30/06/2026
Die Klasse 2BFMEG der Fachschule Mechatronik nahm gemeinsam mit den Lehrkräften Prof. Pally und Prof. Straßer im Rahmen eines Suchtpräventions-Workshops an einer Exkursion mit dem Verein Wiener Nimmerland teil.
Treffpunkt war der Karlsplatz, wo die Gruppe von Martin, einem der Gründer des Projekts, empfangen wurde. Während eines gemeinsamen Stadtspaziergangs führte er die TeilnehmerInnen zu verschiedenen Orten, die er aus seiner eigenen Zeit der Obdachlosigkeit und Suchterkrankung kennt. An diesen Stationen schilderte er offen und eindrucksvoll seinen persönlichen Lebensweg und vermittelte den SchülerInnen einen authentischen Einblick in die Lebensrealität von Menschen mit Suchterkrankungen und ohne festen Wohnsitz.
Die Jugendlichen erfuhren aus erster Hand, welche Herausforderungen eine Suchterkrankung mit sich bringen kann und was es bedeutet, auf der Straße zu leben, betteln zu müssen und neben den oft schwierigen Witterungsbedingungen auch soziale Ausgrenzung und Ablehnung zu erfahren. Durch Martins persönliche Erzählungen wurde deutlich, wie eng Themen wie Sucht, Obdachlosigkeit und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbunden sind.
Die SchülerInnen zeigten während des gesamten Workshops großes Interesse, hörten aufmerksam zu und nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen. Der offene Austausch ermöglichte einen Perspektivenwechsel und regte zum Nachdenken über Vorurteile, Verantwortung und Hilfsangebote an.
Der Workshop mit Wiener Nimmerland war für die Klasse eine eindrucksvolle Erfahrung und stellte eine wertvolle Ergänzung zur schulischen Suchtprävention dar. Die direkte Begegnung mit einem Menschen, der seine Geschichte so offen teilt, machte den Workshop besonders nachhaltig und hinterließ bleibende Eindrücke.
Text und Fotos: Prof. Julian Straßer, Prof. Bernd Pally (Abteilung für Maschinenbau & Mechatronik)