20/12/2022
[Alles Heiße Luft?]
15.12.-30.12. | U-Bahn Passage Karlsplatz
Kunstinstallation zur derzeitigen Budgetkriese der österreichischen Universitäten sowie das schwindende Bekenntnis zur fundamentalen Bedeutung von Bildung, Wissenschaft, Kunst und Forschung in Politik und Gesellschaft.
Pandemie, Klimakrise, gesellschaftliche Verwerfungen, Populismus, Fake-News, Krieg. Die Krisen unserer Zeit sind divers und stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. All diese Krisen zeichnen sich auch durch eine enorme Komplexität aus, deren Erklärung und Bewältigung nicht nur der Politik, sondern vor allem auch der Wissenschaft und Forschung eine essenzielle Rolle zukommen lässt. Doch nicht zuletzt aufgrund dieser Komplexität, ihrer Zusammenhänge und mancher, auf den ersten Blick auch als Widerspruch erscheinender Phänomene, sind die durch Wissenschaft und Forschung entwickelten Erklärungen und Lösungsansätze dieser Krisen oft schwer gesellschaftlich breit vermittelbar. Die Polarisierung und das große Misstrauen im Zusammenhang mit eigentlich großen Errungenschaften wie der Impfung gegen Sars-CoV-2 ist nur eines von vielen Beispielen dafür.
Dabei wäre ein kompromissloses, gesamtgesellschaftliches (und politisches) Bekenntnis zur Wissenschaft und Forschung sowie zu den Institutionen wie Universitäten fundamental, um den Herausforderungen unserer Zeit effektiv zu begegnen. Zu diesem Bekenntnis gehört aber nicht nur das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse und ihrer Anwendung, sondern auch der niederschwellige Zugang zu freier und politisch unabhängiger Bildung sowie ein finanziell gesichertes und seiner Bedeutung entsprechend ausgestattetes Bildungs- und Forschungssystem.
Die Installation [Alles heiße Luft?] verdeutlicht die Konsequenz von wissenschaftsfeindlicher Politik für die Gesellschaft: Durch das Einsparen und die Geringschätzung von wissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit und Erkenntnis, steuern wir auf eine dunkle Zukunft zu. Vor allem jungen Wissenschaftler:innen wird die Möglichkeit genommen, durch ihre Forschung einen Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten. Ihre Arbeit wird uns noch fehlen.
Die Installation stellt aktuelle wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten von Wissenschaftler:innen aus, die auf Thermopapier gedruckt auf einem großen Rahmenwerk aus Stahl nebeneinander aufgehängt werden. Die ausgestellten Arbeiten geben den Betrachter:innen zunächst die Möglichkeit sich einen Überblick über die diversen Forschungsfelder zu verschaffen. Doch die auf Thermopapier gedruckten Arbeiten sind von hinten einer Warmluftquelle ausgesetzt, durch die sich das Thermopapier langsam verdunkelt. Übrig bleibt nur mehr Heiße Luft und Dunkelheit. Das Rahmenwerk mit nun schwarzem Papier verbleibt als Mahnmal dessen, was wir verlieren, wenn wir Wissenschaft, Kunst und Forschung nicht ihrer Bedeutung entsprechend finanziert und gesichert werden.