03/04/2026
Monatsartikel April der Naturschutzgruppe Borchen
„Nistkästen? Warum das denn?“
Diese Frage bekommen wir immer wieder gestellt.
Ja, warum sind denn unsere heimischen Vögel in der heutigen Zeit überhaupt auf unsere Hilfe angewiesen? Es gibt verschiedene Gründe, den gefiederten Freunden zu helfen. Nein – jetzt nicht aufhören zu lesen – weitermachen. Wichtiges Thema!
Es werden immer mehr alte Bäume aus den Gärten und Landschaften entfernt. Zu groß
ist die Angst vor Verletzungen, Berücksichtigung der Verkehrssicherheit und zu viel Laub
und Dreck. Dabei sind gerade die alten, knorrigen und strukturreichen Bäume ökologisch
ungeheuer wertvoll.
Wenn in unserem ordentlichen und aufgeräumten Garten der Baum
anfängt, sein Alter zu zeigen und für viele dadurch nicht mehr wirklich als schön
empfunden wird, geht die Natur erst richtig steil nach oben. Bis zu 6000 Arten (Insekten, Pilze, Vögel…) finden diesen alten Baum oder das Totholz daran erst richtig gut. Er bietet
Lebensraum, Nahrung, Nistkammern, Unterschlupf, Nistmaterial und vieles mehr.
Junge Bäume, die oft als Ersatz gepflanzt werden, wachsen zwar schnell und speichern
auch CO2, kommen aber an ihre alten Kollegen bei weitem nicht ran. Da müssen erst
wieder ganz viele Jahre vergehen.
Warum jetzt also Nistkästen? Fehlen diese alten Bäume immer mehr, geraten auch die Vögel, Haselmäuse, Siebenschläfer und weitere Tiere in immer größere Not, da sie ihrem Bruttrieb ja nachgehen müssen. Es gibt für sie aber kaum noch natürliche Bruthöhlen und Nistmöglichkeiten. Leider fehlt es in den meisten Gärten und der sterilen Landwirtschaft auch an Insekten, um sich und die Brut zu ernähren. Aber das ist ein anderes Thema. Dafür gibt es einen extra Artikel – versprochen!
Viele Vögel überwintern in unseren Gefilden. Wenn es Nistmöglichkeiten gibt, dann haben sie den klaren Vorteil, dass sie im Vorfrühling schon Nistkästen auskundschaften, mit Nistmaterial bestücken oder einfach besetzten können. Nach dem Motto „wer zuerst kommt, bekommt die besten Plätze“.
Aber was ist mit den Vö**ln, die den Winter im Süden verbringen? Die kommen nach etlichen Kilometern endlich in ihrer Heimat an und finden entweder sterile Gärten ohne Baum und Strauch oder besetzte Nistkästen vor. Sie haben tatsächlich oft Pech gehabt. Daher ist es so wichtig, eine Anzahl von verschiedenen Kästen für die verschiedenen Vogelarten in unseren Gärten anzubieten. Dabei ist es von großer Bedeutung, wirklich geeignete Kästen aufzuhängen. Das Material und die Verarbeitung entscheiden über Erfolg und Nichterfolg der Brut (also keine Dekohäuschen aus Metall oder dünnem Holz). Ganz wichtig ist hier auch der so genannte „Spechtschutz“, damit Spechte, Krähen, Waschbären oder Katzen kein leichtes Spiel haben, das Gelege einfach als Snack aus den Kästen zu ziehen.
Wir haben z.B. bereits den Mallinckrodtpark mit ca. 40, den Klosterhof mit 20, den Friedhof Nord- und Kirchborchen mit ca. 30 unterschiedlichen und wirklich sinnvollen Nistkästen bestückt. Geplant sind noch weitere Aktionen z.B. bei der einen oder anderen
Streuobstwiese.
Wenn Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite. Auch suchen wir immer rüstige und interessierte Ruheständler oder auch jüngere Menschen, die uns handwerklich unterstützen möchten, oder die bereit sind, bei Reinigungsaktionen
mitzumachen. Keine Scheu – wir beißen nur selten. :-)
Wir bieten zudem auch immer wieder tolle Aktionen an und bauen mit Kindern und deren
Eltern/Großeltern oder mit der Jugendfeuerwehr Nistkästen, um Klein und Groß für dieses
wichtige Thema zu sensibilisieren.
Es gibt viel zu tun – helfen Sie mit!
Aktive Naturschützer sind herzlich willkommen. Wir freuen uns über jede Anfrage. Ansprechpartner der Gruppe Borchen sind:
Gerald Klocke, Silke Deiters, Gudrun Ponta
E-Mail: [email protected]. Website: www.gfnev.de