16/08/2025
Liebe Unteracherinnen, liebe Unteracher und alle, die an den Enwicklungen in unserer Gemeinde ernsthaft interessiert sind!
In der heutigen Zeit sagt man oft „Information ist alles“ und wir werden überschüttet mit Information, sodass wir oft gar nicht mehr in der Lage sind zu erkennen, was ist richtig und was schlichtweg falsch ist.
Vielleicht sind wir zu bequem, selbst zu recherchieren, aus welchen Quellen manche Nachrichten stammen? Welche Zwecke werden damit verfolgt? Verlassen wir uns auf diese Quellen, weil wir sie persönlich kennen oder im guten Glauben einfach darauf vertrauen?
P**I LANGSTRUMPF-PRINZIP
Gerade letzte Woche habe ich wieder einen Bericht gelesen, dass unsere Jugend der Wissenschaft nicht mehr glaubt, dass der Pseudowissenschaftler auf TikTok mehr Anerkennung erfährt als fundierte Wissenschaft auf den Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass das Pippi-Langstrumpf-Prinzip bei vielen als Denkmuster für ihr Leben herhalten muss: „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ Das, was ich glauben will, glaube ich, der Rest ist eine Lüge und wird von den „Großen und Bösen“, von „denen da oben“ gesteuert, ja bewusst eingesetzt, um uns zu überwachen.
FRAGEN UND ANTWORTEN
Jetzt gibt es diese Aussendung eines politischen Mitbewerbers, gefüllt mit Fragen, die ich beantworten soll. Damit habe ich grundsätzlich kein Problem. Man hätte jedoch mit ein wenig gutem Willen vieles vorab schon klären können und müsste nicht wieder den Eindruck erwecken, „was nicht alles falsch läuft und faul ist“ bei diesem so wichtigen Projekt für Unterach.
Errichter Hotelprojekt (seit Anfang): Herr Othmar Seidl
Projektträger und Einreicher: Crownd Atterseestraße 86 GmbH & Co KG. Die einzelnen Teilhaber sind jederzeit im Internet abrufbar (z.B.: firmenabc.at).
Kapazität: ca. 280 Betten (ca. 140 Zimmer, abhängig vom Baubescheid der BH Vöcklabruck)
Arbeitsplätze: ca. 90 Mitarbeiter (laut aktuellem Stand)
Die Teilhaber und Herr Seidl, betreiben neben dem Immobiliengeschäft auch erfolgreich eigene Hotels (z. B. in Kitzbühel und Wien). Herr Seidl hat persönlich sein Hotelkonzept sowohl der Gemeinde und der BH Vöcklabruck, als auch dem Tourismusverband und dem örtlichen Tourismusverein vorgestellt.
Die Unterbringung der Mitarbeiter (sofern diese nicht aus dem Ort oder der näheren Umgebung stammen) ist in Personalhäusern in der Nähe des Hotelprojektes angedacht. Mehrere Gespräche diesbezüglich wurden bereits mit der Gemeinde geführt. Konkrete Pläne sind noch nicht ausgearbeitet worden, da der Betreiber zuerst die Genehmigung des Hotels abwarten möchte.
Zum Thema Parken gibt es ein genehmigtes Parkplatzkonzept.
Natürlich gibt es auch ein mit der Landesstraßenverwaltung gemeinsam ausgearbeitetes Verkehrskonzept mit Abbiegespur auf der Bundesstraße und Geschwindigkeitsreduktion im Hotelbereich.
Zum Schluss der Aussendung wird noch die Frage gestellt, warum es diesmal kein Modell des Hotelprojektes gibt. Das Modell, das auf der Gemeinde ausgestellt ist, ist das abgeänderte, aktuelle Projekt (siehe Titelbild). Es gibt keinen neuen Anlauf oder Umplanung, die handelnden Personen sind immer noch dieselben, Herr Seidl hat nur einen bewundernswert langen Atem.
Seit Jahren wird eng mit den zuständigen Behörden (Naturschutz, …) an einem genehmigungsfähigen Projekt gearbeitet. Immer wieder wurden Anregungen und Änderungen eingearbeitet und die Planung mindestens viermal adaptiert. Dies ist auch ein Grund, warum keine weitere Informationsveranstaltung stattgefunden hat, da man kein verhandlungsfähiges Projekt vorstellen konnte. Ein weiterer Grund ist sicher auch das Verhalten mancher, die an einer sachlichen Diskussion kein Interesse haben und lieber unter der Gürtellinie schreiend versuchen, ihre „Argumente“ zu platzieren, wie es in der ersten Diskussionsrunde im Pfarrheim der Fall war.
Die Gemeinde Unterach hat sehr viel dem Tourismus und der Sommerfrische zu verdanken. Wir haben im Gegensatz zu vielen anderen kleineren Orten noch einen Nahversorger, eine Trafik, eine Bäckerei, Gärtnerei und viele handwerkliche Betriebe, nicht zu vergessen eine Bankfiliale.
Derzeit ist der Campingplatz geschlossen, die Vermieterstruktur wird auch immer kleiner und viele Gästebetten fallen jedes Jahr weg. Die Gastronomie ist nicht mehr planbar, bei schlechtem Wetter fallen die Tagestouristen weg und die Umsätze schwinden. Dies sind Fakten, die wir nicht wegleugnen können. Die Gemeinde Unterach, aber auch die gesamte Region benötigt weitere Leitbetriebe, die nicht nur als Steuerzahler für die Gemeinde lukrativ sind, sondern auch Arbeitsplätze anbieten, den Infrastruktur-Ausbau vorantreiben und einen qualitativ hochwertigen Tourismus für mehr als nur die Sommermonate gewährleisten können.
Dieses Hotelprojekt bietet neben hochwertigen Zimmern auch einen großen Spa-Bereich (landläufig Wellness-Bereich), Tagungsräume und Lokale für alle Arten von Tourismus und Veranstaltungen. Ein Nutzungskonzept für das ganze Jahr auch bei Schlechtwetter liegt vor.
Die Widmung des Grundstückes ist eine Sonderausweisung in Bauland-Tourismus, das heißt NUR TOURISTISCHE NUTZUNG ist zulässig - kein versteckter Zweitwohnsitz!
WIE KANN DIE GEMEINDE NUR?
Vorletzte Woche wurde ich am Hauptplatz von einer älteren Dame angesprochen und zu einem Bauprojekt im Ellend befragt: „Wer hat das zugelassen, wer hat dieses Projekt genehmigt, wie kann man nur so etwas machen und zulassen?“ Als Antwort habe ich versucht, der Dame klarzumachen, dass es eine oberösterreichische Bauordnung gibt, und sie sich sicher sein kann, dass auf der Gemeinde alle dazu beitragen, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Ihre Reaktion darauf war ein kurzes Statement: „Da wird die Gemeinde schon was genommen haben, da wird der Bürgermeister schon was dafür bekommen, so eine „Bude“ zu genehmigen“. Ich hatte nicht das Gefühl, dass diese Aussage „lustig“ gemeint war, vielmehr bin ich davon überzeugt, dass die Dame mir mitteilen wollte, dass sie die Gemeinde für bestechlich hält und sie sich sicher ist, dass wir diese Dinge zulassen, weil wir Geld dafür bekommen.
Ich glaube niemand lässt sich gerne solche Dinge vorwerfen, obwohl es immer wieder heißt, dass Menschen, die politische Ämter bekleiden, einfach „mehr“ aushalten müssen als andere.
Diese Probleme haben wir in vielen Bereichen in unserer Gemeinde. Wieder und wieder haben wir versucht, mit Information und Klarstellungen dazu beizutragen, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger richtige, fundierte Informationen zu den einzelnen Themen bekommen. Vielleicht müssen wir noch konkreter werden, vielleicht müssen wir noch „lauter“ schreiben und reden. Aber nach meinem Gefühl gibt es in jeder Gemeindezeitung, in jeder Aussendung, in jedem Gespräch klare Infos und trotzdem halten sich die Gerüchte hartnäckig. Langsam halte ich diese Falschinfos und „fake news“, die immer wieder auftauchen, als bewusst gestreut und absichtlich in die Welt gesetzt, um Unfrieden zu stiften.
Ich war vor kurzem Radfahren in Niederösterreich – in Schwarzau im Gebirge. Eine malerische Gegend, wunderbare Natur und viele kleine, nette Orte. Infrastruktur ist aber Fehlanzeige. Um ein geöffnetes Geschäft zu finden, muss man 25km fahren, Wirtshäuser sind geschlossen und stehen zum Verkauf. Leere Häuser und leere ehemalige Schaufenster zieren das Ortsbild. Wer die Gegend kennt, weiß, dass Schwarzau im Höllental liegt, aber zu diesem „Höllental“ möchte ich Unterach nicht werden lassen. Wir müssen uns klar sein, dass wir alles verlieren werden, wenn wir nur unsere Ruhe im Ort haben wollen, wenn es bei uns nur schön ist aber keine Betten mehr zur Verfügung stehen, wenn nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, werden nur mehr die da sein, die am Wochenende die Ruhe genießen wollen, aber keiner mehr, der den Ort ein ganzes Jahr am Leben hält. – Mir ist klar, dass dies eine sehr starke Schwarzmalerei ist, aber wir müssen uns der Konsequenzen unseres Handelns bewusstwerden – alles zu verhindern heißt nun einmal alles und nur die Rosinen herauszupicken wird auf Dauer nicht funktionieren.
Ihr Bürgermeister
Georg Baumann
P.S.: Ich lade Sie ein, zu den Öffnungszeiten meinen itarbeiterInnen und mir am Gemeindeamt einen Besuch abzustatten und sich aus erster Hand unbeeinflusst zu informieren. Auf diese Weise kann jeder von uns diversen Stammtischweisheiten entgegenwirken bzw. Desinformation vorbeugen. Eine weitere gute Informationsquelle sind die Gemeinderatssitzungen. Am Schluss jeder Sitzung gibt es eine Bürgerfragerunde, wo gerne Ihre Fragen und Anliegen beantwortet werden. Die Termine für die Gemeinderatssitzungen werden auf der digitalen Amtstafel beim Eingang zum Gemeindeamt sowie in der mobilen App GEM2GO und auf der Homepage der Gemeinde Unterach veröffentlicht.