08/03/2026
„Im Mittelalter hätten sie dich verbrannt!“
Starke Stimmen und bunte Botschaften zum Weltfrauentag in Neufeld!
Anlässlich des „Internationalen Weltfrauentages“ lud der Kulturausschuss der Stadtgemeinde Neufeld am 6. März zu einer Ausstellungseröffnung ins Kulturzentrum. Die Besucher wurden von Organisator und Vizebürgermeister Christian Popovits begrüßt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung standen Werke der Schüler der Mittelschule Neufeld. Im Unterricht hatten sie sich intensiv mit dem Thema „Frau sein“ auseinandergesetzt. Ihre Gedanken und Eindrücke setzten sie kreativ um. In Flaschen und Gläser malten sie, was für sie zum Frauentag dazugehört. So entstand eine ungewöhnliche und zugleich sehr persönliche Ausstellung, die viele Facetten des Themas sichtbar machte.
Bürgermeister Michael Lampel nutzte seine Grußworte, um allen Frauen in Neufeld zu danken, die sich tagtäglich für die Gemeinde engagieren. Gleichzeitig appellierte er, weiterhin an der Gleichberechtigung zu arbeiten.
Einen spannenden Einblick in unterschiedliche Lebenswege bot anschließend ein Gespräch zwischen Schuldirektorin Uschi Wallner und der ehemaligen Landtagsabgeordneten Gabi Arenberger. Unter dem Titel „Frau sein in Beruf und Politik“ sprachen sie offen über Erfahrungen, Herausforderungen und Chancen.
Wallner betonte dabei, wie wichtig Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen sind: „Nur lieb und nett sein reicht nicht. Wir müssen selbstbewusst und mutig auftreten und beharrlich sein.“ Persönlich sei ihr der Weltfrauentag sogar wichtiger als der Muttertag, erzählte sie, denn dieser umfasse alle Frauen. Sie erinnerte sich auch an ihre ersten politischen Erfahrungen. Als sie vor rund 30 Jahren in Hirm in den Gemeinderat einzog und sich gegen ein Projekt aussprach, habe ein männlicher Kollege zu ihr gesagt: „Im Mittelalter hätte man solche Frauen wie dich verbrannt.“
Dass Lebenswege oft überraschende Wendungen nehmen können, zeigte Gabi Arenberger anhand ihrer eigenen Geschichte. Sie war lange Hausfrau, kümmerte sich um ihren behinderten Ehemann und hatte keinen Führerschein. Durch ihren Einsatz fand sie sich trotzdem im Gemeinderat wieder und macht später in der Landespolitik Karriere. „Es ist wichtig, die richtige Situation zu erkennen und dann die Initiative zu ergreifen“, gab sie den Zuhörern mit auf den Weg.
Zum Abschluss präsentierten die Schüler einen Film, in dem sie über den Weltfrauentag sprachen. Fast jede Muttersprache der Neufelder Schüler war darin zu hören. Mehr als zehn Sprachen kamen vor – darunter kubanisch, albanisch, bosnisch, englisch, serbisch, türkisch, rumänisch, russisch und deutsch. Ein vielstimmiger Beitrag, der zeigte, wie vielfältig die Perspektiven auf das Thema „Frau sein“ sind.
Im Bild von links nach rechts: Vbgm. Christian Popovits, Schuldirektorin GGR Uschi Wallner, LAbg. a. D. Gabi Arenberger und Bgm. Michael Lampel