06/02/2026
🟣Wo Pflege an Grenzen stößt, braucht Selbstbestimmung andere Wege.🟣
Dass dieser Beitrag aus 2024 stammt, zeigt vor allem eines: Das Thema ist geblieben und der Handlungsbedarf auch. Damit Selbstbestimmung möglich bleibt, braucht es Fachwissen, Haltung und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Deshalb suchen wir Fachkräfte, S*xualassistent:innen und S*xualbegleiter:innen, die ihre Erfahrung einbringen möchten, um Menschen kompetent, respektvoll und selbstbestimmt zu unterstützen. Wer über entsprechendes Wissen verfügt und helfen möchte, kann sich auf unserer Webseite 👉 https://sexualassistenz.de/ eintragen und Teil des Netzwerks werden. Mehr Fachlichkeit schafft mehr Möglichkeiten. FÜR SELBSTBESTIMMUNG. FÜR WÜRDE. FÜR TEILHABE.
EnableMe Deutschland BesD - Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V.
Menschen mit einer Behinderung und/oder Pflegebedürftigkeit haben ebenso sexuelle Bedürfnisse.
S*xualität wird in unserer Gesellschaft immer mehr enttabuisiert. Dennoch gibt es nach wie vor Bereiche, in denen sie kaum noch ein Thema ist – wie etwa im Pflegebereich. Denn die Pflege von Menschen mit schweren Behinderungen, ob ambulant oder im Heim, ob als Angehöriger oder als Fremder, stellt eine körperintensive, mitunter gar intime Angelegenheit dar.
Denn laut der Gesellschaft für medizinische Intensivpflege „haben pflegerisches und sexuelles Handeln durchaus viel gemeinsam.“ Weil der pflegebedürftige Mensch gewaschen, angezogen oder getragen werden muss, entsteht regelmäßig ein enger körperlicher Kontakt. Hinzu kommt, dass Menschen mit einer Schwerbehinderung teilweise eingeschränkte Möglichkeiten haben, ihre S*xualität auszuleben – aufgrund der motorischen Einschränkungen, aber auch aufgrund gesellschaftlicher Vorbehalte sowie eventueller Schwierigkeiten bei der Partnersuche.
Vor allem für Erwachsene, die ihre eigenen Eltern pflegen, ist deren S*xualität oft von vornherein ein Tabuthema. Derartige Bedürfnisse und Ereignisse werden meistens peinlich totgeschwiegen. Aber selbst professionelle Pflegekräfte finden kaum die Sprache zu den beschriebenen Situationen.
Es stellt sich vielmehr die Frage des „Wie“. Eine pflegende Person hat selbstverständlich nicht die Aufgabe, dem pflegebedürftigen Menschen zur sexuellen Erfüllung zu verhelfen. Gleichzeitig übernimmt sie aber die Verantwortung dafür, den Menschen mit einer schweren Behinderung in seiner Selbstbestimmung zu unterstützen sowie Wege aufzuzeigen, damit sich die Grenzen zwischen den Bereichen S*xualität und Pflege nicht weiter verwischen.
Mehr zu Offenheit in einer respektvollen Sprache und Ausbildung und Beratung zum Thema S*x in der Pflege in unserem Artikel
https://www.enableme.de/de/artikel/sexualitat-in-der-pflege-2395
[Bildbeschreibung: Das Bild zeigt ein Symbol für den "Pflege und S*xualität". Im Zentrum ist eine Grafik mit vier Händen, die ein Herz umrahmen. Über der Grafik steht der Text " Pflege und S*xualität". Unterhalb der Grafik steht der Text: "Menschen mit Behinderung oder/und Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit haben ebenso sexuelle Bedürfnisse wie Menschen ohne Behinderung/Pflegebedürftigkeit". Das Design ist schlicht und verwendet Schwarz auf einem weißen Hintergrund.]
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