwasserinformationen sind ebenfalls in die Warn-App integriert. Nutzer können Gebiete und Orte abonnieren, für die sie gewarnt werden möchten: Landkreise, Gemeinden oder Umkreise von neun und einem Quadratkilometer um einen frei wählbaren Ort sind möglich. Auf Wunsch warnt die Warn-App NINA auch für den stets aktuellen Standort. In der Warn-App NINA werden außerdem aktuelle und hilfreiche Informationen zur Corona-Pandemie veröffentlicht – wie lokal geltende Regelungen und Allgemeinverfügungen.
Der Alarm am Donnerstagvormittag ist mit keinen weiteren Maßnahmen der Bevölkerung oder den Einsatzkräften verbunden. Er soll vielmehr einerseits Informationen darüber liefern, an welchen Stellen es in der Alarmierungskette womöglich hakt und ob womöglich Sirenen defekt sind – und andererseits die Menschen im Landkreis Stade mit den Sirenensignalen vertraut machen.
Der Landkreis Stade informiert auf seiner Internetseite und den Social-Media-Präsenzen über die Aktion, die bewusst im Vorfeld der Sturmflutsaison stattfindet, um die Warnsysteme zu testen und die Bürger zu sensibilisieren. Bei der lokalen Alarmierung steht der Landkreis Stade übrigens ganz vorne auf der Tabelle: Die Sirenen im Landkreis Stade funktionieren seit 2019 vollständig digital – damit ist der Landkreis Stade Vorreiter.
Die Kreisverwaltung nimmt indes die besondere Situation für Vertriebene aus der Ukraine, die in den Städten und Gemeinden Zuflucht gefunden haben, sehr ernst: Informationstexte und Grafiken in ukrainischer und russischer Sprache stehen auf der Internetseite des Landkreises Stade zum Download bereit und werden auf den Social-Media-Portalen veröffentlicht.
Unabhängig vom Probealarm im Landkreis Stade führt die Freie und Hansestadt Hamburg am Donnerstag ihren jährlichen Warnmitteltest durch. Wurden früher am jeweils zweiten Donnerstag im September traditionell nur die Sturmflutsirenen getestet, sind seit einigen Jahre weitere Warnkanäle hinzugekommen – etwa Notfall-Apps. Hamburg betreibt nur in sturmflutgefährdeten Gebieten Sirenen.