Der Kettenflieger Kalb ist das älteste Fahrgeschäft auf dem Oktoberfest, 1919 erstmals auf dem Platz, war seinerzeit auch eines der ersten, bei dem ausschließlich Kettenstühle zum Einsatz kamen. Auch hier hängen Sie, ähnlich wie beim erst seit den 70er Jahren erstmals eingeführten Wellenfliegern, an Ketten aufgehängt und entfernen sich mit zunehmender Drehgeschwindigkeit von der vertikalen in die
horizontale Ebene, na ja, 45 bis 60 Grad ist der Winkel wohl höchsten. Etwas für den geruhsamen Freund solcher Fahrgeschäfte, eine traditionelle Variante. Geeignet ist der Kettenflieger Kalb für Kinder, Teenager, Familien und Senioren. Damit eigentlich für jeden, der auch mit dem Lift oder der Rolltreppe keine Gleichgewichtsprobleme hat. Das im Auftrag von Karl Johann Wolfgang und seine Frau Babette von der Berliner Firma Gundelwein und Fischer erbaute prächtige Karussell stand 1919 erstmals am Gebsattelberg zur Mai-Dult, im Herbst dann auf dem Oktoberfest. Der Kettenflieger Kalb zeigt sich heute noch in vielen Teilen im Originalzustand. Lediglich Teile des Daches wurden zwischenzeitlich ersetzt durch originalgetreue Kopien der Dekorationsteile von Schaustellermaler Konrad Ochs. Die Originale gingen nicht verloren, sie stehen heute im Bestand des Münchner Stadtmuseums. Die klassische Bemalung des Kettenflieger Kalb zeigt Bilder abwechselnd mit Frauenköpfen und Landschaften auf den Dachkanten sowie Frauengestalten und Blumenarrangements am Plafond und Trichter. Der Kettenflieger Kalb, das letzte verbliebene Exemplar klassischer Kettenkarussels auf der Wiesn, wird heute bereits in der dritten und vierten Genaeration von Hans Martin Kalb und dessen Sohn Florian auf dem Oktoberfest aufgebaut und hat hier einen festen Platz in den Herzen der Wies´n Besucher.