01/10/2024
Historisch samma – verlorn hamma
oder „Das Kaiserschmarrndrama“
Um 13:00 am sonntäglichen Wahltag lehnte ich mich weit aus meinem Windows Fenster und postete in meiner Story :
Meine KPÖ Wahl Prognose ist::
1111 KP-Stimmen in Margareten ( 5,3 %)
53 634 KP Stimmen in Wien ( 5,3 % )
11 111 ( 5,0 %) Grundmandat in Graz und Umgebung
Von 17-19h nahm ich an der Auszählerei im Margaretner Wahlsprengel 16 und 19-teil., Es wurde akribisch gezählt, im 4 Augenprinzip doppel- und 3 fachgecheckt, die ungültigen verhandelt, die mit Vorzugstimmen, ohne Vorzugstimmen und ungültigen Vorzugstimmen getrennt, protokolliert und die Protokolle solange korrigiert, bis mathematisch alles stimmte.
Das für mich als KPÖ Wahlkreis 3/4/5 Kandidaten erfreuliche Ergebnis: 530 Stimmen (10,8%)
30 ( 5,7 %).
19:30. Ich telefoniere meinem Freund Didi Zach die frohe Botschaft. Er antwortet:
„Wir haben österreichweit 1,9 %“. Ich sitze da ,wie ein begossener Pudel und rauche eine Zigarette. Auf zum „Kreuzweg“. Schnell zum Badeschiff am Wiener Donaukanal.
Der Autobus 59A ist in 3 Minuten da.
Umsteigen bei der Pilgram U4 Station .7 Minuten bis Schwedenplatz, 7 Minuten eine Erdbeereistüte zur Kühlung des Gemüts verschleckt, laufend den Landungssteg des Badeschiffs erreicht.
Gelandet telefoniere ich mit Didi, Claudia, Tobi. Keine/r meldet sich. Ich lauf das Schiffs-Deck zweimal rauf und runter und treffe niemanden, den ich persönlich kenne.
Erschöpft sacke ich bei meinem Uralt-Bezirksratskollegen Josef zusammen und trink ein 1/8 Weißwein zu Euro 5,40. Josef macht das, was er immer tut.: Suderieren. Ich weiß, hier hält es mich nicht lange. Ich schnappe ein Gespräch auf, bei der sich eine Spitzenkandidatin aufregt ,um 9:00 zum Zettelverteilen gezwungen worden zu sein. Da kommt durch Zufall Didi vorbei.
Jetzt kehrt meine Ruhe ein. 2 Verlierer -Profis sinieren über lange Fristen bis zur Revolution. Man versteht sich. Er klärt mich darüber auf, dass die Führungsleute schon gesprochen haben, gedankt und Mut gemacht ,und was mensch als Profi halt so tut
Ich weiß, s o lang kann ich mit meinem Lebenshorizont nicht warten. Die Talsohle meiner Emotionen ist erreicht. Da kommt mein lieber Genosse paul vorbei und es geht wieder aufwärts. Wir reden die uns als tatsächlich erscheinenden Probleme an. Und mir gehts besser.
Ich fahr nach Hause in die Witzelsbergergasse, studiere die Bezirksergebnisse ,rechne mir mit dem Hon`schen Verfahren die Sitzverteilung in der neuen Bezirksvertretung aus und weiß, dass wir mit bei der Bezirksvertretungswahl 2025 2000 Stimmen und damit 3 MandatarInnen haben werden.
Ich schlafe kurz und mach den Montag nicht blau. Da lacht mich schon der Tobi aus der Kronenzeitung an :
Parteichef Tobias Schweiger setzt alles auf die Themen leistbares Wohnen und Kampf gegen die Teuerung.
Die Chancen in Wien sind gar nicht so schlecht. Mehr als 28.000 Stimmen oder annähernd vier Prozent (3,8%) für die Kommunisten in Wien. Das ist deutlich mehr als die – ebenfalls sehr linke – Bierpartei (2,11%) und ein beachtliches Ergebnis für die KPÖ.
„Unser Ziel ist es, nächstes Jahr in den Wiener Gemeinderat einzuziehen“, erklärt Bundessprecher Tobias Schweiger gegenüber der „Krone“. Die Hürde liegt bei fünf Prozent. Unmöglich scheint das für die Dunkelroten nicht. Das hängt auch von der Wahlbeteiligung ab.
Besonders in den Bezirken innerhalb des Gürtels konnte die KPÖ starke Zuwächse verzeichnen.
Beim Auszählungsstand Dienstag dann mein Rückblick zu meiner Prognose :
Statt 1111 Stimmen in Margareten ( 5,3%) sind es 5,9% und 1197 Stimmen .
In Wien sinds 30 304 stimmen, wie es Didi in der Stadtleitung angenommen hat.
Und das Grundmandat in Graz wurde leider verpasst. Haarscharf, knapp, oder deutlich.
Da streiten sie noch immer auf meiner FB Seite.
Conclusio:
Ich hab mich nicht getäuscht.
Ich werde in Zukunft nicht auf die BeruhigerInnen, MahnerInnen und BesänftigerInnen hören, die mich dann von Sitzung zu Sitzung weichkochen wollen. Ich bin kein weiches Ei.
Ich ess es aber gerne.
Übrigens auch Kaiserschmarrn. Aber ohne Drama.
Was die anderen MitbewerberInnen betrifft:
Überraschen konnte Kickls Wahlsieg nicht. Das war ein Triumpf mit Anlauf, zu dem ich niemandem gratuliere. Das Phänomen, dass die Bevölkerung den Zauberstab anhimmelt, der sie schlägt, ist weiterhin unerforscht, aber evident. Ein Jahr, das schwer erträglich sein wird, können wir erwarten. Und nach dem 1.10.2025 wirds nicht besser, sondern rechter.
Sich dem weltweiten Megatrend entgegenzustellen, gegen den Wind zu schiffen, ist die Aufgabe der KommunistInnen. Da müssen wir durch. Also auf zur Wienwahl 2025.
Venceremos und .NO PASARAN.