14/05/2026
Nein. Doch. Sooo super. Ein Ferlacher Erfolgsmodell
Ferlach pflegt eine politische Konstante über Jahrzehnte mit erstaunlicher Disziplin: Innovation hat es schwer – zumindest beim ersten Versuch. Gute Ideen (anderer) werden hier im Gemeinderat traditionell erst einmal abgelehnt. Sicher ist sicher. Könnte ja neu sein. Oder gar erfolgreich. Die bewährte Regel: gute Ideen aus Oppositionsreihen müssen erst reifen. Am besten ein Jahr, oder zwei.
Der seinerzeitige Ausbau der Tscheppaschlucht zB durfte dieses Reifestadium ausführlich durchlaufen, bevor man sich doch noch dazu durchrang. Ergebnis: sofort deutlich mehr Besucher (+50%) nach dem Umbau. Wer hätte das geahnt? Die Strandbad-Attraktivierung folgte demselben Lehrplan – zuerst abgelehnt, dann – nach dem Motto: jetzt nehmen wir die Sache in die Hand - in nahezu identischer Form als neue, eigene Erkenntnis präsentiert. Innovationen wie moderne Überwachung (zB Gräben nach Unwettern) mittels Drohnen? Anderswo ausgezeichnet und gefördert, hier vorsorglich „viiiel zu kompliziert“. Kunststoffplatten-Eislaufplatz im Stadtzentrum? In vielen Gemeinden, Shopping centern, auf Weihnachtsmärkten ein bewährter Frequenzbringer – wird mit Verweis auf Aufwand und fragwürdigen Argumenten („krebserregend“!) vom Tisch gewischt. Leerstandsmanagement – anderswo in Österreich Thema für eigene Kongresse. In Ferlach reicht dafür eine Excel-Tabelle, die leer steht … ok, alles richtig verstanden. Usw., usw.
Man muss diese Konsequenz ja fast bewundern. Inhalte werden sorgfältig geprüft – allerdings erst, wenn sie den richtigen Absender haben. Bis dahin gilt: sicher ist sicher, das geht so nicht.
Nicht der Inhalt entscheidet, sondern Timing und Absender. Und so bleibt vieles, wie es ist – bewährt, bekannt und vor allem: unverändert. In einer Zeit, in der sich Gemeinden rasch weiterentwickeln müssen, ist das ein gewagter Ansatz. Wer Innovation regelmäßig vertagt, läuft Gefahr, irgendwann nicht mehr mitzuhalten zu können.
Aber macht doch nichts, wir wollen eh nur hier wohnen, oder?
Fortsetzung folgt ….