07/01/2026
Heute jährt sich der Tod von Oury Jalloh zum 21. Mal.
Am 07.01. verbrannte der aus Sierra Leone kommende Asylbewerber Oury Jalloh in einer Zelle der Dessauer Polizei, mit Armen und Beinen an eine Matratze gefesselt. Eine Überwachungssprechanlage sowie ein Feuermelder waren ausgeschaltet. Videoaufnahmen der Zelle brachen “wegen technischer Probleme” ab.
Trotz dieser Gegebenheiten nahm die Justiz an, dass Jalloh den Brand mit einem Feuerzeug selbst entfacht habe. Die diensthabenden Polizisten wurden 2008 freigesprochen. Dieses Urteil wurde 2010 aufgehoben, anschließend wurde der Dienstgruppenleiter der Polizei in Dessau wegen fahrlässiger Tötung verurteilt - weiterhin ging die Justiz aber davon aus, dass die Polizei den Brand nicht gelegt und Oury Jalloh nicht ermordet habe.
2017 ging der Dessauer Oberstaatsanwalt Folker Bittmann schließlich von der Einwirkung Dritter aus. Der Fall wurde daraufhin an die Staatsanwaltschaft Halle an der Saale übergeben, diese stellte das Verfahren ein.
Indes versucht die “Initiative in Gedenken an Oury Jalloh” seit Jahren, die Hintergründe des Todes aufzuklären und gerichtlich zu beweisen, dass er von Polizisten ermordet wurde. Alle Gutachten, die sie von Sachverständigen erhalten haben, gehen davon aus, dass Oury Jalloh keine Möglichkeit hatte, sich selbst zu entzünden - es muss Fremdeinwirkung gewesen sein. Obwohl die Einwirkung Dritter festgestellt wurde und darüber hinaus - wenig überraschend - zutiefst rassistische Vorfälle in der Dessauer Polizei bekannt wurden, ist es zu keiner Neuaufnahme der Ermittlungen gekommen. Mehrere Versuche, die Umstände des Todes von Oury Jalloh aufzuklären und Gerechtigkeit zu bekommen, sind gescheitert, immer wieder wurde die Wiederaufnahme der Ermittlungen verweigert und blockiert. Die Polizei vertuscht, deckt sich gegenseitig und die Justiz schweigt.
Rassistische Polizeigewalt ist keine Ansammlung von Einzelfällen, Rassismus ist in der Polizei strukturell verankert. Solidarität mit dem Einsatz der “Initiative in Gedenken an Oury Jalloh” und den Hinterbliebenen, die seit Oury Jallohs Tod für Gerechtigkeit kämpfen. Es braucht endlich eine lückenlose Aufklärung und Konsequenzen!