13/07/2026
T.A.G. Fraktion
Tornesch.Aktiv.Gestalten.
Fraktionsvorsitzender
Horst Krawutschke
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martina Dücker
Statement der Fraktion zum Thema Neubau einer Grundschule in Tornesch
Nachdem das oben genannte Thema nunmehr seit Jahren diskutiert wird und gerade jetzt wieder einmal hohe Wellen in allen Medienkanälen schlägt, ist es auch für die Ratsfraktion der T.A.G. an der Zeit, unsere Position öffentlich darzulegen.
Erst einmal zu den vorliegenden Fakten:
Nach jahrelanger Planung eines Neubaus am Esinger Weg, wurde das Vorhaben durch eine Zufallsmehrheit von CDU und BfT unwiederbringlich eingestampft und die knapp 2.000 eingereichten Seiten Planungsunterlage aus Kiel zurückbeordert
Gleichzeitig wurde der sog. Plan B „Neubau einer Schule am Schützenplatz“ angestoßen, der B-Plan 115 wurde angeschoben – eine Idee der damaligen Fraktionsvorsitzenden der CDU.
SPD, FDP, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN und die T.A.G. haben diesen Vorschlag aufgegriffen und wollen den Neubau der Grundschule am Schützenplatz umsetzen.
Die CDU präferiert noch immer die Ertüchtigung des derzeitigen Schulbaus der JSS, inkl. Eines Anbaus in der Esinger Str.
Die Fraktion der BfT stimmt nach einigem Rumgeeiere dem Neubau ebenfalls zu.
Das Planungsbüro PPP hat viele Varianten hinsichtlich des Standorts, Raumprogrammen und wirtschaftlicher Aspekte sehr genau geprüft. Dabei hat sich klar gezeigt, dass ein Neubau am Schützenplatz aus heutiger Sicht die beste Option ist.
Leider gibt es in der Politik immer noch keine Einigkeit darüber, wie groß die neue Schule werden soll oder wo die unabdingbare Sporthalle entstehen soll.
So ist es in der letzten Ratsver- sammlung zu sehr fragwürdigen Beschlüssen gekommen, die derzeit von der Kommunalaufsicht auf ihre Rechtssicherheit geprüft werden. Einzig hinsichtlich des Standortes am Schützenplatz bestand Einigkeit, alle weiteren Fragen wurden mit Prüfaufträgen an das Planungsbüro versehen.
Ob diese Beschlusslage Bestand hat, oder eine weitere Ratsversammlung einberufen wird, steht noch nicht fest
Einordnung in den Gesamtkontext:
Seit Wochen, Monaten und sogar Jahren, wird in Lenkungsgruppen, Planungsbüros, runden Tischen, Arbeitsgruppen und politischen Gremien, um die beste Lösung gerungen, wie die Schulsituation in Tornesch zukünftig verbessert werden kann.
Eine Ertüchtigung der jetzigen JSS kommt aus vielerlei Gründen nicht in Frage: nicht wirtschaftlich, Grundfläche zu klein, Denkmalgeschützter Altbau, Zeitfaktor usw.
Ein Neubau bietet die Möglichkeit, alle gesetzlichen Anforderungen (z.B. verpflichtendes OGT-Angebot) über eine lange Zeit zu erfüllen und moderne pädagogische Konzepte umzusetzen
Es gibt zwar Prognosen zur Entwicklung der Schülerzahlen für Tornesch, allerdings wird hier nicht alles (z.B. Zuzug) berücksichtigt.
Derzeit wird von einer 7-8 Zügigkeit für ganz Tornesch gesprochen.
Die Hauptforderungen / Wünsche an eine neue Schule in Tornesch Esingen sind: mehr Fläche in den Räumen und auf dem Schulhof, mehr Flächen für den Sportunterricht. OGT-Angebot, bessere Infrastruktur, Barrierefreiheit, Inklusion
Position der T.A.G.:
Wir möchten keine Prüfaufträge mehr! Die Aufträge aus der Ratsversammlung vom 29.06.2026 gab es entweder schon einmal, oder sie sind in unseren Augen überflüssig. Eine Sporthalle über der Schiessbahn? Oder auf dem jetzigen Schulhof der JSS? Nein Danke! Auch die 3 oder 4 Zügigkeit wurde durch PPP bereits geprüft – warum noch Mal?
Wir möchten eine 4 zügige Schule am Schützenplatz! Nach unserer Einschätzung werden die Schülerzahlen in der JSS eher ansteigen, als in der FRS, da sich alle großen Wohnungsbauprojekte eher Richtung Esingen ausrichten
Wir möchten eine 2 Feld Sporthalle auf dem Gelände der Schule! Eine Schulsporthalle gehört in direkte Nähe der Schule und nicht auf die andere Straßenseite oder auf einen entfernteren Standort.
Wir möchten einen großen Schulhof! Gerade im Hinblick auf den OGT sind Freiflächen mit Bewegungs- möglichkeiten extrem wichtig.
Wir möchten, dass die Schule Jahrzehnte bestehen kann! Dafür braucht es Platz. An beiden derzeitigen Standorten können wir live erleben, welche Probleme es bei Erweiterungen gibt.
Wir möchten das Grundstück am Felde für die Schule! Nur so ist der Standort auf lange Sicht mit allen Optionen versehen. Dazu kann der B-Plan 115 nach Entwidmung der Straße komplett für das ganze Grundstück aufgestellt werden und die Gebäudeanordnung geplant werden. Das spart Zeit und Geld. Also bitte kein Vorkaufsrecht und lange Verhandlungen.
Wir möchten Planungssicherheit! Sollten sich wider Erwarten die Schülerzahlen anders entwickeln, als von uns angenommen, kann an der FRS das Raumkonzept entsprechend geplant werden, um so viel Geld ein zu sparen. Auch, wenn die CDU das ganz anders möchte. Flexibilität ist enorm wichtig!
Wir möchten endlich beginnen! Immer wieder ist von der schwierigen finanziellen Lage der Stadt zu hören – leider ist dieses fast überall bittere Realität. Aber gerade deswegen ist es unverantwortlich mittlerweile fast 400.000 € Planungskosten vergeblich investiert zu haben und zudem Baukostensteigerungen im Millionenbereich in Kauf zu nehmen.
Fazit:
Kompromisse sind gut und wichtig! Sie werden aber nur Bestand haben, wenn alle Beteiligten sich darin wieder finden – sonst zerfällt die Einigkeit schnell.
Wir als T.A.G. haben mit den Ratsfraktionen von SPD, FDP, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN in allen Bereichen weite Übereinstimmungen und sind gemeinsam auf die CDU und BfT zugegangen – leider gibt es noch nicht überall Konsens.
Wir hoffen, dass es zeitnah Beschlüsse gibt, mit denen sich alle zufrieden zeigen können – es geht nicht immer nur um politisches Kalkül und um das Gewinnen/Verlieren – manchmal geht es in der Politik tatsächlich um die Bürger
Und ganz zum Schluss eine persönliche Bemerkung in Richtung der CDU: Wer Fairness, Pairing, Respekt und Achtung erwartet, sollte sich das eine oder andere Mal anders verhalten und seine Emotionen besser im Griff haben!
Hotte Krawutschke & Martina Dücker
Für die Fraktion