05/06/2026
Die Regenbogenfahne ist mehr als ein Symbol.
Sie ist ein Frühwarnsystem. Wenn sie angegriffen wird, ist das kein "harmloser Vandalismus", sondern ein Signal für den Abbau von Demokratie und Menschenrechten.
Stellungnahme der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering
Wir stehen weiterhin mutig und entschlossen für Vielfalt, Menschenwürde und Zusammenhalt!
Unsere Haltung, die im christlichen Menschenbild, in der Nächstenliebe und in der unantastbaren Würde jedes Menschen begründet ist, lässt sich weder durch Zerstörung noch durch Einschüchterung erschüttern.
In der vergangenen Woche wurde versucht, die Regenbogenfahne auf dem Dach der Glaubenskirche in Brand zu setzen. Bereits in der Vergangenheit wurde die Fahne beschädigt und mutwillig zerstört.
Nun wurde erneut ein Angriff auf ein Symbol verübt, das für die Vielfalt, Offenheit und Menschenfreundlichkeit steht, die wir als christliche Gemeinde leben. Die Regenbogenfahne ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass alle Menschen von Gott gewollt, geliebt und mit derselben Würde ausgestattet sind.
Wir sind über diesen Angriff betroffen, verletzt und verärgert.
Die Regenbogenfahne ist für uns ein sichtbares Zeichen dafür, dass alle Menschen in unserer Gemeinde willkommen sind – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Lebensgeschichte oder sozialem Hintergrund. Sie steht für Vielfalt und die Überzeugung, dass niemand von Gottes Liebe ausgeschlossen ist.
Unser christlicher Glaube gründet auf der Gewissheit, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist. Daraus erwächst die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen. Niemand hat mehr oder weniger Würde als ein anderer. Niemand darf ausgegrenzt, herabgesetzt oder seiner Würde beraubt werden.
Wir verstehen es als unseren Auftrag, für diese Würde einzutreten und Räume zu schaffen, in denen Menschen Annahme, Respekt und Gemeinschaft erfahren können.
Die Regenbogenfahne wird daher weiterhin auf unserer Kirche wehen.
Wer versucht, sie zu zerstören oder anzuzünden, greift nicht nur ein Stück Stoff an. Angegriffen werden damit Offenheit, Vielfalt und das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen. Doch diese lassen sich weder verbrennen noch zerstören.
Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen, zunehmender Polarisierung und wachsender Aggressivität möchten wir als christliche Gemeinde bewusst ein anderes Zeichen setzen: ein Zeichen der Hoffnung statt der Angst, des Respekts statt der Ausgrenzung und des Miteinanders statt der Feindseligkeit.
Wir lassen uns nicht einschüchtern.
Wir halten fest an einer Kirche, die Menschen willkommen heißt.
Wir halten fest an der Hoffnung.
Wir halten fest an der Liebe zum Nächsten.
Und wir vertrauen darauf, dass Gottes Liebe größer ist als Hass, Gewalt und Zerstörung.
Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Simmering
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