Klettern tut gut

Klettern tut gut Sozialpädagogisches Therapeutisches Klettern für Kinder und Erwachsene mit speziellen Bedürfnissen und in besonderen Lebenslagen

Schon mal beobachtet, wie flüssig Klettern bei manchen BesucherInnen der Kletterhalle aussieht? Das Geheimnis liegt in d...
07/06/2026

Schon mal beobachtet, wie flüssig Klettern bei manchen BesucherInnen der Kletterhalle aussieht? Das Geheimnis liegt in der perfekten Koordination. Jede Bewegung lässt sich in drei logische Phasen unterteilen:

​1. Die Vorbereitungsphase (Die Basis)

​Bevor es nach oben geht, wird die Ausgangsposition stabilisiert. Du suchst dir die optimalen Griffe und Tritte, verlagerst deinen Körperschwerpunkt und holst – wenn nötig – Schwung. Hier entsteht die Energie für den nächsten Zug.

​2. Die Hauptphase (Der Move)

​Der eigentliche Kraftakt. Durch gezielten Druck aus den Beinen und Zug mit den Armen verlässt du die stabile Position und bewegst deinen Körper dynamisch oder statisch zum nächsten Griff. Fokus und Präzision sind jetzt alles!

​3. Die Endphase (Das Ankommen)

​Der Move ist erst vorbei, wenn du wieder stabil stehst. In dieser Phase fängst du die Bewegung ab, greifst den neuen Griff optimal und nimmst die neue, sichere Position ein – bereit für den nächsten Zug.

​Fazit: Klettern ist kein reines Krafttraining, sondern ein fließender Tanz aus Vorbereitung, Aktion und Stabilität.

Lassen sich daraus auch Metaphern für andere, allgemeinere Lebenssituationen ableiten? Befinden wir uns denn nicht immer auch in einer dieser Phasen? Vorbereitung? Bewegung? Ankommen?
Was meint ihr?

31/05/2026

23/05/2026

Wie streng gehts beim Sozialpädagogischen Therapeutischen Klettern zu?Ich finde, dieses Bild hat zwei Messages. Eine, üb...
16/05/2026

Wie streng gehts beim Sozialpädagogischen Therapeutischen Klettern zu?

Ich finde, dieses Bild hat zwei Messages. Eine, über ein ambitioniert und fokussiert kletterndes Mädchen. Eine andere, über einen Erwachsenen, der es von unten antreibt und Anweisungen gibt, wie es klettern soll. Der Erwachsene wirkt recht streng. Zu streng.

Das Bild stammt von einem Shooting aus der Zeit, als ich mit dem Sozialpädagogischen Therapeutischen Klettern begonnen habe. Es ist ein gestelltes Foto und die beiden Messages sind nicht echt. Die Wirkung der Personen ist glücklicherweise zufällig. 

In meinem Angebot bin ich bemüht, die sportliche Performance im Hintergrund zu lassen. Es geht vielmehr um Freude, Spiel und Beziehung. Manchmal geht es auch nur darum, anderen zuzusehen oder zu quatschen. Am liebsten ist mir, wenn meine KundInnen selbst kreativ sind und entscheiden, was wir mit der gemeinsamen Zeit anfangen. Wenn sie sich dabei auch sportlich entwickeln - schön und gut. Aber in einer Gesellschaft, in der Leistung und Anpassung zu den ultimativen Maßstäben geworden sind, möchte ich einen Raum schaffen, der den Wert und die Wirkung der Menschen anders definiert.

Klar gibt es Regeln. Und manchmal muss ich deren Einhaltung mehr oder weniger klar einfordern. Etwa, dass man in der Kletterhalle den Sturzbereich anderer freihält oder sich wertschätzend verhält. Das war aber bisher nie das Problem. 

Wenn das Tun als Freude empfunden und der Rahmen als sicher erlebt werden, kommt Entwicklung von ganz alleine!

"... wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kannst du nie wissen, wohin sie dich tragen!“ Manche kennen vielleicht diese...
13/05/2026

"... wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kannst du nie wissen, wohin sie dich tragen!“ Manche kennen vielleicht dieses Zitat von Bilbo Beutlin aus Herr der Ringe.

Aber ehrlich: Viele Menschen schauen beim Klettern fast nur nach oben.

Zum nächsten Griff.
Zur Lösung.
Zum Ziel.

Und vergessen dabei die Füße.

Dabei entscheidet sich erstaunlich viel genau dort:
In der Balance.
In der Verlagerung.
Im präzisen Steigen.
In kleinen, unspektakulären Bewegungen.

Wer nur zieht,
wird schnell müde.

Wer solide steigt,
klettert oft ruhiger.

Strebe ruhig nach oben. Aber pass auf deine Füße auf! 😉

Heute hatte ich die letzte Stunde mit einer Jugendlichen, die zu meinen allerersten KletterkundInnen gehört hat. Vor übe...
07/05/2026

Heute hatte ich die letzte Stunde mit einer Jugendlichen, die zu meinen allerersten KletterkundInnen gehört hat. Vor über zweieinhalb Jahren haben wir uns kennengelernt!
Da waren viele Höhen und Tiefen. So manche kleine Krise, große Herausforderungen, viel Spaß und Freude.
Es ist wirklich cool, was für eine tragfähige Betreuungsbeziehung man über das Medium Klettern aufbauen kann.
Nun war der richtige Zeitpunkt für einen Abschied. Ich wünsche ihr alles Gute in ihrem neuen Lebensabschnitt und wenn's wirklich mal juckt, bin ich ja nicht aus der Welt.
PS.: Das Äffchen war kein Geschenk, sondern gehört zum neuen Griffesortiment der Kletterhalle! 😜

Kletterwände sind sehr ehrlich: Sie lassen keine Ausreden zu. Ob du raufkommst liegt an dir ganz allein.Sie setzen dich ...
02/05/2026

Kletterwände sind sehr ehrlich: Sie lassen keine Ausreden zu. Ob du raufkommst liegt an dir ganz allein.
Sie setzen dich aber auch nicht unter Druck. Sie nehmen dich geduldig wie du bist. Die Entscheidung, ob du die Herausforderung annimmst triffst du selbst!

26/04/2026

Diese Woche war ich bei den BigWall-Talks eingeladen! 😀

„Die müssen sich einfach mal richtig auspowern.“Ein Satz, den ich im Kontext von ADHS immer wieder höre – und der auf de...
21/04/2026

„Die müssen sich einfach mal richtig auspowern.“
Ein Satz, den ich im Kontext von ADHS immer wieder höre – und der auf den ersten Blick plausibel wirkt.

Ja, Bewegung ist wichtig. Und ja, Sport kann Kindern mit ADHS helfen zu lernen, ihre Impulse besser zu regulieren, Stress abzubauen und sich selbst zu spüren. Aber: Die Idee vom reinen „Auspowern“ greift zu kurz.

Denn ADHS ist kein Energieüberschuss-Problem. Es ist eine Frage der Regulation. Kinder mit ADHS haben nicht einfach „zu viel Energie“, die raus muss – sie haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit, Impulse und Aktivität passend zu steuern.

Wenn Sport ausschließlich darauf abzielt, Kinder müde zu machen, übersehen wir etwas Zentrales:
Selbstregulation entsteht nicht durch Erschöpfung, sondern durch Erfahrung von Steuerbarkeit.

Was bedeutet das konkret?

🧗 Bewegung sollte nicht nur intensiv, sondern auch strukturiert sein.
🧗 Klare Abläufe und vorhersehbare Regeln geben Sicherheit.
🧗 Wechsel zwischen Aktivität und bewussten Pausen fördern Regulation.
🧗 Körperwahrnehmung ist wichtiger als reine Leistung.

Kinder mit ADHS profitieren nicht davon, einfach „leerzulaufen“. To much an Bewegung führt mitunter in eine Erschöpfungsspirale, in Überdreht- und Überreiztheit.
Sie profitieren davon, ihren Körper verstehen und beeinflussen zu lernen.

Vielleicht geht es also weniger um Auspowern –
und mehr um ein begleitetes In-Bewegung-Kommen

"Vom Denken und Klettern"Ein Projekt von Mag. Martina Seiser BA (Philosophische Praxis) und DSP Armin Schmid (Sozialpäda...
19/04/2026

"Vom Denken und Klettern"

Ein Projekt von

Mag. Martina Seiser BA (Philosophische Praxis) und
DSP Armin Schmid (Sozialpädagogisches Therapeutisches Klettern)

Das Projekt "Vom Denken und Klettern" verbindet körperlich- erfahrungsorientierte Interventionen mit philosophischer Reflexion. Diese Verbindung ist ein innovatives, erfahrungs- und dialogorientiertes Bildungsformat im Gruppensetting für eine Gruppengröße bis zu 10 Jugendlichen zur Stärkung von Selbstwirksamkeit, Reflexionsfähigkeit und sozialer Verantwortung. Das Projekt umfasst 10 Einheiten zu je 180 Minuten und spricht Jugendliche an, die ihre Perspektiven auf sich und die Welt erweitern möchten. Besonders geeignet ist es für Jugendliche, die im Moment in keinem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen. Ziel ist es, Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, Handlungsfähigkeit und gesellschaftslichen Teilhabe zu stärken. Durch die Verbindung körperlicher (Grenz-) Erfahrung in der Klettereinheit mit philosophischer Praxis werden Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung sowie in ihrer Bildungs- und Arbeitsmarktfähigkeit nachhaltig unterstützt.

Themenschwerpunkte der einzelnen Einheiten sind:

🧗Sicherheit und Verantwortung
🧗Körper
🧗Grenzen
🧗Erwartungen und Ansprüche
🧗Selbstwirksamkeit
🧗Selbstwert
🧗Angst und Vertrauen
🧗Soziale Beziehungen
🧗Problemlösen
🧗Demokratie

Die Umsetzung des Pilotprojektes erfolgt derzeit in Kooperation mit dem Sozialen Wohnhaus Neunkirchen.

Wir freuen uns über Interesse und beantworten gerne weitere Fragen unter folgenden Kontaktdaten:

Martina Seiser, 0676/4313002, [email protected]
Armin Schmid, 0650/8139341, [email protected]

Adresse

Saubersdorf

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