16/06/2023
🤩SCHENKUNG EINER HEILIGEN ANNA SELBDRITT
Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr erhält unser Museum ein bedeutendes Kunstwerk als Schenkung aus Privatbesitz. Nach dem Elfenbeinrelief „Tod Mariens“ im Januar ist es nun eine farbig gefasste Figurengruppe aus Eichenholz der Hl. Anna Selbdritt. Sie wurde um 1500 in einem der beiden damals in Köln führenden Bildhauerateliers hergestellt.
Dargestellt ist das zu jener Zeit sehr beliebte Dreigenerationen-Motiv der Hl. Anna, der Mutter der Gottesmutter Maria, zusammen mit Maria und dem Christkind. Die hl. Anna galt als Schutzpatronin der Familie. Außerdem verband man damit die Vorstellung, dass nicht nur die Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria, sondern auch schon die Geburt Mariens durch Anna von der Erbsünde „unbefleckt“ war.
Seit über hundert Jahren befand sich das etwa 70 cm große Kunstwerk in der Hauskapelle von Burg Bodenheim bei Euskirchen. In seiner Sitzung am 15. Juni hat der Rat der Stadt Köln das kostbare Geschenk aus rheinischem Familienbesitz mit Dank angenommen. Ab sofort ist es im Museum Schnütgen zu besichtigen.
Das Museum verfügt bereits über zahlreiche Darstellungen der hl. Anna Selbdritt, bislang aber über keine aus der für die Kölner Skulptur um 1500 so charakteristischen Produktion von Meister Tilman und des Meisters der Gedächtnisstiftung der Familie Viktor von Carben im Kölner Dom. „Deshalb“, so Direktor Moritz Woelk, „ist der Neuzugang für die Sammlung eine ganz besonders willkommene Bereicherung“.
Das Geschenk ist auch ein Beispiel für die vielfach zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung des Museums sowie die persönliche Verbundenheit von Bürgerinnen und Bürgern mit diesem Haus. Die Schenkerin ist langjähriges Mitglied des Freundeskreises des Museum Schnütgen.
Abbildung
Das Foto zeigt die Hl. Anna Selbdritt, Köln, um 1500 © Foto: Museum Schnütgen