05/11/2025
Von der Sicherheit in den Sprung ins Unbekannte
Ich hatte alles, was man sich wünschen kann: einen sicheren Job, ein Haus, eine Familie – zwei kleine Kinder, eine Frau, die mich liebte.
Und doch spürte ich dieses unruhige Gefühl: Ich wollte etwas Eigenes. Etwas, das wirklich meins ist.
Als ich darüber sprach, erntete ich Zweifel, Angst, Warnungen: „Mach es nicht. Bleib, wo du bist.“
Nur meine Frau sagte leise: „Geh deinen Weg.“
Ihre Augen sagten alles: Sorge, Angst – und trotzdem Vertrauen.
Es war, als würde ich von einer Klippe springen – ohne zu wissen, wie tief das Wasser ist.
Ich lernte eine Unternehmerin kennen, eine weise Frau, die mir nicht vom Erfolg erzählte, sondern von der Wahrheit: von schlaflosen Nächten, von Sorgen, von harter Arbeit und Einsamkeit. Sie wurde zu meiner Mentorin, zu jemandem, der mir half, meine Vision zu sehen, selbst wenn der Weg dunkel war.
Zuerst baute ich mein Unternehmen neben meinem Job auf.
Nach der Nachtschicht um 22 Uhr nach Hause, umziehen, dann weiterarbeiten – Spachteln, Verputzen, kleine Aufträge.
Oft waren es 15, 16, 20 Stunden am Tag – und irgendwann wusste ich: Ich kann nicht mehr auf halbem Weg stehen bleiben.
Ich kündigte meinen sicheren Job.
Ich nahm mein gesamtes Erspartes – 10.000 € – und setzte alles auf mein Unternehmen.
Angst, Unsicherheit, schlaflose Nächte – alles kam auf einmal. Aber der Rückweg existierte nicht.
Die ersten Monate waren ein Kampf. Rechnungen vom Finanzamt, Sozialversicherung, Lebensmittel, Haus, Auto – die Kosten hörten nie auf.
Manche Nächte lag ich wach und fragte mich, wie ich den nächsten Monat überleben sollte.
Dann kam der erste Winterdienst-Auftrag – ohne Traktor. Ich montierte ein Schneeschild an meinen alten Rasenmähertraktor.
Um 4 Uhr morgens, bei Schneesturm, Minusgraden, gefrorenen Augenlidern und stechenden Fingern – fuhr ich los.
Es war eisig, es war hart – und trotzdem fühlte ich mich lebendig. Ich wurde eins mit dem Schnee.
Ich bat nie um Geld, obwohl ich es oft dringend gebraucht hätte.
Aufgeben? Keine Option.
Nach und nach kamen mehr Aufträge. Privatkunden, Wohnanlagen, Hausverwaltungen.
2021 stellte ich meine erste Mitarbeiterin ein – bis heute Teil unseres Teams.
Ich verdiente kaum etwas in den ersten Jahren, alles floss in Maschinen, Geräte, den Aufbau meines Unternehmens.
Viele fragen mich: „Würdest du es nochmal tun?“
Ich weiß es nicht. Vielleicht nicht. Ich dachte, Selbständigkeit hieße mehr Zeit für Familie – doch Urlaub? Drei bis sieben Tage im Jahr.
Doch heute, im Jahr 2025, sehe ich, was aus meinem Sprung von der Klippe geworden ist:
Ein starkes Unternehmen, ein tolles Team, und Kunden, die uns vertrauen.
Über 45 Anlagen betreuen wir inzwischen – und wir wachsen weiter.
Danke an meine Mitarbeiter, an meine Kunden, und an alle, die an mich geglaubt haben –
und danke an die Zweifel, die mich stärker gemacht haben.
– MHT Services
Rund um’s Haus – mit Herz, Mut und harter Arbeit.