Laeben un Dod

Laeben un Dod Mach Deine Trauer und Erinnerungen durch Worte, Farben und Collagen sichtbar.

Es ist Zeit für eine längere Pause. Ich mach dann mal Urlaub. Ich wünsche Euch für die kommenden drei Wochen von Herzen ...
12/08/2026

Es ist Zeit für eine längere Pause. Ich mach dann mal Urlaub.

Ich wünsche Euch für die kommenden drei Wochen von Herzen alles Gute, passt so gut es geht auf Euch auf und ich freue mich, wenn wir uns hier ab dem 7. September 2026 wiederlesen.

Alles Liebe
Eure Nicole

"Sag mir nicht, wie ich trauern soll!" - Hättest Du das auch gerne schon einmal gesagt? Hast Dich dann aber doch nicht g...
09/08/2026

"Sag mir nicht, wie ich trauern soll!" - Hättest Du das auch gerne schon einmal gesagt? Hast Dich dann aber doch nicht getraut oder hattest keine Kraft?

Bei der Trauerfeier meiner Mutter habe ich die Urne zu ihrem Baum getragen und dabei gelächelt. Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die darüber - ohne die Hintergründe zu kennen oder wissen zu wollen - sofort geurteilt hätten.
"Die ist ja gar nicht traurig!"
"Wie kann sie nur lächeln, während sie die Urne mit der Asche ihrer Mutter trägt!".

Gerade eben hat Instagram mir einen Beitrag angezeigt von einer Familie deren Baby verstorben ist. Sie haben ein Reel gepostet, in dem zu sehen ist, wie der Vater mit dem kleinen Sarg das Haus verlässt und sein Baby - denn das ist es, auch wenn es in einem Sarg liegt! - zum Wagen des Bestatters trägt. Während der Rest der Familie weinend in der geöffneten Tür steht.

Glücklicherweise sind ganz viele liebevolle Kommentare unter dem Beitrag. Aber eben auch viele, die schreiben wie unmöglich sie das finden da die Kamera draufzuhalten. Und zack! wird die Trauer abgesprochen und behauptet das alles würde nur für Klicks gefilmt werden.

Ich kenne diese Familie, diesen Account nicht. In dem Moment sehe ich nur, da ist ein Baby gestorben und die Familie muss diesen schweren Gang gehen und dieses geliebte Kind verabschieden. Ich kommentiere mit einem Herz und einer Kerze.

Würde ich in dieser Situation filmen? Keine Ahnung. Ich habe das große Glück, dass aus meinem Baby ein erwachsener Mann werden durfte.

Was ich weiß ist, dass ich mir nach der Trauerfeier für meine Mutter bis heute wünsche ich hätte jemanden filmen oder fotografieren lassen. Denn die Bilder in meinem Kopf verblassen mit jedem Jahr mehr. Und ja, ich hätte gerne ein Foto von mir mit der Urne in meinen Armen. Denn das war der letzte gemeinsame Gang von meiner Mama und mir. Und davon ist mir nichts geblieben als die verblassende Erinnerung.

Ich urteile nicht darüber, wie Menschen ihre Trauer leben. Ich bewerte das nicht. Was manchen Trauernden gut tut, wäre für andere ein No-go.

Und? Ist das schlimm? Nein!

Also bitte: Sag mir nicht, wie ich trauern soll!

07/08/2026

Vielleicht kennst Du das: Du hast eine Kerze für Deinen Herzensmenschen, Dein Herzenstier entzündet. Und dann musst Du das Haus verlassen und die Kerze muss ausgepustet werden.

Mir ist das früher total schwer gefallen. Bis mir eine Trauerbegleiterin ein paar Worte schenkte, die ich seitdem sage bevor ich die Kerze auspuste:

❤️🕯️ Ich lösche die Flamme, aber nicht das Licht.

So habe ich das Gefühl, dass das Licht durch meine Gedanken und Gefühle weiter leuchtet.

Vielleicht magst Du es auch einmal ausprobieren. ❤️

05/08/2026

Eines Tages werde ich sterben.

Die Farben meiner Lebens-Palette werden ineinander laufen,
und ein großes Bild der Erinnerung ergeben.

Und dann wird sie vor mir stehen, die Tödin
mit der Sichel und den Ähren in ihren Händen,
und sie wird sagen:
„Es ist Zeit, den Fluss des Lebens zu überqueren“.

Seite an Seite werden wir das Meer der Zeit durchqueren,
bis meine Füße das noch unbekannte Land betreten.

Das Bild und der Text sind vor drei Jahren im Rahmen einer Sichtbarkeits-Challenge von .of.death mit dem Thema „Mein Tod und ich“ entstanden. Und da ich aktuell wieder viel daran arbeite, den Dod in der Gesellschaft als zum Laeben gehörig zu etablieren, passt es gut, dieses Reel zu wiederholen.

Damals bin ich mit dem Titel im Kopf spazieren gegangen. Es war ein Frühlingshafter, sonniger Tag. Ein Tag mitten im Leben. In meinem Leben. Und trotzdem fiel es mir damals leicht, meine Gedanken an mein Lebensende zu richten. Denn der Dod gehört für mich schon immer zum Laeben dazu.

Zuhause habe ich mich in meine Kreativstube gesetzt, Farben heraus gesucht, die mein Leben widerspiegeln und dann… hat sich meine Kreativität ihren eigenen Weg gesucht.

Plötzlich tauchten aus den Farben heraus zwei Gestalten vor meinen Augen auf, die sich Seite an Seite auf den Weg machen.

Die Tödin und ich.

Warum die Tödin und nicht der Tod? Weil sie anstelle einer Sense, eine Sichel und Ähren mit sich trägt. Für mich die Zeichen für den Kreislauf der Natur. ❤️

         gefühlesichtbarmachen

Als vor 12 Jahren der Anruf kam, dass der Bruder meines Schwagers - er war wie ein Großvater für meinen Sohn - Suizid be...
04/08/2026

Als vor 12 Jahren der Anruf kam, dass der Bruder meines Schwagers - er war wie ein Großvater für meinen Sohn - Suizid begangen hatte, konnten wir es nicht fassen. Und können es bis Heute nicht. Am Vorabend hatte er wie so oft mit seinem Bruder zusammengesessen und sich später lächelnd verabschiedet.

Wenn ein Herzensmensch stirbt, teilt der Tod das eigene Leben in ein Davor und ein Danach Leben. Der Herzensmensch hinterlässt ein riesengroßes Loch. Im Herzen, aber auch und gerade im alltäglichen Leben.

Wenn ein Herzensmensch Suizid begangen hat, kommt nach dem Auffinden die Polizei. Für die An- und Zugehörigen ist es der Herzensmensch und dieser wird nun beschlagnahmt und in die Gerichtsmedizin gebracht. Die Hinterbliebenen, die meist unter Schock stehen, werden verhört, haben erst einmal keine Möglichkeit sich zu verabschieden. Stattdessen wird die Wohnung durchsucht und persönliche Dinge gesichert.

Der Tod ist nach wie vor ein Tabuthema. Suizid ist ein Tabuthema im Tabuthema.

Ich wünsche mir, dass sich das immer mehr ändert.

Ich wünsche mir, dass Menschen in der Nachbarschaft nicht mehr die Straße wechseln. Dass das Gerede:
"Irgendwas müssen sie doch bemerkt haben"
"Wie er/sie es wohl gemacht hat?"
"Wie konnte er/sie das nur tun?" - aufhört.

Ich wünsche mir, dass An- und Zugehörige weiter selbstverständlich ein Teil der Gemeinschaft bleiben - wenn sie es wollen - und nicht ausgegrenzt am Rand stehen, und auf diesen schweren Schicksalsschlag reduziert werden.

🦋 Wenn Du selber Erfahrungen mit dem Thema Suizid in Deinem Umfeld hast: Was hat Dir geholfen? Was hättest Du Dir gewünscht?

🦋 Als An- und Zugehöriger findest Du z. B. unter www.agus-selbsthilfe.de Unterstützung.

🦋 Solltest Du Dich selber in einer Krise befinden oder suizidale Gedanken haben, findest Du hier Unterstützung:

Diese bekommst du zum Beispiel hier:
🇨🇭 Schweiz: die dargebotene Hand: 143
🇦🇹 Österreich: die Telefonseelsorge: 142
🇩🇪 Deutschland: die TelefonSeelsorge: 0800 111 0 111

Ein Mal im Monat treffen wir uns vor der Klosterkirche in Loccum. Gemeinsam gehen wir eine Runde durch den Klosterwald. ...
03/08/2026

Ein Mal im Monat treffen wir uns vor der Klosterkirche in Loccum.

Gemeinsam gehen wir eine Runde durch den Klosterwald. Neben dem Austausch gibt es Impulse für den eigenen Trauerweg, und es ist Raum für Fragen rund um die Trauer.

Sofern die Klosterkirche geöffnet ist, besteht die Möglichkeit im Anschluss eine Kerze für Deinen Herzensmenschen oder Dein Herzenstier zu entzünden.

Dauer ca. 1 Stunde.

Du kannst Dich vorab anmelden oder einfach spontan vorbeikommen.

Den jeweils aktuellen Termin findest Du in meiner bio.

Gerne sende ich Dir den Link auch zu.

Ich freu mich auf
Dich!

31/07/2026

Ich höre oft: „Für dein Erinnerungs-Journaling brauchst du bestimmt ganz viel Zeit“.

Nö.

In dem Reel seht ihr wie schnell das gehen kann. Gestern habe ich zusammen mit Freundinnen geschrieben. Jede hat einen Impuls mitgebracht. Diese drei Zettel habe ich gelocht, mit einem Band an eine Seite meines Erinnerungs-Journals gebunden, das Datum notiert und kurz, was ich mit wem gemacht habe. Fertig. Mehr braucht es nicht.

Natürlich ist es auch schön, sich hin und wieder richtig Zeit zu nehmen. Und genauso schön ist es, dass Erinnerungs-Journal eine Weile gar nicht zu nutzen. Geht auch. Oder wie meine Mutter immer gesagt hat: das frisst kein Brot!

Was Erinnerungs-Journaling noch alles kann und wie es funktioniert, erfährst du in meinen Schnupperkurse. Der nächste findet am 12. August 2026 statt.

Den Link findest Du in meiner Bio oder schreib mich einfach an

Ich freu mich auf Dich! ❤️

"Den schwersten Gang hast Du geschafft. Jetzt kommen die Erinnerungen und das Lächeln zurück."Diesen Kommentar habe ich ...
29/07/2026

"Den schwersten Gang hast Du geschafft. Jetzt kommen die Erinnerungen und das Lächeln zurück."

Diesen Kommentar habe ich kürzlich unter einem Beitrag gelesen, in dem die Verfasserin schrieb, dass an diesem Tag die Beerdigung ihrer Mutter stattgefunden hätte.

Als meine Mutter vor 9 Jahren starb, dachte ich ähnlich. Und so etwas hätte ich früher auch zu Trauernden gesagt. Weil ich dachte, dass es genauso sei. Für mich war das allerdings nicht so. Das Schlimmste kam, als ich rund ein Jahr danach wirklich begriffen hatte, was es bedeutete das meine Mutter nicht mehr lebte.

Die Verfasserin schrieb in dem Beitrag unter anderem, wie sehr sie es vermissen würde, dass ihre Mutter ihr zum Abschied zuwinkt.

Genau das ist es. Diese ganzen Kleinigkeiten. Der leere Stuhl am Tisch. Die ungenutzte Bettseite. Kein "Hallo", beim nach Hause kommen und kein "Tschüss" und winken beim weggehen. Kein gemeinsames Essen. Kein "Stell Dir vor, was heute passiert ist!"

Und in der ersten Zeit nach dem Tod des Herzensmenschen stehen Trauernde zum einen oft noch unter Schock und zum anderen beginnt ein Strudel an Erledigungen. Die Beerdigung muss geplant werden, Behördengänge, Familie und Freund*innen informiert... Wenn dann der Alltag wieder einkehrt, stellen Trauernde fest, dass es ein anderer Alltag ist bzw. dass erst einmal das Leben neu sortiert werden muss.

Die Sätze in diesem Kommentar sind bestimmt total lieb gemeint. Doch leider hat die Gesellschaft nach wie vor auch oft genau diesen Anspruch an Trauernde, das es nach der Beerdigung doch auch mal wieder gut sein muss mit dem trauern. Und doch nach vorne geschaut werden muss. Ihr kennt diese Sätze sicherlich.

Für mich ist es wichtig Trauernden das Gefühl zu geben, dass sie in ihrem eigenen Tempo gehen können. Einen Schritt nach dem anderen. Damit sie merken, was in diesem Danach-Leben trägt. Und was nicht.

27/07/2026

Die Erde dreht sich weiter. Unabhängig davon, ob wir dafür bereit sind oder nicht. Die Sonne geht morgens auf und abends wieder unter.

Daran können wir uns einerseits festhalten, und andererseits raubt es uns in der Trauer den Atem. Denn wie kann es sein, dass es in der Welt einfach weitergeht, wenn unsere Herzensmenschen doch nicht mehr da sind? Oder wenn schlimmes in der Welt passiert und gefühlt nur noch der Hass regiert?

Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr aufeinander aufpassen. Dass wir Menschen mit ihrer Trauer nicht allein lassen, sondern an ihrer Seite gehen. Damit dort, wo jetzt alles öd und vertrocknet ist, doch wieder etwas Neues, Anderes wachsen kann.

26/07/2026

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