24/02/2026
Hier unser Haushaltsrede 2026
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
sehr geehrte Hemsbacherinnen und Hemsbacher,
zunächst danke ich Herrn Salatino und seinem Team herzlich für die sorgfältige Ausarbeitung dieses Haushaltsplans. Ein Haushalt ist weit mehr als eine Ansammlung von Zahlen – er ist Ausdruck unserer politischen Prioritäten und unserer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.
Ein neues Jahr beginnt – doch die Herausforderungen bleiben. Unsere finanzielle Lage ist angespannt. Und dennoch stehen Entscheidungen an, die wir nicht vertagen dürfen.
Ja, wir müssen sparen.
Ja, wir müssen sorgfältig abwägen.
Aber wir dürfen nicht in Stillstand verfallen. Denn wer heute notwendige Projekte stoppt, zahlt morgen häufig einen höheren Preis. Die Inflation wartet nicht. Baukosten sinken nicht von selbst. Und der Bedarf unserer Stadt verschwindet nicht, nur weil wir ihn auf später verschieben.
Uns wird gelegentlich vorgeworfen, wir seien unehrlich, weil uns viele Projekte wichtig sind – weil wir scheinbar „alles wollen“.
Dazu sage ich klar:
Uns sind viele Projekte wichtig, weil uns Hemsbach wichtig ist.
Das ist keine Unehrlichkeit. Das ist Verantwortung.
Natürlich können wir nicht alles gleichzeitig umsetzen. Natürlich müssen wir Prioritäten setzen. Und ja – wir sind bereit, an anderer Stelle einzusparen, auch wenn es schmerzt. Genau das bedeutet verantwortungsvolle Haushaltsführung. Doch diese Entscheidungen müssen wir gemeinsam treffen – sachlich, ehrlich und im gegenseitigen Respekt.
Ein bedeutender Meilenstein ist erreicht:
Der Umbau des Goetheschulhauses ist abgeschlossen.
Das ist mehr als ein Bauprojekt – es ist eine Investition in unsere Kinder und in die Zukunft unserer Stadt. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dathan und dem gesamten Bauamt für die engagierte und verlässliche Arbeit.
Besonders positiv stimmt uns, dass auch die Planungen für das Lehrerhaus der Goetheschule fortgeführt und nicht verschoben wurden. Dass dies möglich ist, verdanken wir einem guten Konsens hier im Gemeinderat. Wir haben uns gemeinsam darauf verständigt, an anderer Stelle zu sparen, damit dieses wichtige Projekt nicht zum Stillstand kommt.
Genau so verstehen wir konstruktive Zusammenarbeit:
Verantwortung übernehmen, Prioritäten setzen – und wichtige Vorhaben verlässlich umsetzen.
Nun hoffen wir auf eine positive Förderentscheidung für die Hans-Michel-Halle. Auch sie ist von großer Bedeutung für das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt. Klar ist: Unsere Handlungsfähigkeit hängt maßgeblich von einem genehmigungsfähigen Haushalt ab.
Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen: Ein Haushalt besteht aus Planzahlen. Die Realität kann davon abweichen. Deshalb müssen wir weiterhin genau hinsehen, Einsparpotenziale prüfen und verantwortungsvoll mit jedem Euro umgehen. Steuergeld ist Vertrauensgeld – und dieses Vertrauen verpflichtet uns.
Die Unterbringungssituation bleibt eine große Herausforderung. Sie fordert unsere Verwaltung organisatorisch wie finanziell. Hier brauchen wir praktikable Lösungen und weiterhin eine enge Abstimmung aller Beteiligten.
Auch im Bildungsbereich stehen richtungsweisende Entscheidungen an. Beim Bildungszentrum sowie bei der Frage nach Schulformen und Standort geht es nicht um Ideologien. Es geht um unsere Kinder.
Es geht nicht um die eine Schule für alle.
Es geht um die richtige Schule für jedes einzelne Kind.
Jedes Kind bringt eigene Stärken, Talente und Lebenswege mit. Unsere Aufgabe ist es, dafür die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen.
Gleichzeitig gilt: Haushaltsdisziplin ist kein Gegensatz zu guter Bildungspolitik – sie ist ihre Voraussetzung.
Ein Bildungszentrum muss pädagogisch überzeugen, aber es muss auch dauerhaft finanzierbar sein.
Wir brauchen belastbare Konzepte, realistische Kostenkalkulationen und eine Umsetzung in Etappen, die unsere Leistungsfähigkeit nicht übersteigt.
Wer heute verantwortungsvoll plant, verhindert morgen neue Sparrunden.
Deshalb stehen wir zu Investitionen in Bildung – aber mit Augenmaß, Klarheit und finanzieller Vernunft.
Meine Damen und Herren,
Dem Haushaltsplan stimmen wir in diesem Jahr zu – im Bewusstsein der Herausforderungen und in der Verantwortung für unsere Stadt.
Gleichzeitig müssen wir schon heute den Blick auf den nächsten Haushalt richten.
Wir werden nicht darum herumkommen, strukturelle Einsparungen vorzubereiten und umzusetzen – sowohl bei den freiwilligen Leistungen als auch bei den Pflichtaufgaben.
Unser Ziel muss eine dauerhafte Entlastung von mindestens 10 Prozent sein.
Das ist ambitioniert. Das wird nicht schmerzfrei sein.
Aber wer finanzielle Realität ernst nimmt, darf sich vor klaren Zahlen nicht drücken.
Solide Finanzen sind keine Option – sie sind die Grundlage unserer kommunalen Handlungsfähigkeit.
Deshalb lassen Sie uns frühzeitig, transparent und gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten.
Denn Zusammenhalt bedeutet für uns nicht, Konflikte zu vermeiden – sondern gemeinsam klare Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.
Vielen Dank.