25/08/2026
Ich frage mich manchmal, wann wir eigentlich beschlossen haben, was in unserem Leben als Arbeit gilt.
Ist es Arbeit, wenn wir dafür Geld bekommen? Wenn wir am Abend müde sind? Oder auch dann, wenn wir den ganzen Tag damit beschäftigt waren, dass es für alle anderen funktioniert?
Kinder versorgen, einkaufen, kochen, Wäsche, Termine organisieren, an alles denken. Vieles davon passiert nebenbei. Und gerade deshalb wird es so leicht übersehen.
Ich glaube, dass wir uns auch deshalb manchmal so schwer damit tun, über eine faire Aufteilung zu sprechen. Weil wir gar nicht alles sehen, was im Alltag passiert.
Aber Arbeit ist für mich noch gar nicht der spannendste Teil dieses Themas.
Mich beschäftigt viel mehr, was passiert, wenn unser Leben immer voller wird.
Dann wird zuerst die Zeit knapp. Und irgendwann verschwinden genau die Dinge, die eigentlich nur uns gehören.
Das Hobby, für das wir früher jeden Dienstagabend Zeit hatten. Die Freundin, mit der wir uns regelmäßig getroffen haben. Der Kurs, den wir immer schon machen wollten. Oder einfach eine Stunde, in der niemand etwas von uns braucht.
Oft entscheiden wir uns gar nicht bewusst dagegen. Es passiert einfach.
Die Kinder brauchen uns. Der Beruf braucht uns. Der Haushalt wartet. Und plötzlich ist wieder ein Jahr vergangen.
Und irgendwann frage ich mich: Wo bin eigentlich ich in all dem geblieben?
Das ist für mich der eigentliche Gedanke hinter diesem Kapitel.
Es geht gar nicht darum, wie viele Stunden du arbeitest oder wie viele Hobbys du hast.
Sondern darum, ob dein Leben auch noch Platz für die Dinge lässt, die dich als Mensch ausmachen – und ob die in deiner Beziehung genauso selbstverständlich Platz haben dürfen wie die Wünsche deines Partners.
Wann hast du das letzte Mal etwas nur für dich gemacht, weil du es wirklich wolltest?