03/08/2026
Frauen fahren in Autos, die nicht für sie gemacht und getestet wurden. Die Folge: Sie haben ein viel höheres Verletzungsrisiko 🚑
In der Verkehrssicherheit gilt, wie in vielen anderen Bereichen auch, der statistische Durchschnittsmann“ als Maßstab für alle. Er prägt bis heute Zulassungen und Testmethoden und gibt vor, wie Sitze, Gurte und Co. aussehen.
Dummies entsprechen somit meist dem männlichen Durchschnittskörper. „Weibliche“ Dummies sind lediglich eine verkleinerte Version davon. 95 Prozent der echten Frauen sind größer und schwerer als diese Referenz.
Ihre anatomischen Merkmale – etwa Beckenbreite, Brustumfang oder Schultergeometrie – bildet aktuell kein Dummy für Frontal- oder Seitencrashs realitätsgetreu ab. Derzeit gibt es nur Heckenprall-Dummies der Durchschnittsfrau, die jedoch noch nicht im Einsatz sind.
Höhere Verletzungsgefahr
Die TU Graz hat österreichische Unfalldaten von 2012 bis 2024 analysiert. Das Ergebnis: Wenn zwei Insassen unterschiedlichen Geschlechts im Fahrzeug sind, ist die Chance, sich zu verletzen, für Frauen um 60 Prozent höher.
Bereits bei geringeren Kollisionsgeschwindigkeiten bekommen sie stärkere Verletzungen. Das Risiko für schwere Verletzungen ist bei solchen Unfällen doppelt so hoch. Besonders im Bereich des Brustkorbs, der Wirbelsäule und an Armen und Beinen werden Frauen überproportional häufig verletzt.
Auch die Sitzposition hat großen Einfluss auf das Verletzungsrisiko. Airbags und Gurte funktionieren nicht richtig, wenn etwa der Beifahrersitz falsch eingestellt ist. Das gilt für beide Geschlechter. Aber: Frauen sitzen öfter am Beifahrersitz.
Was kann man tun?
Künftige Zulassungsverfahren sollen verschiedene Körper und Sitzpositionen berücksichtigen, empfiehlt die TU Graz. Dabei helfen differenzierte Computersimulationen.
Wichtig ist auch die richtige Sitz- und Gurtposition:
👉 Sitz nicht zu weit hinten
👉 Aufrechte Rückenlehne
👉 Beckengurt auf dem Beckenknochen
👉 Schultergurt über dem Schlüsselbein
👉 keine dicken Jacken unter dem Gurt
Sicherheitssysteme wie Gurte und Airbags müssen zudem intelligenter werden. Z. B. Adaptive Gurtkraftbegrenzer limitieren je nach Unfallschwere, Körperstatur und Sitzposition die Kraft, mit der eine Person zurückgehalten wird.
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