09/09/2026
Jede Pensionslücke hat eine Geschichte.
Sie beginnt mit einem niedrigeren Einstiegsgehalt. Mit einer nicht gewährten Gehaltserhöhung. Mit Zulagen, die ungleich verteilt werden.
Was heute am Lohnzettel fehlt, fehlt morgen in der Pension.
Frauen verdienen in Österreich noch immer deutlich weniger als Männer. Der Gender Pay Gap liegt bei 15,5 Prozent. Das bedeutet: weniger Einkommen am Monatsende, weniger finanzielle Unabhängigkeit und langfristig auch niedrigere Pensionen.
Selbst wenn Unterschiede bei Arbeitszeit, Branche oder Beruf berücksichtigt werden, bleibt ein erheblicher Teil der Einkommenslücke bestehen. Würde dieser nicht erklärbare Unterschied geschlossen, hätten Frauen laut ÖGB-Berechnungen durchschnittlich 221 Euro netto mehr pro Monat zur Verfügung.
Faire Bezahlung ist deshalb nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Sie stärkt auch den Sozialstaat. Höhere Einkommen bedeuten höhere Beiträge für Pensionen, Gesundheit, Pflege und soziale Sicherheit.
Damit ungerechte Unterschiede überhaupt sichtbar werden, braucht es mehr Lohntransparenz. Genau hier setzen die neuen EU-Regeln an. Doch statt für mehr Fairness zu sorgen, bremsen die Arbeitgeber die Umsetzung weiterhin aus.
Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist kein Privileg. Es ist eine Frage der Fairness. Und davon profitieren am Ende wir alle.