28/03/2026
Lienzinger wissen sich zu helfen: Herzenssache-Treff auf Sprungkästen
- Sara Civic als hauptamtliche Beauftragte für die Stadtteile und Kommunikation stellt sich vor
OB Reter dabei
„Dann hat der OB gleich mal gesehen, was es bedeutet, keinen Hausmeister zu haben“, meinte augenzwinkernd eine Mutter. Denn als sich Herzenssache Lienzingen jetzt im Kleinen Saal der Gemeindehalle treffen wollte, war die Tür zur Gemeindehalle verschlossen und kein Hausmeister in Sicht. Da jedoch in der großen Halle Licht brannte, weil die Aktiven eines Vereines Sport übten, versuchte jemand der vor dem Haupteingang zwangsweise Wartenden erfolgreich, über den rückwärtigen Sportlereingang in die Halle zu gelangen und von innen die Haupteingangstüre zu öffnen. Doch die Vorfreude war zu früh: Vor dem Kleinen Saal war Endstation. Geschlossen und niemand hatte einen Schlüssel, nicht einmal Oberbürgermeister Stephan Retter, Überraschungsgast des Abends. Und auch Sara Civik, die sich an diesem Abend als neue Stadtteilbeauftragte vorstellen wollte, musste kapitulieren. Doch die Lienzinger wussten sich zu helfen und hatten die rettende Idee: Sie schafften aus dem Gerätelager neben dem großen Saal als Sitzmöglichkeiten je zwei kleine und große Sprungkästen ins Foyer.
So konnte Herzenssache, eine lose Arbeitsgruppe von Bürgerinnen und Bürgern, entstanden aus den Zukunftswerkstätten der Stadt Mühlacker vor zehn Jahren, die auf der Tagesordnung stehenden Punkte abarbeiten. Zwar nicht angekündigt, weil nicht sicher war, ob es ihm wegen eines anderen Termins reicht: OB Retter, der sich am Gespräch beteiligte. Zuerst stellte sich Sara Civic als hauptamtliche Beauftragte für die Stadtteile und Kommunikation vor. Das Echo war, wie es in einer Mitteilung von Herzenssache heißt, positiv. Lob gab es für Retter. weil er so seine Zusage aus dem OB-Wahlkampf eingelöst hat, und Arbeit für Sara Civic, die die ersten Aufträge aus dem Kreis der Teilnehmenden erhielt. Moderator Günter Bächle, seit mehr als 50 Jahren Stadtrat aus Lienzingen, sieht auch keine Konkurrenz zu den Gemeinderatsmitgliedern aus den Stadtteilen: „Wenn Anliegen von einer zentralen Stelle schneller aufgenommen werden, kann das nur gut sein.“
Danach ging es Punkt um Punkt weiter. Sara Civic bereitet derzeit außerhalb ihres Jobs als Masterarbeit, zusammen mit Günter Bächle und Reiner Schmollinger, einen Film mit Lienzinger Zeitzeugen vor, ähnlich dem Film „Wir sind die Kinder Enzbergs“. Ende März/Anfang April sind die ersten Dreharbeiten für dieses Projekts von Herzenssache, ein bürgerschaftliches Vorhaben mit Unterstützung der Stadt. Weitere Pläne: Der Bau einer Aussichtsplattform in den Lienzinger Weinbergen. Der Platz steht fest, die Fläche ist gesichert: Die ehrenamtlich Helfenden wollen jetzt beginnen, den Plan umzusetzen.
Herzenssache nimmt sich aber auch kommunaler Themen an. Im Ortskern herrsche Parkdruck, teilweise würden Fahrzeuge im Einmündungs- und auch Kurvenbereich von Herzenbühlstraße, Knittlinger Straße und Kirchenburggasse so weit in die Straßenraum hinein geparkt, dass kein Durchkommen mehr sei. Das Sichtfeld sei zudem häufig zugestellt. Der OB nannte für die Kommune rechtlich mögliche Gegenmaßnahmen. Übereinstimmung herrschte, solange zuzuwarten, bis am 1. Mai der neue Ordnungsamtsleiter seinen Dienst antritt.
Herzenssache freut sich, dass es auch wieder eine Zukunftswerkstatt in Lienzingen geben wird, und zwar im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts voraussichtlich am 16. September. Sonst hätte man eine eigene organisiert.
Vom OB angesprochen wurde das Konzept der Stadt für Ganztags-Grundschulen, das im Gemeinderat zur Entscheidung anstand. Eltern beschäftigt dabei, was aus der Betreuung der Kinder in den Halbtagsgrundschule sein wird. Bis 2030/31 werde sich an den jetzigen Regelungen nichts ändern, auch die Gebühren blieben gleich.
Das nächste Treffen von Herzenssache findet am Montag, 18. Mai, um 19:30 Uhr im Kleinen Saal der Gemeindehalle statt. Hoffentlich vor keiner verschlossenen Tür. (bä)