13/07/2026
24-Stunden Dienst der Feuerwehrjugend: Ein Wochenende voller Herausforderungen
Am Schulschlusswochenende fand bei unserer Feuerwehrjugend das Highlight des Jahres statt: der 24-Stunden Dienst. Während dieser Zeit müssen die Kinder und Jugendlichen bei realitätsnahen Einsatzübungen ihr Wissen und Können unter Beweis stellen und das Erlernte praktisch anwenden.
Am Samstag um 08:00 Uhr traten die jungen Feuerwehrmitglieder ihren Dienst an. Lange mussten sie nicht auf den ersten Alarm warten, schon heulte die Sirene zum ersten Mal auf. Das Meldebild lautete: Wasserversorgung aufgrund von Wasserknappheit. Blitzschnell zogen die Jungfeuerwehrmitglieder ihre Einsatzbekleidung an und machten sich auf den Weg zur Einsatzadresse. Vor Ort galt es, mithilfe einer B-Tauchpumpe eine Zisterne auszupumpen und über eine Schlauchleitung eine andere zu befüllen. Gemeinsam meisterten die Jugendlichen diese Aufgabe mit Bravour und konnten den Einsatz erfolgreich abschließen.
Zurück am Teich wartete bereits die nächste Herausforderung: der Aufbau des Zeltlagers. Mit etwas Unterstützung der aktiven Mannschaft gelang auch diese Aufgabe problemlos und die Schlafplätze für die Nacht waren rasch gesichert. Doch schon ertönte erneut die Sirene. Zwei verletzte Personen benötigten die Hilfe der Feuerwehrjugend. Beim Kriegerdenkmal waren zwei Wanderer verunglückt und mussten erstversorgt sowie sicher von der Unfallstelle gebracht werden. Auch dieses anspruchsvolle Szenario wurde hervorragend bewältigt und die Mannschaft konnte wieder ins Zeltlager einrücken.
Nach dem anstrengenden Vormittag war es endlich Zeit für eine wohlverdiente Mittagspause. Mit Pizzen konnte sich die gesamte Mannschaft stärken und neue Energie tanken.
Doch die Ruhe währte nicht lange. Ein Mopedfahrer war im Wald verunfallt und unter seinem Fahrzeug eingeklemmt. Mit vereinten Kräften wurde das Fahrzeug gesichert und der Fahrer aus seiner misslichen Lage befreit. Nach der symbolischen Übergabe an den Rettungsdienst konnte die Mannschaft die Unfallstelle verlassen und die Einsatzbereitschaft wiederherstellen.
Zum ersten Mal wurde der 24-Stunden-Dienst von einem realen Einsatz der aktiven Feuerwehr „unterbrochen“. Die Jugendlichen hatten dabei die Gelegenheit, hautnah mitzuerleben, wie die aktive Mannschaft alarmiert wird und zu einem echten Einsatz ausrückt.
Da uns das Wetter wohlgesonnen war, durften die Jugendlichen die Löschrucksäcke kurzerhand zweckentfremden und sich bei einer kleinen Wasserschlacht abkühlen. Anschließend hieß es erneut: Einsatz! Ein Wald- und Flurbrand am Karnerfeld musste bekämpft werden. Die Jugendlichen legten eine Zubringleitung vom Tanklöschfahrzeug in das steile Gelände, um die Wasserversorgung für die Löschrucksäcke sicherzustellen. Zusätzlich wurde eine D-Angriffsleitung zum Löschen der Wiesenfläche aufgebaut. Auch Kleinlöschgeräte wie die Feuerpatsche kamen dabei zum Einsatz. Dank des schnellen und koordinierten Handelns konnte rasch „Brand aus“ gegeben werden und die eingesetzten Geräte wurden wieder im Tanklöschfahrzeug verstaut.
Zurück im Zeltlager vertrieben sich die Jugendlichen die Zeit bis zum Abendessen mit Spielen, sportlichen Aktivitäten und einem selbst gebauten Flying Fox. Für das leibliche Wohl wurde am Abend gegrillt und zum gemütlichen Ausklang konnten die Kinder am Lagerfeuer Steckerlbrot und Marshmallows rösten.
Doch auch dieser gemütliche Teil wurde von einem weiteren Einsatz unterbrochen. Zwei Personen galten auf dem Heuboden eines Bauernhofes als vermisst. Die Jugendlichen mussten sich mithilfe von Leitern Zugang zum Heuboden verschaffen, eine Beleuchtung herstellen, die Vermissten suchen und anschließend retten. Dabei wurden zwei unterschiedliche Rettungsvarianten ausprobiert und gezeigt, dass es für viele Probleme mehrere Lösungswege gibt. Nachdem die verletzten Personen sicher gerettet und sämtliche Geräte wieder versorgt waren, hieß es schließlich Nachtruhe. Erschöpft, aber zufrieden fielen die Kinder in ihre Betten.
Die Nacht war jedoch kurz. Bereits um 06:30 Uhr heulten die Sirenen ein letztes Mal. Eine Person war bei Reparaturarbeiten unter einem unzureichend gesicherten Fahrzeug eingeklemmt worden. Mithilfe von Hebekissen konnte die verletzte Person rasch gerettet und erstversorgt werden.
Zum Abschluss des gelungenen Wochenendes wurde gemeinsam gefrühstückt, bevor die Kinder ihre Zelte abbauten und der 24-Stunden Dienst, viel zu schnell, schon wieder vorbei war.
Text und Bilder: LM Petra Zakovsky