30/12/2019
Der ÖRR (öffentlich-rechtliche Rundfunk) erhält Rundfunkbeiträge, um Bildung und sachliche Information zu verbreiten. Doch in letzter Zeit scheinen die Journalisten mehr und mehr zu versuchen, ihre eigene politische Meinung den Bürgern aufzudrücken. Auch mit Hetze und ohne Rücksicht auf Fakten oder ihren vorgegeben Auftrag.
Das "Oma ist ne alte Umweltsau"-Lied ist dabei nur das jüngste Beispiel. Von der Nutzung von Verbrennungsmotoren über Fleischkonsum und SUVs bis Kreuzfahrten wird der Oma im Lied nacheinander vorgeworfen faktisch das gesamte Parteiprogramm der Grünen zu missachten. Und sie wird dafür wiederholt als Umweltsau bezeichnet. Am Ende hört man die Stimme der Umweltaktivistin Greta Thunberg: „We will not let you get away with this“ (Wir lassen Euch damit nicht davon kommen).
War es als Satire auf grünen Moralismus und Greta Thunberg gemeint? Bisher hat der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk sich nahezu ausschließlich pro Thunberg geäußert, lediglich Dieter Nuhr wagte Kritik. Die Tweets von WDR-Journalist Danny Hollek sprechen ebenfalls gegen die Behauptung, es sei nicht gegen Ältere, sondern nur als Satire gemeint gewesen. Zitat:
"Bin auch weiterhin der Meinung, das alte Menschen noch nicht ausreichend beleidigt wurden. Mehr!"
"Lass mal über die Großeltern reden, von denen, die jetzt sich über aufregen. Eure Oma war keine . Stimmt. Sondern eine ."*
Auch hier war es dann anschließend wieder nur sarkastisch gemeint und nicht gegen alte Menschen gerichtet. Doch die Vorfälle, bei denen der ÖRR seinem Bildungs- und Informationsauftrag nicht mehr gerecht wird häufen sich. Drei Beispiele möchten wir hier kurz beleuchten:
1. Beispiel: Hetze gegen Polizisten
Der ÖRR-Online-Kanal "funk" ließ polizistenfeindliche Rap-Songs als Chor singen. Zitate: "Fick die Cops, sie sind Bullenschweine"; "Fünf von 10 Polizisten Hurensöhne"; "Ich ficke diesen Drecksstaat"; "Ihr Scheiß Bullen, fahrt weiter euren Rinderwahn, bis es heißt: Der Copkilla kam!"...
Und lobt dann, wie toll das doch als Chor klingt. Wieso Rundfunkbeiträge ausgegeben werden, um Hetze gegen Polizisten zu verbreiten und auch außerhalb der Rap-Szene salonfähig zu machen bleibt ein Rätsel.**
2. Beispiel: Falschdarstellung EEG pro Grüne/SPD
"Die Anstalt" behauptet, dass das EEG so teuer ist liege nur daran, dass es so viele Ausnahmen für Industriebetriebe gibt. Und der Strom an der Strombörse gehandelt werden müsse. Ökostrom sei eigentlich billig! ***
Tatsächlich wäre die EEG-Umlage ohne die Ausnahmen für Industriebetriebe etwas niedriger, der Strompreis insgesamt würde für private Verbraucher aber nur um ca. 10% fallen. Unser Strompreis wären in Europa dann nicht mehr Platz 1, sondern "nur noch" auf Platz 2 hinter Dänemark. Zumindest theoretisch. Denn ohne die Ausnahmeregelungen wären diese energieintensiven Betriebe wohl größtenteils pleite oder abgewandert, ihre Angestellten arbeitslos. In sofern ist äußerst fraglich, welcher Anteil der Kosten in der Realität wirklich auf diese Betriebe abgewälzt werden könnte.
Es wird also ein kleiner, ideologisch genehmer Teil des Gesamtproblems zur ausschließlichen Ursache des Problems erklärt. Und die Anstalt beendet ihren Sketch mit dem Vorwurf an Angela Merkel: "Sie haben also aus einem hervorragenden Gesetz eine Unverschämtheit gemacht!"
Schuld an den explodierenden Kosten sei also nicht der Konstruktionsfehler, den SPD und Grüne als Schöpfer dieses "hervorragenden Gesetzes" begangen haben. Sondern Angela Merkel.
Die Herleitung der Begründung in "Die Anstalt" klingt für Laien erst mal logisch, lenkt jedoch geschickt von Sachverhalten ab. Am Anfang wird die realistische Prämisse gemacht, dass der Hersteller des Ökostroms relativ hohe 8 Cent pro kWh benötigt um zu überleben.Doch als es um die Strompreise an der Börse geht ist der Ökostrom dann plötzlich "billig". Der Börsenpreis wird zum tatsächlichen Preis des Ökostroms erklärt - entgegen der anfänglichen Aussage. Tatsächlich kostet er in der Darstellung jedoch immer noch 8 Cent pro kWh. Die Differenz zum Marktpreis = Börsenpreis ist ja gerade das, was dem Verbraucher über die EEG-Umlage aufgebrummt wird.
Auch die Frage, warum es bei den hohen 8 Cent Vergütung bleibt, wenn der Öko-Strom doch angeblich so billig sei, wird ausgeblendet. Woher die Kosten eigentlich kommen, die die Bürger zahlen müssen? Egal! Aber die Industrie drückt sich vor den Kosten und Merkel ist an allem Schuld! Kurzum: Die Zuschauer werden von den Ursachen der hohen Kosten abgelenkt und statt dessen auf ideologisch genehme Sündenböcke gehetzt.
3. Beispiel: Falschdarstellung pro Windkraft
Auch in Sachen Artenschutz schlägt beim Öffentlichen Rundfunk der ideologische Missionierungseifer oder Lobby-PR die Fakten. Bei "Quer" stellen Windräder in Sachen Artenschutz kein Problem dar. Denn Katzen und Straßenverkehr töten ja mehr "Vögel" als Windräder. Am Ende ist Windkraft = Klimaschutz = Artenschutz und der Comic-Vogel nistet sicher und glücklich auf der Windkraftanlage.****
So kann man im ÖRR natürlich auch mit der nachgewiesenen Bestandsdezimierung zahlreicher Greifvogel-Arten durch die Windkraft umgehen. Die Kategorie "Vögel" hat dabei in Wahrheit nichts mit Artenschutz zu tun. Man kann nicht Verluste unter weltweit 500 Millionen Sperlingen und 400 Millionen Stadttauben gegen Verluste einer bedrohten Art wie dem Rotmilan mit einem weltweiten Bestand von nur 40.000 Stück aufrechnen. Nach der Logik wären sonst auch Fangeisen im Lebensraum der Pandas kein Problem für den Artenschutz. Schließlich sterben mehr "Säugetiere" durch Autos und Katzen als durch Fangeisen...
Es wäre wünschenswert, wenn der ÖRR sich wieder auf seinen Auftrag besinnt und sachlich korrekt berichtet. Statt Hetze zu betreiben oder unter Missachtung von Fakten politische Ziele zu puschen. Andernfalls verliert der ÖRR seine Existenzberechtigung.
* https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/martenstein-ueber-das-wdr-video-2020-wird-ein-schwieriges-jahr-nicht-nur-fuer-omas/25371914.html
und
https://www.merkur.de/politik/wdr-kinderchor-oma-eklat-umweltsau-video-tweet-lied-klimaschutz-csu-kinderhilfswerk-zr-13372644.html
** https://www.youtube.com/watch?v=XM1JVF9leyk
Nachtrag vom 01.01.2020: "funk" hat am 31.12.2019 noch den Titel des Videos und den Beschreibungstext geändert. Hierin wird darauf hingewiesen, dass der Chor teil einer Reportage ist, auf die nun verlinkt wurde. Vermutlich erfolgte diese Änderung als Reaktion auf die zunehmende Kritik. Bis dahin lautete der Titel nur "Chorexperiment Fick die Cops" und als Text stand dort nur, dass es sich als Chor doch gleich viel besser anhört. Und so stand es dort monatelang.
Man muss davon ausgehen, dass das Video trotz Mangel an Notwendigkeit aufgrund des Unterhaltungs- oder Skandalpotentials so gewollt war. Und es dem zuständigen Online-Redakteur so gefallen hat, dass er/sie es ohne Verweis auf die Reportage online stellte - und trotz zahlreicher kritischer Kommentare daran monatelang nichts änderte. Reagiert wurde erst, nachdem in Folge des WDR-"Oma ist ne Umweltsau" - Liedes die Kritik noch mal so richtig aufflammte und die kritischen Kommentare dann in die Tausende gingen.
*** https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-clip-7-164.html
**** https://www.facebook.com/watch/?v=1116398988547019