17/09/2021
Neues in der Causa Europacamp: Enkel der ursprünglichen Besitzer, eines jüdisch-sozialdemokratischen Geschwisterpaars, das von den N***s enteignet und verfolgt wurden, schalten sich in die Debatte ein!
Viel haben wir in den vergangenen Monaten über das Europacamp geschrieben. Nur zur Erinnerung: Das Europacamp steht auf einem Grundstück, das zuvor einer jüdisch sozialdemokratischen Familie, der Familie Pollak, gehörte. Diese wurde 1938 von den N***s enteignet. Nach dem Krieg mussten die Geschwister Pollak hohe Ablösen zahlen, um ihre Grundstücke zurückzubekommen.
Um das zu finanzieren, verkauften sie Teile ihrer Grundstücke an das Land Oberösterreich mit der Bedingung, dass die SJ dieses Grundstück für 99 Jahre im Sinne der Jugendwohlfahrt nutzen darf. Dieser Wunsch der Holocaust-Überlebenden wird nun in Frage gestellt.
Nun haben sich die Enkel der ehemaligen Besitzerin, die das Grundstück nach dem Krieg verkauft hat, in die Debatte eingeschalten. Sie sind entsetzt darüber, wie die Republik Österreich mit dem vertraglich abgesicherten Wunsch ihrer Großmutter umgeht.
Uns alle eint der Wille, dass der deklarierte und vertraglich festgeschriebene Wunsch von Holocaust-Überlebenden eingehalten wird. Dieser besagt, dass die Grundstücke am Attersee im Sinne der gemeinnützigen Jugendarbeit verwendet werden.
Dieses Erbe versuchen wir im Europacamp aufrechtzuerhalten. Mit einem Jugendcamp, das nicht profitorientiert betrieben wird. Mit einem Seebad, bei dem kein Eintritt verlangt wird und das daher einer der letzten verbliebenen freien Seezugänge am Attersee ist. Oder mit der Bereitstellung von kostenloser Infrastruktur rund um das Bad, wie etwa Parkplätze oder Sanitäranlagen
Gemeinsam sagen wir daher: Der Wunsch von Holocaust-Überlebenden muss respektiert werden. Das Europacamp muss bleiben!