09/09/2026
Seit November haben wir zugehört, gefragt, fotografiert, geschrieben – und Lebensgeschichten gesammelt. Gestern durften wir sie endlich sichtbar machen.
Mit „Wir sind noch da“ haben Mehlman und ich Frauen der Brüder Pflegen Betreuen Wohnen Kritzendorf porträtiert und ihre Geschichten festgehalten.
Gestern haben wir das Projekt vorgestellt. Der Saal war zum Bersten voll. In meiner Lesung durfte ich vier dieser Frauen und ihre Geschichten vorstellen.
Und dann ist etwas passiert, das mich tief berührt hat. Tränen. Strahlende Gesichter. Umarmungen, so fest, dass man sie nicht vergisst. Küsse. Dankbarkeit.
Vielleicht, weil es um viel mehr ging als um Fotos und Texte. Es ging um das Gefühl:
Jemand sieht mich. Jemand hört mir zu. Mein Leben ist es wert, erzählt zu werden.
Viele der Frauen hatten mich zu Beginn gefragt:
„Was soll ich denn schon erzählen?“
Die Antwort nach diesen Monaten könnte für mich nicht klarer sein: Sehr viel.
Denn gesehen zu werden, verändert etwas in uns. Und manchmal braucht es dafür nur einen Menschen, der sich die Zeit nimmt, wirklich hinzusehen.
P.S: Dank dir Sabine Sramek für diese wunderschöne Zusammenarbeit!