Campen is geil

Campen is geil Campen - die schönste Sache der Welt. Millionen von Wohnwagen- und Wohnmobilbesitzern, die in den Ferien die Autobahnen verstopfen, können sich nicht irren

Campen is geil! Und wie! Allerhand Kurioses über die wohl geselligste Art, seinen Urlaub zu verbringen.

Als Taschenbuch bei Amazon und Hugendubel bereits erhältlich. eBook-Versionen folgen in Kürze:
17/03/2021

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Lustig ist das Zigeunerleben

15/03/2021
Es ist vollbracht. Mein Camperbuch ist ab nächste Woche im Handel erhältlich.
12/03/2021

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Sommer 2018: Beer-Can-Chicken vs. Frikandel 2018! Was für ein Sommer! Die Sonne wirkt für uns vitalisierend. Sie hat stä...
10/08/2018

Sommer 2018: Beer-Can-Chicken vs. Frikandel

2018! Was für ein Sommer!
Die Sonne wirkt für uns vitalisierend. Sie hat stärkere Kräfte wie eine Tafel Schokolade beim seelischen Tief und lässt uns wie Pflanzen bei der Photosynthese aufrecht und zielstrebig sein. Fehlt sie, werden wir winterdepressiv und ziehen uns zurück.

Ja nee, Am A***h is dunkel!!!! Geschissen auf die Sonne! Ich fröhne lieber gepflegten Winterdepressionen, als so einen Horror nochmal zu erleben!

Jetzt, im gehobenen Alter mag man ja nicht mehr so sehr unter Palmen an der Südsee bei 99% Luftfeuchtigkeit und 38° im Schatten liegen, in der Toskana am Pool, mit zwar nur 60% Luftfeuchtigkeit, aber gefühlten 40° Wein, Weib und Gesang genießen oder aber in Kroatien, bei 42° und Grillbrikettkieseln am Strand das glasklare Wasser der pisswarme Adria bestaunen. Nein, jenseits der 45 Lenze sorgt ein moderater Sommer mit Temperaturen von maximal 25° für das leibliche Wohlbefinden und ein gesundes Herz-Kreislaufsystem.

Daher fahren wir gern an die See. Vorzugsweise Nordsee - Holland - Zeeland. Von einem leichten mediterranen Einfluss mit nur wenigen Regentagen, viel frischer Luft und flauschigen 22-24° geküsst: So lassen wir es uns am liebstens gefallen. Und darauf freuten wir uns auch in diesem Jahr.Aber wie schon vorab gesagt....am A***h is dunkel!

Sonnenverwöhnt von den Monaten April bis Juni packten wir im Juli unseren Wohntempel und juckelten voller Vorfreude Richtung Zeeland, um der glönnigen Hitze der ostwestfälischen Tieflandebene zu entkommen. Der Wetterbericht meldete zwar für die See schon exorbitante 26-28°, aber mit ein bisschen frischem Seewind lässt sich das sicherlich prima aushalten.

Viel in der Welt herumgekommen, dachten wir, alle Level heißer Sommertemperaturen bereits entdeckt zu haben, nichtsahnend, dass Zeeland das versteckte Bonuslevel bereithielt. Denn was war mit der ach so frischen Nordseeluft? Am A***h! Geschlagene 9 Tage haben wir uns in unserer brutheissen Wohndose auf einem sonnigen Stellplatz ohne Schatten ins Wachkoma gehechelt...umziehen ging nicht, alles ausgebucht, die Schattenplätze bereits bis ins Jahr 2022. Morgens um 8 Uhr bereits flockige 29° vermiesten einem das gepflegte Familienfrühstück, ganz zu Schweigen davon, dass auch unser Kühlschrank unter dieser Bruthitze stöhnte und nur warme Cola, Flüssigbutter und gewellte Wurst ausspuckte.

Strand? Ja....hab ich in 9 Tagen zweimal gesehen, abends zum Sonnenuntergang, wenns endlich mal schattig wurde! Keinen Bock gehabt auf im Sand verbrannte Mauken, 28° Nordseeplörre, unzählige Laiber im Wasser und einen Dünenweg, der bereits morgens um 9 aufgrund flimmernder Luftspiegelungen Fata Morganen vorgaukelt.
Geschätzte 200 000 Urlauber hatten das gleiche abendliche Bedürfnis und die besten Plätze fürs Begucken des knallroten Sonnenuntergangs waren stets schon belegt.

Ausflüge? Wie denn, mit zwei Hunden im Schlepptau, welche gar nicht erst aus dem trockenen Staub unter dem Wohnwagen hervorzulocken waren. Wir wurden ernsthaft mehrfach darauf hingewiesen, dass die für den Grillspieß vorgegarten und unterm Wohnwagen gelagerten Spanferkel doch besser gekühlt werden sollten, bevor sich die Fliegen draufsetzen.

Nachts, wenn es denn endlich mal gefühlte 3° abkühlte, haben wir bei offenen Fenstern und Türen geschlafen, scheiß einen drauf, dass Männes Schnarchgeräusche ungefiltert bis zur Rezeption hin zu hören waren. S*x im Urlaub? Um Gottes Willen!!! Hitzeschlag und Herzinfarkt waren da doch gleich vorprogrammiert.

So dümpelten wir volle 9 Tage bei Höchsttemperaturen von 35-38°, völliger Windstille, mit den Füßen im mit kaltem Wasser gefüllten Spüleimer und feuchten Handtüchern auf den Köpfen den ganzen Tag vor uns hin, warteten auf die Dunkelheit, welche Schatten versprach und haben dann am Tag 10 entnervt abgebrochen, voller Vorfreude auf unser backsteinumsäumtes Haus, welches eine göttliche Innenkühle von 30° versprach.

Ganz ehrlich? Am Strand hätte man ein perfektes Beer-Can-Chicken bruzzeln können. Bierdose raus aus der Kühltasche, aufreißen, den zuvor bei AH gekauften und gerupften Gockel mit dem Hintern drüberstülpen, etwas Salz dran und dann nur noch im Sand parken. Handy-Timer auf 60 Minuten stellen und pling: Die perfekte und kostengünstige Frikandel-Alternative! Und es wird sogar die ganze Familie davon satt. Aber bitte nicht verwechseln mit den bereits fertig gegrillten Fleisch, welches haufenweise am Strand zu finden ist. Sollte Stoff dran kleben, ist es kein 80 Kilo- Puter, der auf einer Bierdose vor sich hin gart, sondern ein Urlauber in geblümter Badehose, der bereits seit morgens 9 Uhr Bräune tankt. Gabel reinpieksen könnte unartikulierte Schreie auslösen.

Wir für unseren Part waren froh, wieder in der ostwestfälischen Tieflandebene zu sein. Wir haben sämtliches Wohndosenzubehör kurzerhand in den Keller geschafft und leben seitdem glücklich und zufrieden mit Gaskocher, Luftmatratze und dem Wissen, dass 20° Umgebungstemperatur ein perfektes Wohlfühlklima erzeugt.

Pimp my CaravanHach, was waren das noch Zeiten.....den ollen Kipp Bj. 1975 mit gediegenem Eiche-Brutal-Mobiliar, Plüschk...
17/07/2018

Pimp my Caravan

Hach, was waren das noch Zeiten.....den ollen Kipp Bj. 1975 mit gediegenem Eiche-Brutal-Mobiliar, Plüschkissen und blickdichten Volant-Vorhängen ab an den Haken und Abfahrt an die Ostsee.
Niemand machte sich Gedanken über ein Wohhlfühlambiente, diente die Wohndose doch in erste Linie dazu, der 5köpfigen Familie ein solides und wetterbeständiges Heim während der Ferien zu bieten.
Sämtliches Inventar bestand aus bunt zusammengewürfeltem ausrangiertem Küchenzubehör von Omma, der sonstigen Verwandschaft und Nachbarn. Porzellanteller, von unzähligen Mahlzeiten zerkratzt, teilweise mit abgesprungenem Rand, Töpfe, in denen Adolf schon seine Speckbohnen aufgewärmt hat, Tassen mit Blümchenmuster ohne Henkel, bzw. nur noch mit Henkelüberresten, schwarz angelaufenes Besteck aus der Feldkiste von Oppa - all das zierte Hunderte von Campingtischen beim Strandcamping in Scharbeuz.
Dekoration? Einzig die Wimpelflagge und der von Omma im Jasminmuster gehäkelte Bettüberwurf erfreuten das ansonsten eher praktisch sehende Camperauge. Die ganz vornehmen hatten eventuell noch eine bunte Decke und einen Strauß selbstgepflückte Blümchen auf ihrem Tisch.

Aber 1975 war Anno Pickert.....Wir sind jetzt im Jahr 2018. Und das allerallerwichtigste für den modernen zeitgemäßen Camper sind anerkennende Blicke von Campingnachbarn und anderen Facebook-Gruppenmitgliedern. Und da alle technischen Finessen, die den Neid der anderen Camper hervorrufen, bereits im Einsatz sind, geht’s jetzt ans Eingemachte.
Und wir reden hier nicht von einer dezent an die Gardine genähten Borde oder farblich zur Einrichtung passenden Bettwäsche. Das wäre sowieso erst das Tüpfelchen auf dem i, denn zunächst einmal wird alles rausgerissen, was nicht niet- und nagelfest ist. Nachdem der Parketboden im feinsten Fischgrätmuster verlegt ist, alle Polster im zeitgemäßen Design neu bezogen, sämtliche der ca. 200 000 existierenden Ikea-Hacks zum Einsatz gekommen und die Finger vom Durchstöbern von Pinterest-Ideen wundgeklickt sind, geht’s ab in den Action und den Superschnäppchen, um den Ganzen mit dekorativem Tüddelkram den letzten Schliff zu geben.

Sagt mal...gehts noch? Durchaus erfreue ich auch mich an einer geschmackvollen Einrichtung, aber müssen es denn gleich so durchgestylte Blechbüchsen sein, dass die Personalabteilung von Porta-Möbel bereits mit einem exorbitanten Gehalt winkt, um den Erschaffer dieses Domizils als Schauwerbedesigner für den nächsten Tag der offenen Tür anzuwerben?

Zugegeben, Eiche Brutal muss auch ich nicht haben, und ich habe durchaus nichts dagegen einzuwenden, wenn sich Besitzer eines solch gediegenen Mobilars farblich umorientieren. Aber hier noch 5 bunte Sofakissen, da noch ein Regal mit durch doppeltes Klebeband fixierten Dekoartikeln, moderne Bilder an den Wänden, Utensilos mit allen Rafinessen?....nee.

Aber um nicht als Asi oder HartzIV-Empfänger zu gelten, wird man heutzutage ja fast schon genötigt, auf den Pimper-Trendzug mit aufzusteigen. Da wir nächste Woche bereits in den Urlaub fahren, husch ich dann jetzt mal schnell noch in den Baumarkt, zu Ikea und in den Action und schau mal, was sich da auf die Schnelle noch so machen lässt.

Ein Tag in Zeeland - Tagebuch eines CampersZeeland - wunderbare Stille, endlose Strände, freundliche Camper. Tagebuch au...
30/09/2017

Ein Tag in Zeeland - Tagebuch eines Campers

Zeeland - wunderbare Stille, endlose Strände, freundliche Camper. Tagebuch aus unserem Kurzurlaub:

03:50 Uhr: Wenn Gott gewollt hat, dass Frösche so laut quaken, warum hat er dann Seen und Teiche in Nähe von Campingplätzen angelegt?

04:10 Uhr: Oh mein Gott....hat mal einer ne Schrotflinte für den blöden Vogel, der singt, als wenns kein Morgen gäbe?

06:30 Uhr: Hunde müssen mal P**i. Blöd jetzt. Männe schläft noch. Dann muss ich wohl....hm....nebenan wohnt noch keiner, schnell raus, in T-Shirt und Schlüppi mit den Hunden nach nebenan und da machen lassen. Merkt eh keiner. ...oh Hallo! Auch schon so früh wach?

07:00 Uhr: Kann nicht mehr schlafen. Noch so ruhig überall. Schnell mal nach draußen, eine rauchen und ein bißchen Facebook gucken.

07:30 Uhr: Hunde müssen Kacka. Ob ich die auch einfach nach nebenan????....nee, gehört sich nicht. Also angezogen, Kacka-Beutel und Leinen geschnappt und bis zum übernächsten Platz gekommen. Tja, was raus muss, muss eben raus. Sorry, lieber Nachbarn. Ich machs auch weg.

08:00 Uhr: Männe schläft immer noch. Mal ein bißchen klappern und aufräumen.

08:30 Uhr: "Hey...ich hol schonmal Brötchen, machst du den Tisch fertig?"

08:40 Uhr: Zurück mit Brötchen, kein Tisch fertig, Männe schläft.

08:50 Uhr: "Ey du Sack, steh auf, ich hab Hunger!!!" Oh, ich wurde erhört und er murmelt was von Kaffee. Where the hell is the Kaffeemaschine?? F**k, vergessen! Tee tuts auch mal.

09:20 Uhr: Immer noch Diskussionen wegen der vergessenen Kaffeemaschine. Da ich keinen Kaffee trinke, wurde ich in einem weiterem 30 Minuten Monolog darüber informiert, dass eine weitere Kaffeemaschine, die im WoWa verbleibt scheiße ist, weil der Kaffee nicht schmeckt, wenn das Teil nicht dauerhaft in Benutzung ist. Mann Alter, sauf Tee und lass mich zufrieden!

10:00 Uhr: Tagesplanung: Erstmal Strand.

10:45 Uhr: Taschen und Bollerwagen sind fertig gepackt. Zwei Hundeleinen, zwei weitere, falls mal eine reißt, zwei Halsbänder und noch zwei Halsbänder, falls mal eins kaputt geht. Ballspielzeug, Strandtücher, Sonnenmilch, was zu trinken, Kekse, etwas Geld, eBook, Ersatz-Haarband (falls das bereiits vorhandene reißt), Hundelckerlis, Handy, Nagelfeile (kann ja sein, dass am Strand ein Nagel einreißt), Pflaster (falls man in eine dieser fiesen Miesmuscheln tritt). Männe hat die Badehose und Schlappen bereits an, Handtuch um den Hals. Warum der immer was zu meckern hat, nur weil ich ein bißchen was zum Strand mitnehme.

11:10 Uhr: Brennende Diskussion darüber, wer die Hunde nimmt und wer den Bollerwagen mit den Taschen zieht. Der Weg zum Strand ist ca. 800 m weit, zwei Hunde mit zwei Leinen sind genauso anstrengend wie Taschen und Bollerwagen. Wir machen Schnick-Schnack-Schnuck: ich muss die Hunde nehmen.

11:30 Uhr: Letzte Düne erfolgreich besiegt, ächzend niederlassen. Nee, Platz ist nicht richtig, noch weitere 3,8 km durch den Sand latschen, bis der Herr ein passendes Plätzchen findet.

12:17 Uhr: Hunde hecheln doll. Scheiße...Wasser vergessen. Napf auch. Nächste Wasserstelle ca. 700 m entfernt. Kacka-Beutel aufgekrempelt und ab zum Wasser holen. Vorher mit Schnick-Schnack-Schnuck ausgelost, wer geht. Natürlich ich....

12:45 Uhr: Hunger! Kekse sind kein Essen, meint Männe. Da hinten am Strandpavillion (ca. 1 km entfernt) gibts Pommes und Frikandel. Schnick-schnack-Schnuck? Nicht mit mir!!!! Soll er sich doch seinen Mampf selbst holen!

13:50 Uhr: Männe ist nach halber Stunde anstehen mit kalten Pommes und Frikandel zurück. Stolpert unglücklicherweise über die Wassertüte der Hunde. Essen nun sandig (stört die Hunde überhaupt nicht), Wassertüte leer (stört die Hunde sehr wohl).

14:10 Uhr: Heftiger Sonnenbrand auf dem Rücken, weil bei der vielen Latscherei keine Zeit blieb, sich gegenseitig den Rücken einzucremen.

14:30 Uhr: Hunde quengeln, wollen runter zum Meer. Mist, gerade Ebbe....wieder gefühlte 2,5 km laufen. Auf dem Weg dahin pinkelt einer an eine Strandmuschel (sorry, der brauch immer eine Erhöhung, um das Bein zu heben) und einer entläd seinen Durchfall direkt neben einem Rentner auf einem Handtuch. Hinweis auf Kackabeutel bekommen. Bei Durchfall? Ha-ha.

15:30 Uhr: Zurück am Platz, Hund buddelt Loch und bedeckt alles mit Sand. Keinen Bock mehr, zurück zum CP.

16:00 Uhr: Damned!!!! Schon so früh zurück und gleich duschen gegangen, trotzdem nur kaltes Wasser !!!!

17:00 Uhr: Männe hantiert schon mit Grill. Letzte Mahlzeit war ja schließlich das Frühstück. Hunde weiterhin satt von Pommes und Frikandel.

17:50 Uhr: Nein, nur mit Klopapierstreifen lässt sich so ein Griill schwerlich anzünden.

18:00 Uhr: Nicer Dicer ist praktisch, frisst aber Fingerkuppen!!!

18:45 Uhr: Immer noch kein Salat fertig, Finger blutet noch doll. Männe mittlerweile satt, wer braucht schon Salat.

19:30 Uhr: Gehen wir noch aus? NEIN!!!! Ich bin verwundet!!! Ernte kein Mitleid. Blöder Kerl! Finger blutet immer noch!

21:30 Uhr und zwei Flaschen Wein später: Habe beim Backgammon gewonnen!!!! Yeah!! Finger blutet weiterhin!

22:30 Uhr: Diskussion mit Nachbarn. Hunde haben sich heimlich verkrümelt und P**i und Kacka direkt vor seinem Vorzelt gemacht. Jaja, die lieben kleinen....tut uns leid. Mit weiterer Flasche Wein versöhnt.

0:45 Uhr: Gute Nacht!!

0:55 Uhr: Wenn der liebe Gott gewollt hat, dass Frösche so laut quaken.........

Nützliche Einrichtungen auf dem Campingplatz1. Die RezeptionDie Anmeldung, die wohl schwerste Hürde zum Campingvergnügen...
19/09/2017

Nützliche Einrichtungen auf dem Campingplatz

1. Die Rezeption
Die Anmeldung, die wohl schwerste Hürde zum Campingvergnügen. Nachdem man den Seitenstreifen vor der Rezeption mit seinem Fahrzeug samt Caravan geflissentlich ignoriert hat, parkt man direkt vor der Schranke und begibt sich auf den Weg zur Rezeptioin.
Hier dann geduldiges Warten auf die Omi, die fragt, ob der Platz auch Fußpflege anbietet sowie auf einen weiteren Neuankömmling, der bereits seit 5 Tagen auf dem gesamten CP herumirrt und seinen Stellplatz trotz Wegeplan und eindeutiger Nummerierung nicht findet,
Mittlerweile wütendes Gehupe von draußen....meine Güte, sind Camper ungeduldig.
Nachdem man dann erfahren hat, dass der vorreservierte Platz leider noch belegt ist, weil der Vo*******en von Vormieter einen Platten an seinem WoWa hat und es nicht geschissen bekommt, seinen Ersatzreifen endlich mal draufzuziehen, hat man sich dann nach einer Auswahl unter 15 Alternativplätzen, die man ausführlich diskutiert und pro und contra abwägt, auf einen schnuckeligen Eckplatz in der Nähe eines Sanitärgebäudes geeinigt. FATALER FEHLER....aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Nach erfolgter Anmeldung verlässt man die Rezeption, schlängelt sich durch mindestens 15 Fahrzeuge vor zur Schranke, setzt sich hinters Steuer und stellt fest: Schrankenkarte funktioniert nicht, weil man sie auf dem Weg zum Auto einfach in die Hosentasche gestopft hat und nun der Magnetstreifen einen Knick hat.
Also nochmal aussteigen und zurück zur Rezeption. Fröhlich den anderen Wartenden an der Schranke winken und dem ersten hinter dir in ein kurzes Gespräch verwickeln, weil sein Nummernschild besagt, er kommt aus dem Nachbarkreis. Man hat sich so als Quasi-Heimatnachbarn halt viel zu erzählen.
Nachdem die Schranke durchfahren ist und man seinen Platz endlich gefunden hat, kennt mittlerweile jeder 2. Dein Nummernschild und droht mit Worten wie "man sieht sich immer zweimal im Leben" sowie "du bist tot, du weißt es nur noch nicht".....meine Güte, sind Camper unfreundlich.

2. Der Campingladen
Hier wird Not und Elend von vergesslichen Campern zur waren Profitgrube des Campingplatzbetreibers. Neben Tampons zu 16,50 EUR im Sechserpack, Zeltstangen, Campinggeschirr, diversen überteuerten Lebensmitteln, horrend teuren Sonnencremes und Sonnenbrillen wird besonders auf die kleinen Camper ein großes Augenmerk gelegt. Drachen in allen Farben und Formen, Bälle für Groß und Klein, Wellenbrettern, bunten Frisbees und Ping Pong-Sets für den Strand erfreut sich besonders das Sandkasten-Set mit Eimerchen und Wassermühle für 27,90 EUR großer Beliebtheit.
Einziger Vorteil: Morgens gibts 20 Sorten frisch gebackene Brötchen, 10 Stck. für nur 17,30 EUR im Familienpack, noch warm! Heureka.....da spart man sich doch das Anziehen und Zurechtmachen, denn in den CP-Laden kann man auch ungekämmt, mit Gummischlappen und 80er-Jahre-Jogger, schließlich sehen hier alle so aus. Da macht es auch nichts, dass man 30 Min. in der Schlange steht und wenn man bei den Brötchen angekommen ist, diese entweder kalt sind oder aber.....alle. Die nächste Backladung dauert aber auch nur 20 Minuten.

3. Kinderanimation
Etwas irritierend ist die morgendliche Musik, die die Kleinsten unter den Campern zum Mitmachen auffordert. Die Holländern sind da echt komisch. Da 78% aller CP-Insassen Deutsche sind, hat man sich für einen Superhit entschieden, den wohl jeder kennt. Ich zumindest kenn ihn aus dem Jahre 1978 aus dem ZDF-Ferienprogramm: "Ferien, Leute es sind Ferien, alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau, denn es sind Ferien, Leute es sind Ferien und mit viel Tammtamm beginnt heute unser Ferienprogramm".......nunja, die Kids des 21. Jahrhunderts scheinen den Hit auch zu kennen und stürmen wie besessen den Platz der Begierde.
Bereits nach zwei Minuten schreit der kleine Kevin wie ein Berserker nach seiner Mama. Der Finn-Justin hat ihm nämlich juste mal eins mit ner Sandschüppe übergebraten, weil er das Schäufelchen haben wollte. Drei Minuten später weiteres Gebrüll aus Richtung Pool. Die kleine Clara ist an den Zöpfen gezogen worden und verlangt nach ihrem großen Bruder, der dem Täter den Hintern versohlen soll. Währenddessen steht Marvin mit dem Daumen im Mund verlegen in der Ecke. Leider hat er P**i in die Hose gemacht, weil er sich nicht getraut hat, die Betreuungsperson zu fragen, ob sie ihm Knopf und Hosenstall aufmachen kann. Den Rest hätte er alleine gekonnt.
Apropos Betreuungsperson: Chapeau!!!!! Sowas von! In diesem Job altert man schneller, als einem lieb ist. Und da es meist junge Damen sind, die diesen Knochenjob erledigen, bekommen sie auch direkt eine akurate Vorfreude auf das eigene Familienleben, was da mal kommen mag.

4. Der Fahrrad- und Bollerwagenverleih
Da nur einmal in Anspruch genommen, und zwar in Holland, weiß ich leider nicht, wie sich das in anderen Ländern so verhält.
Aber in Holland z.B. findet man auf fast jedem CP das große Schild: "Te huur! Fietsen en Karren" So what???? Ja genau. "Te huur! Fietsen en Karren".
Jawoll meine Herren, da stolpern wir doch als erstes mal über das Wort "huur". Heißt übersetzt: "vermieten, verleihen". Eine gewisse Assoziazion des Wortes "huur" zum horozontalen Gewerbe hat hier durchaus seinen Ursprung in der holländischen Sprache. Und was zum Henker sind Fietsen und Karren? Na Fahrräder und Bollerwagen! Die Holländer haben eine lustige Sprache. Dazu fällt mir ein Schmankerl ein. Bei einem Festival in Hellendoorn, tiefstes Hinterholland, wollte ich mich mal ins Gras setzen und der neben mir stehende Holländer meinte Erschrocken "Let oop! Naaksnagger!!!!" So what????? Dass er mich vor einem Rudel Nacktschnecken bewahren wollte, in den ich meinen zarten Hintern dann in Missachtung seiner Warnung platziert habe, ist mir erst dann aufgefallen, als ich gesessen habe. Naaksnagger - Nacktschnecke ist seitdem mein holländisches Lieblingswort. Aber das nur am Rande, zurück zu den Fietsen.
Wir alle kennen das legendäre Hollandrad, welches seine höchste Population in den 70er/80er Jahren hatte und derzeit wieder auf dem Vormarsch ist. In Holland heißen die Dinger - kein Witz - "Omafietsen". An jedem CP kann man sich diese Omafietsen ausleihen, in allen erdenklichen Farben. Standard ist der obligatorische Kartoffelkorb vorn am Lenkrad, geschmückt mit bunten Plastikblumen, Federn und sonstigem Gedöns. Aber es passt halt ein ganzer Einkauf da rein, echt praktisch. Da hat man sich nun auf die beiden quietschpinkfarbenen Fietsen samit Kartoffelkorb und Deko geeinigt und fährt frohen Mutes los, die Gegend rund um die Kuhweiden sowie Schaf- und Blumenwiesen zu erkunden. Und da stolpern wir über das nächste Hindernis: Welche Straße ist bloß meine??? Denn in Holland ist es so, dass die Fietsen einen hohen Stellenwert haben und die Städtlebauer für diese Fietsen eigene Straßen bauen. Man erkennt diese eindeutig an der sechsspurigen Fahrbahnmarkierung, welche sich in der Breit deutlich von der eigentliche Straße, auf der sich die Autos bewegen, abhebt. Denn parallel zu jedem Straßenverlauf gibt es diese extra gesonderte Straße für Fietsen. Und nicht so einen abgehumpelten, huckeligen und mit Rollsplitt bestückten Gammelweg, der dafür sorgt, dass in Deutschland vielen Radrennfahrern, die diese Wege meiden, auf den Bundesstraßen der A***h abgefahren wird...nööööö! Eine richtig schön geteerte Straße mit mehreren Fahrspuren! In eleganteren Gegenden befindet sich alle 500 m so eine seltsame Tonne, die zylinderförmig nach oben geweitet ausläuft. Ich weiß mittlerweile, dass das spezielle Mülltonnen sind, in denen man während der Fahrt seine Bananenschalen, Frikandelreste und auch Tampons ganz bequem, ohne anzuhalten entsorgen kann. Praktisch!
Und nachdem man dann die Gegend so quasi total entspannt erkundet hat - denn in Holland gibt es keine Steigungen, der höchste Berg ist der Sttrandübergang an Düne 24 in der Nähe von Burgh-Haamstede, den man ja mit Fahrrad eh nicht nutzt, da Fahrräder auf Strandübergängen verboten sind, radelt man mit seinem Kartoffelkorb-Omafietsen ganz locker flockig zurück zum CP und freut sich seines Lebens, weil man wieder mal ein schönes Stück Kultur eines fremden Landes kennengelernt hat.

5. Die Spülküche - Treffpunkt der Gesellschaft
Früher oder später lernt sie jeder Camper einmal kennen: Die Spülküche. Auf vielen CPs vereint mit Klo, Dusche, Waschhaus, beheizter Wickelstube sowie Kindertoiletten auf Zwergenniveau, fügt sich die Spülküche optisch harmonisch in das Gesamtbild des CPs ein. An dieser Stelle möchte ich nochmal auf Punkt 1. Die Rezeption zurückkommen. Dieser Vollspacken von saisonalem Fachangestellten hat mir den nun bewohnten Stellplatz wärmstens empfohlen. Wie oben bereits erwähnt: FATALER FEHLER! Jetzt nun nicht nur wegen der Spülküche, das Klappern der mit Spüleimer bewaffneten Hausfrauen, das Scheppern der mit schmutzigem Geschirr von drei Wochen beladenen Bollerwagen und die sonstige mit den Sturm- und Drangzeiten automatisch verbundene Geräuschkulisse stört mich nicht mehr wirklich. Aber was man da alles an Menschen zu sehen bekommt, was die grundstückseigenen Grenzen passiert, lässt mich den Glauben an die Menschheit verlieren. Das reinste Kuriositätenkabinett der menschlichen Spezies. Ehrlich! Denn jeder Mitbewohner des CPs muss über kurz oder lang an unserem Platz vorbei. Nach drei Tagen ausführlichster Observierung lassen sich die Bewohner in mehrere Kategorien einstufen:

a) Die Peniblen
Man erkennt sie an ihren hochwertigen Spüleimern, erworben bei Berger Camping zu einem Preis von 27,39 EUR. Bestückt mit bestem Porzellangeschirr, edlen Kristall-Weingläsern sowie feinstem Silberbesteck, natürlich hochglanzpoliert, stolzieren hochbehackte, schmuckbehangene und im Gesicht komplettsanierte Damen mit Seidenschal in fein auftoupierten Haaren Richtung Spülküche. Das sind im Übrigen auch die, die zusätzlich zu Fairy Ultra - im Campingladen für 9,99 EUR erworben, noch mehrere Flaschen Reinigungsmittel mit sich führen, um nach dem Spülgang das Becken einer gründlichen Generalüberhollung zu unterziehen, damit auch ja kein Schatten auf den wohlverdienten Ruf der feinen Dame fällt. Getrocknet wird das Geschirr mit feinster Kaschmeerwolle, versetzt mit einem Hauch neuseeländischem Schaf-Fell.

b) Die Profis
Hier erkennt man den Preis des Spüleimers an einer etwas geminderten Wertigkeit. Oftmals ist dieser auch nicht rund, sondern eckig und im tiefsten Standard-Blau. Aber der Profi hat nicht nur einen Eimer...nein! Er schleppt gleicih drei dieser Eimer zum Spülhaus. In einem befindet sich hoch aufgetürmt das robuste, aber dreckige Melanin-Campinggeschirr, der weitere dient als Abtropfbehälter und im dritten wird dann das saubere, getrocknete Geschirr gestapelt. Diese Spezies hinterlässt seinen Spülplatz akkurat und ordentlich, nur minimale Schaumreste sind manchmal noch am Abfluss zu finden.

c) Der gutgelaunte Optimist
Ein Eimer, bei Amazon für 11,24 EUR erworben, Trockentuch lässig über die Schulter geworfen, Paella Pfanne des Cadac Grills unterm Arm klemmend begibt er sich zum Ort des Geschehens. Er strahlt eine optimistische Gelassenheit aus, die man einfach liebhaben muss, auch wenn er mit seiner 25 qm-Pfanne drei weitere Spülplätze einnimmt und laut pfeifend die Titelmelodie von "Dirty Dancing" anstimmt. Diese Spezies hinterlässt den Spülplatz im Grunde genommen sauber, mit nur minimalen Gebrauchsspuren.

d) Die Flodders
Das dreckige Plastikgeschirr von Magowskys Sonderposten nachlässig in diverse Aldi-Tüten gestopft, im Mundwinkel eine selbstgedrehte Kippe, schlurft er missmutig Richtung Spülhaus. Angefressen von der Notwendigkeit des Spülaktes, benutzt auch er gleich die ganze Reihe Spülbecken, indem er seine Alditüte an den unteren Zipfeln fasst und sie einfach auskippt. Dinge wie Spülschwamm, Spülmittel oder Handtuch sind ihm völlig fremd, so dass er dich auch gleich mal anpumpt und sich eine halbe Flasche deines hochwertigen Lidl-Spülmittels ins Becken kippt. Das Kinn auf den sich auftürmenden Schaum gestützt, rührt er ein bißchen in der Geschirr-Wasser-Spüli-Brühe rum und zieht dann einfach den Stöpsel. Das Geschirr wird aus dem Schaum genommen, zurück in die Aldi-Tüte gestopft und weg ist er wieder. Das Ganze hat keine 2 Minuten gedauert. Zurück bleiben 5 Spülbecken, aufgetürmt mit dreckigen Schaumresten sowie Wasserlachen, bei denen jedes Kind aufgeregt nach seinem Matschanzug verlangt, um sich voller Freude reinzustürzen.

Ja, die Spülküche: Der Tummelplatz menschlicher Kuriositäten. Natürlich gibt es auch CP-Bewohner, die sieht man dort nie. Das sind dann die Introvertierten, die ein psychisches Problem mit dieser Art Rudelspülung haben und sich lieber 20 x den 500 ml-Wasserkocher anmachen, um am heimischen Platz den Estrich-Boy-Eimer mit Spülwasser zu füllen. Oder aber die, die ausschließlich Pappteller, Plastikbecher, Plastikbesteck und essbare Schüsseln aus Waffelteig verwenden. Die Schüsseln werden praktischerweise gleich mitgegessen und dienen so als Dessert und der Rest wird einfach auf die noch glühenden Kohlen geworfen. Das hinterlässt in der näheren Umgebung auch gleich so ein duftiges Waldbrandaroma, gemischt mit schwarzen Wolken plastikgeschwängerten Rauches.
Dass man in der Spülküche auch gleich die neusten CP-News erfährt, brauch ich ja wohl nicht erwähnen. Ich glaube, die besten Bekanntschaften meines Lebens habe ich in der Spülküche eines Campingplatztes geschlossen. Frustierte Frauen, die beim Schnick-Schnack-Schnuck verloren haben und nur aus diesem Grunde hier sind, heldenhafte Männer, die zum 3. Mal im Leben einen Spülschwamm in der Hand haben oder fleissige Kinder, die nen Fünfer für ein Eis in die Hand gedrückt bekommen haben, wenn sie den gesamten Familienrotz wegspülen, all diese Menschen haben doch eins gemeinsam: Dreckiges Geschirr.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!Dieser Tage hat es wieder unzählige Camper und Camperinnen getroffen: Zerfetzte ...
15/09/2017

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind!

Dieser Tage hat es wieder unzählige Camper und Camperinnen getroffen: Zerfetzte Mobilheime, zerstörtes Material und viele geweinte Krokodilstränen mischen sich unter Ströme von Regengüssen, die auf das geliebte Campingdomizil herabgeprasselt sind.

Leute! Seid ihr denn alle Anfänger? Noch nie Campen gewesen? Noch nie erlebt, was passieren kann, wenn Windgeschwindigkeiten von auch nur 50 km/h unters Vorzelt kriechen und dafür sorgen, dass der Vorbau eures Wohnwagens einmal völlig von rechts auf links gekrempelt wird?
Wahrscheinlich habt ihr auch damals in der Schule den Physikunterricht geschwänzt, in dem euch wichtige Dinge beigebracht wurden, die man unbedingt im späteren Leben braucht: Was passiert, wenn Luftströme auf feste Gegenstände treffen und diese nicht ausreichend verankert sind? Da habt ihr wohl alle gerade krank mit den Masern im Bett gelegen, hm?

Für dieses Wissen muss man nicht mal Camping-Anfänger sein, denn bereits im Kindesalter macht man die ersten Erfahrungen mit dem Wind: Er ist nämlich in der Lage, dir deinen heißgeliebten Darth Vader-Luftballon wegzupusten, den du soeben von Papa auf der Kirmes geschenkt bekommen hast, wenn du ihn nicht richtig festhälst.
Und genau das Gleiche passiert mit einem Vorzelt: Befestigt es man nicht richtig, versucht der Wind, es wegzublasen.
Weitere kindliche Erfahrungen haben zumindest die Jungs beim Drachen steigen lassen gemacht. Zumindest in meiner Jugend, als Kinder noch draußenn spielten. Welch kleiner Knirps hat nicht schonmal kurzweilig den Boden unter den Füßen verloren, als der Herbststurm den aus dem Yps-Magazin erworbenen Drachen erfasst und in schwindelerregende Höhen katapultiert hat?

Ich staune immer wieder, wieviel Vertrauen manche Menschen in ihre Konstruktionen aus Leinen, Alugestänge und Heringen so dünn wie Streichhölzer, setzen.
So ein Vorzelt ist ja nun nicht gerade billig....so ab 1000 Öcken aufwärts sind (zumindest für mich) schon eine ordentliche Stange Geld. Leute, sowas schützt man doch!

Man fährt also an die Nordsee, baut sein Feriendomizil auf und vertraut dem lieben Gott sowie dem Petrus. Denn man hat ja bereits seit drei Wochen täglich seinen Teller Spinat restlos aufgefuttert, so ist schönes Wetter ja rein aus diesem unumstößlichen Gesetz heraus schonmal sicher.
Dass sämtliche Medien (und das sind viele! Denn wir leben ja nicht mehr in den 70ern, wo der einzige Wetterbericht abends um viertel nach Acht in der Tagesschau zu sehen war) bereits Tage vorher Sturm- und Orkanwarnungen für die gesamte Nordseeküste herausgegeben haben, das kann man ja geflissentlich mal ignorieren. Denn man hat seinen Spinat ja aufgegessen...was soll also schon passieren?

Da ist man also an der Nordsee und stellt fest: Oh, windig! Ja...oh! Wind! Kommt vor an der See. Voller Zuversicht baut man also sein Vorzelt vors Wägelchen und ....man hat ja mitgedacht: Sturmband! Dieses kleine Utensil, so versprechen die Hersteller, hält selbst Windstärke 12 sowie Böen von bis zu 200 km/h stand. Tut es wirklich.....sofern man es denn an den statisch korrekten Stellen befestigt. Aber nur die wenigsten von uns haben eine Bauingenieur-Ausbildung, so dass man das Band halt irgendwie übers Vorzelt-Dach rübertüddelt und mit zwei kleinen Heringen rechts und links im lockeren Sandboden befestigt.

Ja da guckt die Mutti dann aber krumm, wenn ihr abends beim Kartoffel schälen im Vorzelt auf einmal die Plane um die Ohren flattert und das Gestänge mit Getöse über ihr zusammenkracht, weil eine Böe mit 98 km/h um die Hecke saust. Wie konnte das bloss passieren? Man hat doch alles richtig gemacht.

Spätestens jetzt wirds Zeit, das Handy und das Kartoffelschälmesser aus der Hand zu legen und flott zu werden. Und wenn man so gar keine Ahnung hat, was als nächstes zu tun ist: Leinen los und runter mit dem Zelt! Abbauen! So fix wie nur geht! Wohnwagentür auf, alles Gerümmpel aus dem Vorzelt rein, Stangen runter, Zelt raus aus der Kederleiste, zusammentüddeln und notfalls unter den WoWa knötteln. Völlig egal...aber dumm rumstehen, hier und da mit den Händen festhalten, hin und wieder einen Hering fester einschlagen und eine Schnur nachziehen, hilft nicht! Nicht bei Orkan. Reisst nicht nur Löcher in die Zeltplane, sondern auch in die Urlaubskasse, denn so eine Vorzelt--Reparatur ist scheiß teuer.

Das Lehrreiche daran: Sowas passiert einem bei einem 2000 EUR teurem Vorzelt meist nur einmal. Wer keine Bauingeneur-Ausbildung hat und somit von vorne herein schon Ahnung, fängt spätestens jetzt an, sich fürs nächste Campenn zu wappnen. Bei uns haben sich 30 cm lange und 2 cm im Durchmesser starke Heringe Marke Eigenbau, ein paar ordentliche O-Ringe und Gummis aus dem Landmaschinenzubehör sowie drei LKW-Spanngurte mit Ratschen bestens bezahlt gemacht.
Als Ostern 2017 in Oranjezon um uns herum die Hölle losbrach, saß ich ganz entspannt im Vorzelt, hab Kartoffeln geschält, während Männe auf dem Handy bei wetteronline.de nach dem nächsten Hoch Ausschau gehalten hat.

Gerade den Dauercampern unter uns, die ja nicht 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr präsent vor Ort sind, sei dringendst empfohlen: Baut Euren Vorzelt-Kram ab, wenn ihr nach Eurer Wochenendfrische nach Hause fahrt oder aber googelt, wie ihr euer Vorzelt zum Fort Knox umfunktioniert.
Dann braucht ihr auch nicht rumheulen, wie schlimm das doch alles ist und dass man das Ausmaß ja nicht ahnen konnte.

Oder aber: Lebt mit dem Risiko und esst das nächste Mal eure Teller auch wirklich komplett leer!

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