01/02/2026
🕯️ Schattendorf, 30. Jänner 1927 – ein Wendepunkt der Ersten Republik
Bis 1926 war das politische Klima im Bezirk Mattersburg vergleichsweise ruhig. Mit dem Auftreten des rechtsgerichteten Frontkämpferverbands eskalierte die Lage. Es kam zu Zusammenstößen mit sozialdemokratischen Arbeitern, in deren Folge der Republikanische Schutzbund gegründet wurde.
Am 30. Jänner 1927 erreichte die Gewalt in Schattendorf ihren tragischen Höhepunkt: Nach heftigen Auseinandersetzungen eröffneten Frontkämpfer aus dem Gasthof „Tscharmann“ das Feuer auf Schutzbündler. Mehrere Menschen wurden verletzt, zwei verloren ihr Leben – der kriegsinvalide Matthias Csmarits und der siebenjährige Josef Grössing.
Die Schüsse von Schattendorf erschütterten ganz Österreich. Landesweite Proteste, Streiks und eine tiefe politische Krise waren die Folge. Als die Täter im Juli 1927 freigesprochen wurden, mündete die Empörung in Massendemonstrationen und dem blutigen Justizpalastbrand.
🔎 Rückblickend markiert diese Bluttat den Beginn einer fortschreitenden politischen Radikalisierung und den Niedergang der Ersten Republik.
Die Schüsse von Schattendorf zeigen, wohin politische Hetze, Hass und bewaffneter Extremismus führen.
Was damals geschah, darf sich niemals wiederholen.
Gerade heute liegt es in unserer Verantwortung, Demokratie zu schützen, Gewalt entschieden abzulehnen und Menschenleben über Ideologien zu stellen.
Nie wieder darf politische Hetze tödlich enden.
🕯️ Erinnern heißt Verantwortung übernehmen.