16/09/2021
Bauhoffest am 28.August 2021
Am 28.August fand unser Bauhoffeststatt wo ich mich mit 1.Dezember 2021 in die Pension verabschiedete. Es freute mich sehr, dass so viele Biedermannsdorfer*Innen gekommen waren. Auch beide Pfarrer Bernhard Mucha und Bonifatius Schütte kamen um mir zu Gratulieren. Fast alle Bürgermeister die ich in meiner langjährigen Dienstzeit hatte waren am Fest und einige Gemeinderäte*Innen. Auch waren einige Firmenbosse meiner Einladung gefolgt, ein großes Dankeschön für Euer kommen.
Meine vorbereitete Ansprache musste ich aber von meiner Tochter Martina und Schwiegertochter Doris vorlesen lassen, da meine Emotionen zu groß waren. Wem es interessiert hier ist sie:
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Am kommenden Freitag den 3. September vor 50 Jahre habe ich zum Arbeiten begonnen und davon 39 Jahre für die Marktgemeinde Biedermannsdorf und 38 Jahre davon durfte ich Bauhofleiter sein und da gibt es ein bisschen was zu erzählen
Nur keine Angst ich werde Euch nicht alle 38 Jahre vortragen, aber gebt mir bitte einige Minuten um Euch einiges von meinen Jahren als Bauhofleiter vor zu tragen und vor allem DANKE zu sagen.
Im Oktober 1982 stand in der Gemeindezeitung, Bauhofmitarbeiter wird aufgenommen, Vorstellungsgespräch beim BGM Eichinger, Sie brauche ich in der Jubiläumshalle war seine Antwort. Die Arbeit als Hallenwart gefiel mir sehr gut, das Problem dabei war, ich war nach einiger Zeit mehr in der Halle als zu Hause. Das gefiel meiner Frau überhaupt nicht und ich kündigte im Februar 1984. BGM Eichinger wollte mich zum Bleiben überreden aber gab mir dann doch die Anstellung am Bauhof.
Und so fing ich am 5. März 1984 als Bauhofmitarbeiter in der Gemeinde Biedermannsdorf an, geregelte Arbeitszeit und pünktlich zu Hause, das war ganz wichtig. In den nächsten Monaten hatte sich aber für mich eine neue interessante und abwechslungsreiche Arbeit aufgetan und mit dem pünktlich zu Hause, wurde es bald nichts mehr.
Mit Ende des Jahres wurde ich von Bürgermeister Leo Eichinger zum Bauhofleiter ernannt. Beim bekannt werden in der Ortschaft das ich Bauhofleiter geworden bin, begannen für mich schwere Monate, denn als „Zurgraster“ Bauhofleiter werden, das ging gar nicht. Aber mit den Jahren wurde ich akzeptiert und es war eine sehr schöne Zeit, kein Handy, kein Computer nur Festnetz- Telefon und persönliche Gespräche mit den Leuten. Mein Verantwortungsbereich wurde von Monat zu Monat immer mehr. Mit der Sperre der alten Deponie wo unsere Bürger nur mehr unter Aufsicht Grünschnitt abladen durften entwickelte sich indirekt auch unsere heutige Mülltrennung. Gemeinsam mit dem damalige Umweltgemeinderat Karl Schrattenholzer (sein Spitzname war damals Container- Karli)wurde damals die Mülltrennung in Biedermannsdorf eingeführt.
Auf das was ich bis zum heutigen Tag insgeheim sehr stolz bin, das hat 1986/87 begonnen, wo ich selbstständig auf der alten Deponie Grünschnitt zum Kompostieren begonnen habe, anfangs wurde ich nur belächelt, es glaubte eigentlich niemand an mein gelingen. Erst wie die ersten Kompostkurse von der Landesregierung bei uns abgehalten wurden und ich von Landeshauptmann Erwin Pröll eine Urkunde erhielt und einige Medien inklusive ORF sich bei der Gemeinde meldeten glaubte man an mein gelingen. Bürgermeister Eichinger unterschrieb mir sehr rasch einige Kaufverträge für neue Maschinen. Das war auch der Startschuss zur Mülltrennung wo 1990 die Marktgemeinde Biedermannsdorf mit der Mülltrennung und gemeindeeigenen Kompostierung Vorreitergemeinde landesweit war und wir Monatelang Ausflugsziel für viele Politiker, Gemeinden und Firmen wurden. Autobusweise sind sie auf die alte Deponie gekommen.
Es war damals schon eine Ehre für mich, dass mich zwei Bürgermeister abwerben wollten.
Mit der Übergabe des neuen Bauhofs im März 1996 wurden aber die Anforderungen und Aufgaben immer umfangreicher und auch verantwortungsvoller.
Stolz bin ich auch das WIR in den vielen Jahren beim Wettbewerb Blühendes Niederösterreich
1x den 3. / 3x den 2. / 1x den 1. Platz im Industrieviertel erreichen konnten
In den vielen Jahren meiner Tätigkeit wurden in Biedermannsdorf sehr viele Projekte die in meinen Gedanken entstanden sind und auch umgesetzt wurden und auf das bin ich ein wenig stolz.
Eine kurze Episode dazu, 2005, Ich sitze mit zwei sehr guten Freunden Hans und Harry auf der Terrasse bei einem 1/8 Wein und Harry sagt, am Hallenparkplatz ist überhaupt kein Schatten, kann man da nichts machen? Drei Wochen später nach einen Gespräch mit dem BGM schnitt der Bauhof den Asphalt auf und setzten Platanen. Heute ist der komplette Parkplatz im Schatten. Und so könnte ich noch viele Projekte aufzählen was in den Jahren entstanden und umgesetzt wurden.
Wenn vom Bürgermeister die Frage kam, kann das der Bauhof machen, ich sagte fast nie NEIN
Sowie die wichtigsten Projekte in meiner Laufbahn, alle würden den Rahmen sprengen:
• 1992 Übernahme der MZH als Betriebsleiter
• 2001 Neugestaltung Saunagarten
• 2002 Neugestaltung Schönbrunnerallee
• 2005 Planung und Ausführung Friedhof- Pflasterung
• 2009 Übernahme der Öffentlichen Beleuchtung, das war auch so ein Projekt das mir die Fr Bürgermeisterin und der damalige Finanzreferent Günter Maurer zusätzlich in einen kurzen Gespräch „Du musst die Beleuchtung übernehmen“ übertragen haben
• Planung und Ausführung einiger Brücken
• Teichgelände sowieso
Und die Schönsten Projekte waren der Perlashof wo ich die Gemeindebauaufsicht über hatte und mein letztes Projekt war die Krönung meiner Zeit
das Gemeindeamt, hier erstellte ich den Anforderungskatalog für ein helles, großzügiges Zukunftsorientiertes, Arbeitsplatzfreundliches und vor allem Energiesparendes und Energieautaktes Haus für die nächsten 40 Jahre und auch hier erledigte ich die Gemeindebauaufsicht.
Aber genug des vielen Eigenlobs
Ich hatte bis jetzt 5 der verschiedensten Bürgermeister:
BGM Leo Eichinger, wo mich bis heute der Satz geprägt hat
„Frage nicht was die Gemeinschaft für dich tun kann, sondern frage vielmehr was du für die Gemeinschaft tun kannst!“
BGM Karl Schrattenholzer, der Sparefroh unserer Gemeinde
BGM Willi Synek, der Baumensch und Visionär
BGM Johannes Unterhalser, der Vorsichtige.
Und in den letzten 14 Jahren
BGM Trixi Dalos, Sie ist stark im Sozialbereich und für diversen Projekte oder gute Vorschläge hat sie immer ein offenes Ohr. Man darf Sie nur nicht vergrämen oder reizen, denn wenn ihr was gegen den Strich geht, ist es besser man geht ihr aus den Weg.
Alle diese Personen nahmen immer starken Einfluss auf meinen Arbeitseinsatz und ich stehe heute noch gerne um 4:30 Uhr auf fahre eine Runde in der Ortschaft und gehe nach 39 Jahren noch immer gerne in die Arbeit.
Meine Arbeitsjahre am Bauhof und die 7 Jahre als Gemeinderat prägten mich so, dass ich nie die Lust an meiner Arbeit verlor aber immer mit dem Gedanken im Kopf, du kannst es nicht jeden recht machen und trotzdem bemühte ich mich noch besser zu werden und doch einen jeden zu helfen.
So wie bei unseren Abteilungen wie das Gemeindeamt, Krabbelstube, Kindergarten, Volksschule, Hort und Bücherei hatte ich immer den Ruf eines mürrischen Angsteinflößenden Bauhofleiters. Einige die mit mir immer telefonieren mussten glaubten halt dass sie der einzige Anrufer sei. Es ist halt nicht immer leicht wenn man 5 / 6 Arbeiten auf einmal reinbekommt und du schon voll mit Arbeit zugedeckt bist das man die Aufträge auch alle gleich erledigen kann. Z.B. am Gemeindeamt, wenn die Bürgermeisterin eine Zusatzarbeit hat und sagt den Mädels, bitte ruft den Wolfgang an, dann ist oft die Aussage, nein nein ich nicht. Dann hilft unser Amtsleiter aus, mit eingeschaltetem Lautsprecher ruft er mich an und wenn ich mich freundlich melde mit
„GUTEN MORGEN MEIN KLEINER AMTSLEITER“
lacht er und sagt, jetzt könnt ihr den Wolfgang anrufen er ist gut aufgelegt.
Aber ich glaube und hoffe, dass ich mit allen Abteilungen gut ausgekommen bin, auch wenn manchmal nicht alles sofort erledigt wurde. Das ganze Bauhofteam und ich bemühten sich täglich die anfallenden Arbeiten rasch zu erledigen.
Nach 38 Jahren Bauhofleiter der Marktgemeinde Biedermannsdorf ist es jetzt Zeit jüngeren Platz zu machen und in Pension zu gehen. Ein bisschen stolz bin ich einen intakten gut ausgestatteten Bauhof und ein tolles Team dem neuen jüngeren Führungsteam übergeben zu können.
Und darum möchte ich auch mit dem heutigen Abschiedsfest Danke sagen,
Ein spezielles Dankeschön möchte ich heute an die gesamte Gemeindeführung aussprechen, wieso, dass sie mein Hobby finanziert hat. Denn meine Bauhofleiter- Karriere wurde eigentlich zu meinem Hobby, dass ich auch sehr gerne 365 Tage im Jahr ausgeübt habe.
Danke sagen, jeden einzelnen Bürgermeister und speziell der Amtierenden Bürgermeisterin Trixi Dalos und allen Gemeinderäten das Sie das Vertrauen hatten um meine Arbeit für die Gemeinde und für alle Bürger so erledigen zu dürfen wie es meine Vorstellung war.
Danke sagen, für das Vertrauen wenn ich Anschaffungen machte, wie Fahrzeuge, Maschinen und dergleichen, dass diese auch Sinnvoll waren und auch betrieben werden.
Danke sagen, dass sehr viele Vorschläge und Projekte die von mir gekommen sind, Diskutiert und sehr oft auch umgesetzt wurden.
Danke sagen, an alle Abteilungen der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit in den vielen Jahren trotz meiner oft mürrischen Art.
Danke sagen, an alle Bürger unserer Ortschaft die mir in den letzten Wochen alles Gute gewünscht haben und sehr nette und liebe Worte geschrieben haben.
Danke sagen, an alle Firmen mit denen ich in den letzten 38 Jahren sehr gut zusammen gearbeitet habe und trotz einigen massiven Preisverhandlungen wirkliche Freundschaften entstanden sind und fast alle Firmen haben mich mit einer Werbeeinschaltung für das Gelingen des heutigen Festes unterstützt, dafür ein ganz großes Dankeschön. Es würde die Zeit sprengen mich bei jeden einzelnen Firmenchef zu bedanken, aber erlauben sie mir bitte doch einige vor zustellen.
Wenn irgendwo im Gemeindegebiet eine Glasscheibe oder Spiegel kaputt ist, braucht man einen Glaserer. Vor 38 Jahren brauchte ich das erste Mal die Glaserei Halper Manz für eine kaputte Scheibe in einem Schaukasten, die letzte Arbeit unter meiner Ära, die komplette Verglasung im neuen Gemeindeamt, dafür ein großes Dankeschön an meinen Freund Robert.
Haben wir einen Rohrbruch in der Ortswasserleitung dann rufen wir meinen Freund Franz Nagl, vor 37 Jahren lernte ich ihn kennen und er sucht immer noch bei uns die Rohrbrüche mit Erfolg, ein großes Dankeschön Franz
Der nächste Mann mit dem ich 35 Jahre bestens zusammen gearbeitet habe ist mein Freund Harald Berger früher Fa. Kröpfel, dann AVE und jetzt EnergieAG mit diesen Mann begann bei uns die Mülltrennung und bis heute kann man sich auf diese Firma immer verlassen. Und hier gab es in der Vergangenheit großartige Preisverhandlungen so dass unsere Gemeinde bis heute bei der Müllentsorgung einen Bestpreis im Bezirk hat und trotzdem ist die Freundschaft noch aufrecht. Danke Harald, heute bekommt aber deine Frau die Blumen und natürlich auch Frau Magister Daniela Payer, ein Dankeschön für ihr kommen
Danke möchte ich auch sagen für 35 Jahre sehr guter Zusammenarbeit mit der Gartengestaltung Ostermann, sie gestalten und betreuen unsere Rabatte in der Ortschaft und ist auch ein verlässlicher Partner, ein großes Dankeschön an Alt Chef, jun. Chef und jun. jun. Chef alle drei heißen Walter, Dankeschön
Nicht vergessen unser Blumengeschäft Maria Ostermann und hier die Manuela erwähnen, Sie hat mir in den letzten Tagen auf nette Art gesagt, weist du als ich deine Bauhofzeitung bekommen und sie gelesen habe, war ich ein bisschen traurig das unsere Zusammenarbeit jetzt beendet ist, denn vor ca. 19 Jahren habe ich wenn du zum Papa gekommen bist, dich immer für Arrogant gehalten und du hast das gleiche von mir geglaubt. Biss ich dann vom Gegenteil überzeugt wurde das du eigentlich ein netter Kerl bist. Manuela ein großes Dankeschön für die netten Worte und die gute Zusammenarbeit
Ein Dankeschön an das Atelier Rudi Walzhofer und seiner Gattin Edith, die mich beim Bauhoflogo und Bauhofzeitung sehr unterstütz haben, Dankeschön Edith und Rudi
Ein Dankeschön an die Firma Elektro Hein jetzt Firma Uhl, der Alt Chef unterstützte mich sehr bei der Öffentlichen Beleuchtung und jetzt Geschäftsführer Mathias Meisner und seine Burschen, die auch am 16.8. beim Hochwasser bei strömenden Regen einen Lichtpunkt am Friedhofweg sicherten, ein großes Dankeschön
Zum Schluss ein großes Dankeschön an einen Mann von dem ich in den letzten Jahren sehr viel über Elektro-, Blitzschutzüberprüfungen, KNX Systeme, PV-Anlagen usw. erfahren und echt dazu lernen konnte. Unser Gemeindeelektriker Thomas Fuchs, er ist ein Mensch, wenn ich ein Problem gehabt habe ob am Feiertag oder Nachts, ein Anruf und Thomas ist da oder klärt es übers Telefon. Thomas mein Freund ein großes Dankeschön dafür und auch an deine Burschen.
Ein ganz großes Dankeschön an meine Familie für den Zusammenhalt der bei uns besteht auch meiner Frau Judith ein Danke, dass sie meinen Einsatz und die vielen Stunden für die Gemeinde akzeptiert hat und ein Dankeschön für die heutigen Mehlspeisen die du gebacken hast.
Das vorletzte große Dankeschön ergeht an meine Mutter, die mich am 23.August 1956 also vor genau 65 Jahren nicht ganz einfach auf die Welt gebracht und nicht so schlecht großgezogen hat und mit meinen Vater und mir 1968 nach Biedermannsdorf gezogen ist. So konnte ich hier in diesem wunderschönen Ort aufwachsen und später Bauhofleiter in der Gemeinde werden. Dankeschön Mutti
Jetzt kommen ich zum wichtigsten, zum Bauhof- Team
Kommt bitte alle mal raus.
Das ist das Team das 365 Tage im Jahr für Biedermannsdorf in Bereitschaft steht und für Biedermannsdorf fast alles erledigt und ich viele Jahre führen durfte. Biedermannsdorf, die Gemeinde und die Bürger können stolz sein, so ein Team zu haben.
Es ist eine beständige Truppe wo nicht immer ein Personalwechsel passiert. Auch wenn es Tage gibt wo Sie mich als Bauhofleiter auf den Mond schicken wollten, kamen aber wieder lockere lustige Tage. Wichtig war und ist, die meiste Zeit im Jahr kann man sich auf diese Truppe verlassen. Heute möchte ich mich vom ganzen Herzen bei Euch für Euren Einsatz und für die Akzeptanz meiner Person der letzten Jahre recht herzlich bedanken.
Nach 38 Jahren im Gemeindedienst ist es für mich Zeit, in Pension zu gehen, und das tue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Positiv sehe ich es, in den nächsten Jahren mehr Freizeit zu haben, unbeschwert von Gedanken an die Arbeit in den Urlaub fahren zu können, das Leben zu genießen. Was mich ein bisschen sentimental macht ist, dass ich gerne jeden Tag um 4:30 Uhr aufgestanden bin, um eine Runde durch Biedermannsdorf zu fahren und zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Anschließend habe ich für den Arbeitstag alles vorbereitet, diese Gewohnheit wird mir fehlen (nicht jedoch die schlaflosen Nächte, in denen mir viele Probleme durch den Kopf gegangen sind).
Im Dezember 2020 wurde vom Gemeinderat der Marktgemeinde Biedermannsdorf einstimmig
beschlossen, dass mein Sohn Markus Steindl mein Nachfolger und Bauhofleiter wird. Sein erster Stellvertreter wird Bernhard Roska, zweiter Stellvertreter wird Helmuth Schindler. Ich wünsche dem neuen Team von ganzem Herzen alles Gute für die Zukunft,
gute Zusammenarbeit und erfolgreiche Arbeitsziele. Speziell meinem Sohn möchte
ich für die Stelle als Bauhofleiter gratulieren und für die Zukunft alles Gute wünschen, er wird sicher ein würdiger Nachfolger für dieses Amt.
Dankeschön Scheee wor`s
Euer Bauhofleiter