09/04/2026
Was sich am Mittwoch auf dem Berliner Alexanderplatz abgespielt hat, ist schwer zu ertragen.
Im Rahmen einer pro-palästinensischen Kundgebung wurde eine Szene inszeniert, die an eine Hinrichtung erinnerte: Menschen gefesselt, mit Säcken über dem Kopf, vor einem improvisierten Galgen. Daneben ein weiterer „Gefangener“, der erniedrigt und wie ein Tier vorgeführt wurde. Das Ganze vor den Augen zahlreicher Passanten – darunter auch Kinder.
Unabhängig von politischen Positionen gilt: Solche Darstellungen überschreiten eine Grenze. Sie sind nicht nur geschmacklos, sondern entwürdigen Menschen und tragen zur Verrohung der öffentlichen Debatte bei.
Gleichzeitig zeigt sich hier ein Problem, das wir ernsthaft und differenziert angehen müssen: Antisemitische Narrative und Formen der Entmenschlichung werden zunehmend auch durch importierte Konflikte auf unsere Straßen getragen. Das darf weder relativiert noch politisch instrumentalisiert werden – sondern muss klar benannt und konsequent bekämpft werden. Jede Form des Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist abzulehnen.
Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind hohe Güter. Aber sie sind kein Freibrief für Inszenierungen, die Gewalt verherrlichen oder Menschenwürde missachten.
Wir müssen uns fragen, welches Klima wir im öffentlichen Raum zulassen wollen – und wo klare Grenzen gezogen werden müssen.