13/08/2026
35 Prozent mehr Einsätze von Jänner bis Juli 2026:
Bergrettung Kärnten stark gefordert
Die Bergrettung Kärnten verzeichnet in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 einen deutlichen Anstieg der Einsatzzahlen. Von Jänner bis Juli wurden 187 Einsätze bearbeitet – das entspricht einem Plus von 35,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nicht eingerechnet sind dabei rund 300 Pisteneinsätze, die im Rahmen der Pistendienste in Kärntner Skigebieten geleistet wurden.
Nach mehreren Jahren mit weitgehend stabilen Einsatzzahlen zeigt die aktuelle Statistik eine spürbare Zunahme der Anforderungen an die Einsatzkräfte. Besonders herausfordernd sind Einsätze an Werktagen, wenn ausreichend Mannschaft kurzfristig verfügbar sein muss und die Bergretter:innen von den Dienststellen zu den Einsätzen fahren. Die Entwicklung unterstreicht die hohe Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter in Kärnten und zeigt die Wichtigkeit, dass ehrenamtliche Kräfte von den Dienstgeber:innen mit solchen Freiheiten unterstützt werden.
Außergewöhnlicher Mai mit starkem Einsatzanstieg
Besonders auffällig war der Mai 2026: In diesem Monat wurde die Bergrettung Kärnten zu 28 Einsätzen alarmiert – nahezu täglich. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres mit zehn Einsätzen bedeutet das eine Steigerung von 180 Prozent. Ein möglicher Grund dafür ist die frühe Sommerhitze: Laut GeoSphere Austria zählt der Mai 2026 zu den fünf sonnigsten Mai-Monaten der Messgeschichte.
Deutlich zugenommen haben vor allem klassische Berg- und Freizeitunfälle. Dazu zählen Einsätze im Zusammenhang mit Bergsport, Wandern, Spazierengehen, Mountainbiken und ähnlichen Aktivitäten. In dieser Kategorie wurden von Jänner bis Juli 124 Einsätze registriert – ein Plus von 71,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Waldbrände als zusätzliche Herausforderung
Neben alpinen Notfällen wurde die Bergrettung Kärnten in der ersten Jahreshälfte auch zu vier teils massiven Waldbränden alarmiert. Besonders der Großeinsatz beim Waldbrand im Lesachtal im Mai forderte die Einsatzkräfte über mehrere Tage. Die Bergretterinnen und Bergretter unterstützten und sicherten dabei die Feuerwehren im steilen Gelände, unter anderem beim Löschangriff und beim Bekämpfen von Glutnestern.
Auch Einsatzarten, die man auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit der Bergrettung verbindet, finden sich in der Statistik: Von Jänner bis Juli 2026 wurde die Bergrettung Kärnten zu zehn Arbeitsunfällen, vier Verkehrsunfällen, zwei Tierbergungen und einer Liftbergung alarmiert. Fünf Lawineneinsätze konnten glücklicherweise ohne Verschüttete beendet werden.
Herausforderung für ehrenamtliche Kräfte
„Die Zahlen zeigen, dass unsere Einsatzkräfte in diesem Jahr besonders stark gefordert sind. Vor allem die Einsätze während der Wochentage fordern unsere Kräfte, da viele die Arbeitsstelle verlassen müssen, um in den Einsatz zu gehen. Danke an dieser Stelle an die Dienstgeber:innen, welche unseren Teams das auch ermöglichen – das ist nicht selbstverständlich“ betont Landesleiter Hannes Gütler.
Planung schafft Sicherheit
„Gute und vorausschauende Tourenplanung, realistische Selbsteinschätzung und passende Ausrüstung sind entscheidend, um Notfälle im alpinen Gelände zu vermeiden“, betont die Bergrettung Kärnten. Gerade bei Hitze, Gewitterneigung oder längeren Touren sollten Bergsportlerinnen und Bergsportler ihre Unternehmungen sorgfältig vorbereiten und im Zweifel rechtzeitig umkehren.
Bei 21,3 Prozent der Einsätze erfolgte der Abtransport mit dem Hubschrauber. Die Bergrettung Kärnten weist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung einer entsprechenden Bergekostenversicherung hin, da Rettungs- und Transportkosten im alpinen Gelände rasch hohe Beträge erreichen können. „Wir sind in Kärnten mit Notarzthubschraubern gut und flächendeckend versorgt und nutzen diese Einsatzmittel im Sinne der Patienten, um einen raschen und schmerzfreien Transport in Krankenhaus zu ermöglichen. Um einen bösen Nachgeschmack bei Einsatzrechnungen der Hubschraubersysteme und er Bergrettung zu vermeiden, empfehlen wir dringend die Vorsorge in Form einer Bergekostenversicherung“ rät der Geschäftsstellenleiter der Bergrettung Kärnten, Bernhard Pichler-Koban.
Zahlen im Überblick: Jänner bis Juli 2026
• Einsätze gesamt ohne Pisteneinsätze: 187 (+35,5 Prozent)
• Pisteneinsätze im Rahmen der Pistendienste: rund 300
• Bergsport und sonstige Rettungseinsätze: 124 (+71,8 Prozent)
• Sucheinsätze: 19
• Flugsportunfälle: 14
• Arbeitsunfälle: 10
• Waldbrände: 4
• Verkehrsunfälle: 4
• Tierbergungen: 2
Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte im Zeitraum Jänner bis Juli 2026 bereits 6.161 Personenstunden bei Einsätzen. Zusätzlich wurden 82.214 Personenstunden bei Übungen, Kursen und Veranstaltungen erbracht.